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Sonstige · Montanwerke Brixlegg AG

Flowbrix

BVL Zul.-Nr. 008886-00

Flowbrix ist ein hochkonzentriertes, flüssiges Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kupferoxychlorid, das sich als bewährter Standard im modernen Pflanzenschutz etabliert hat. Durch die Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) lässt sich das Produkt besonders leicht dosieren und zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung auf den behandelten Pflanzenteilen aus. Es bietet ein breites Wirkungsspektrum gegen eine Vielzahl von pilzlichen und bakteriellen Schaderregern in verschiedenen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen.

Das Mittel wird vor allem vorbeugend eingesetzt, um Infektionen frühzeitig zu verhindern. Zu den Hauptzielorganismen gehören wirtschaftlich bedeutende Erreger wie Falsche Mehltaupilze, die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) sowie bakterielle Schaderreger und Fleckenkrankheiten. Dank seiner Formulierung bietet Flowbrix eine gleichmäßige Verteilung auf der Blattoberfläche und eine hohe Regenbeständigkeit, was die Dauerwirkung auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen sichert.

Wirkstoffe

Kupferoxychlorid
638 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kupferoxychlorid gehört zur FRAC-Gruppe M01 (Multi-Site-Inhibitoren). Kupferionen werden von den Sporen der Schaderreger passiv aufgenommen. Im Inneren der Zellen interagieren diese Ionen unspezifisch mit zahlreichen Proteinen und Enzymen, zerstören deren Struktur und blockieren lebenswichtige Stoffwechselprozesse. Da dieser Prozess an vielen verschiedenen Stellen gleichzeitig ansetzt, wird die Keimung der Sporen effektiv unterbunden. Da es sich um ein reines Kontaktfungizid handelt, dringt der Wirkstoff nicht in das Gewebe der Kultur ein, sondern bildet einen schützenden Belag auf der Oberfläche. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, müssen die Schaderreger mit dem Kupferbelag in Kontakt kommen, bevor sie in die Kultur eindringen können. Eine lückenlose Benetzung aller grünen Pflanzenteile ist daher für den Bekämpfungserfolg entscheidend.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M01) ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung bei den Zielorganismen gegen Kupferoxychlorid als äußerst gering einzustufen. Dennoch solltest du Flowbrix in eine vorausschauende Antiresistenzstrategie einbinden. Der regelmäßige Wechsel mit systemischen Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen beugt nicht nur Resistenzen vor, sondern optimiert auch den Schutz der Kultur in Phasen starken Neuzuwachses, da Kontaktkupfer neu gebildete Blätter nicht systemisch schützt.

Mischbarkeit & Tankmischung

Flowbrix ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Du solltest jedoch unbedingt darauf achten, keine extrem sauren Mischungspartner zu verwenden, da ein niedriger pH-Wert der Spritzbrühe die Löslichkeit der Kupferionen stark erhöht. Dies kann zu einer erhöhten Phytotoxizität und damit zu Schäden an deinen Kulturen führen. Vor dem Ansetzen einer Tankmischung empfiehlt sich immer eine physikalische Mischprobe und die Beachtung der Gebrauchsanleitungen aller beteiligten Produkte.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Flowbrix steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Garten-KürbisFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana)Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
GurkeBakterielle Schaderreger10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
AuberginePhytophthora infestans15–891.3 LITER_PER_HECTARE3T
ZwiebelgemüseLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)14–472.6 LITER_PER_HECTARE3T
ZucchiniBakterielle Schaderreger10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
ErdbeereColletotrichum, Mycosphaerella13–852.6 LITER_PER_HECTARE3T
AubergineBakterielle Schaderreger15–891.3 LITER_PER_HECTARE3T
SteinobstSchrotschusskrankheit (Stigmina carpophila)53–911.1 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT—
ErdbeereBakterielle Schaderreger13–852.6 LITER_PER_HECTARE3T
BeerenobstPilzliche Schaderreger—3.3 LITER_PER_HECTARE14T
Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana)Bakterielle Schaderreger10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
ZwiebelgemüseBakterielle Schaderreger14–472.6 LITER_PER_HECTARE3T
FlaschenkürbisBakterielle Schaderreger10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
Wurzel- und KnollengemüseBakterielle Schaderreger15–472.6 LITER_PER_HECTARE14T
SpargelPilzliche Schaderreger—3.3 LITER_PER_HECTARE—
FlaschenkürbisFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
AprikoseKräuselkrankheit (Taphrina deformans)53–911.1 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT—
Moschus-KürbisFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
PatissonBakterielle Schaderreger10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
GurkeFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
TomatePhytophthora infestans15–891.3 LITER_PER_HECTARE3T
ZwiebelgemüseFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–472.6 LITER_PER_HECTARE—
QuitteBakterielle Schaderreger53–911.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT—
Garten-KürbisBakterielle Schaderreger10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
ZwiebelgemüsePurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)14–472.6 LITER_PER_HECTARE3T
TomateBakterielle Schaderreger15–891.3 LITER_PER_HECTARE3T
RiesenkürbisBakterielle Schaderreger10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
BirneBakterielle Schaderreger53–911.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT—
RiesenkürbisFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
Wurzel- und KnollengemüseAlternaria Arten (Alternaria sp.), Cercospora-Arten15–472.6 LITER_PER_HECTARE14T
EberescheBakterielle Schaderreger53–911.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT—
ZucchiniFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
PfirsichKräuselkrankheit (Taphrina deformans)53–911.1 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT—
PatissonFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)10–991.3 LITER_PER_HECTARE3T
ZwiebelgemüseBrennfleckenkrankheit der Zwiebel (Colletotrichum circinans)14–472.6 LITER_PER_HECTARE3T
BeerenobstBakterielle Schaderreger—3.3 LITER_PER_HECTARE14T
KernobstObstbaumkrebs (Nectria galligena)53–911.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT—

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Flowbrix?

Da Flowbrix ein reines Kontaktfungizid ist, musst du es vorbeugend (protektiv) anwenden, bevor die ersten Infektionsbedingungen eintreten oder Schaderreger die Kultur infizieren. Achte auf feucht-warme Witterungsperioden, die Pilzinfektionen begünstigen, und appliziere das Mittel rechtzeitig vor angekündigten Niederschlägen.

Warum ist die lückenlose Benetzung der Kultur bei diesem Produkt so wichtig?

Da der Wirkstoff Kupferoxychlorid nicht in die Kultur eindringt und nicht systemisch transportiert wird, sind nur die Pflanzenteile geschützt, die direkt vom Spritzfilm bedeckt sind. Du solltest daher auf eine sorgfältige Düseneinstellung und ausreichende Wassermengen achten, um eine lückenlose Benetzung aller Blätter und Früchte zu garantieren.

Wie verhält sich Flowbrix bei starkem Regen nach der Anwendung?

Dank der modernen Suspensionskonzentrat-Formulierung haftet Flowbrix nach dem Antrocknen sehr gut auf der Pflanzenoberfläche. Bei extremen oder langanhaltenden Niederschlägen kann der Schutzbelag jedoch allmählich abgewaschen werden. In solchen Fällen oder bei starkem Neuzuwachs der Kultur musst du die Behandlung gegebenenfalls im Rahmen der zugelassenen Anwendungshäufigkeit wiederholen.

Kann ich Flowbrix mit sauren Blattdüngern mischen?

Davon ist dringend abzuraten. Saure Mischungspartner (wie bestimmte Phosphat- oder Stickstoffdünger) senken den pH-Wert der Spritzbrühe. Dadurch wird zu viel Kupfer auf einmal gelöst, was zu schweren Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern deiner Kulturen führen kann. Halte den pH-Wert der Spritzbrühe idealerweise im neutralen bis leicht basischen Bereich.

Wie integriere ich Flowbrix am besten in mein Resistenzmanagement?

Obwohl das Risiko für Resistenzen bei Kupfer extrem gering ist, solltest du Flowbrix im Wechsel mit systemischen oder lokalsystemischen Fungiziden einsetzen. Dies schützt insbesondere den Neuzuwachs deiner Kulturen in Phasen schnellen Wachstums, da das Kontaktkupfer nicht mitwächst, während der Wirkstoffwechsel gleichzeitig andere Erregerpopulationen effektiv bricht.