Flexity
Flexity ist ein hochwirksames Fungizid von BASF, das sich als verlässlicher Standard im Getreideanbau etabliert hat. Formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC) mit dem Wirkstoff Metrafenone (300 g/l), bietet es einen gezielten Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Roggen. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine hervorragende präventive und kurative Wirkung aus, die insbesondere in den kritischen frühen Wachstumsphasen der Kulturen von entscheidender Bedeutung ist.
Der Schwerpunkt des Wirkungsspektrums liegt auf der Bekämpfung des Echten Mehltaus (Erysiphe graminis) und der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides). Durch die flüssige Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren und optimal im Tank verteilen, was eine gleichmäßige Benetzung der Pflanzenoberfläche garantiert und somit die Wirkstoffaufnahme maximiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Metrafenone gehört zur chemischen Klasse der Benzophenone und ist in die FRAC-Gruppe 50 eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Störung der polaren Organisation des Actin-Zytoskeletts sowie der Beeinträchtigung der Zellwandbildung und der Hyphenentwicklung des Pilzes. Metrafenone verhindert die normale Ausbildung von Appressorien und Penetrationshyphen, wodurch das Eindringen des Schaderregers in das Pflanzengewebe effektiv unterbunden wird. Bereits etablierte Myzelien werden in ihrem Wachstum gehemmt und die Sporenbildung wird blockiert. Nach der Anwendung lagert sich der Wirkstoff auf der Wachsschicht der Blätter an und bildet dort ein stabiles Depot. Von diesem Depot aus wird Metrafenone kontinuierlich über die Gasphase lokal systemisch verteilt und dringt translaminar in das Blattgewebe ein. Dies sorgt für eine langanhaltende Schutzwirkung auch auf dem unbehandelten Zuwachs und schützt die Kultur nachhaltig vor Neuinfektionen.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Metrafenone zu minimieren, solltest du Flexity stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da der Wirkstoff einer spezifischen FRAC-Gruppe angehört, ist es ratsam, die Anzahl der Anwendungen pro Saison zu begrenzen und das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie Triazolen, Carboxamiden oder Strobilurinen) einzusetzen. Auch die Kombination in einer Tankmischung mit Partnern, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen, unterstützt ein nachhaltiges Resistenzmanagement und sichert die langfristige Wirksamkeit des Produkts.
Mischbarkeit & Tankmischung
Flexity weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Getreidefungiziden, Insektiziden und Wachstumsregulatoren auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und im Zweifel eine kleine Mischprobe in einem separaten Behälter durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gute Wasserqualität, um eine optimale Verteilung und Haftung auf den Blättern zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Benetzung verbessern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen generell auf eine Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten. Behandlungen sollten bevorzugt in den Abendstunden durchgeführt werden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Einträge in Oberflächengewässer und bodennahe Ökosysteme zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und Abstandsregelungen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Roggen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 25–32 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 25–32 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 25–32 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit mit Flexity?
Der beste Behandlungszeitraum liegt in den frühen BBCH-Stadien des Schossens (BBCH 30 bis 32). Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Schaderreger meist noch in der Infektionsphase an den Blattscheiden und hat die Halmbasis noch nicht irreversibel geschädigt. Durch eine frühzeitige Spritzung kannst du das Eindringen des Pilzes in den Halm effektiv verhindern und die Standfestigkeit deines Getreides sichern.
Wie verhält sich Flexity bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?
Flexity zeichnet sich durch eine hervorragende Kältetoleranz aus. Der Wirkstoff Metrafenone entfaltet seine Wirkung bereits bei niedrigen Temperaturen ab etwa 5 °C zuverlässig. Das macht das Produkt besonders wertvoll für die ersten Fungizidmaßnahmen im zeitigen Frühjahr, wenn andere Wirkstoffklassen aufgrund mangelnder Systemik bei Kälte noch nicht optimal wirken.
Kann ich Flexity auch vorbeugend einsetzen, wenn noch keine Symptome von Echtem Mehltau sichtbar sind?
Ja, eine präventive Anwendung ist sogar besonders empfehlenswert. Metrafenone bildet ein Wirkstoffdepot auf der Wachsschicht der Blätter und verhindert die Keimung der Pilzsporen sowie die Ausbildung von Infektionsstrukturen. Wenn du das Pflanzenschutzmittel vor den ersten sichtbaren Symptomen ausbringst, schützt du den Neuzuwachs optimal und verhinderst eine epidemische Ausbreitung des Mehltaus.
Wie profitiert die Standfestigkeit des Getreides von einer frühen Anwendung?
Indem Flexity die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella) frühzeitig bekämpft, bleibt das Gewebe an der Halmbasis gesund und stabil. Ein Befall führt typischerweise zu einer Vermorschung des Stängels, was später im Jahr zu Lagergetreide und erheblichen Ernteverlusten führt. Die Gesunderhaltung der Halmbasis sichert somit direkt die Standfestigkeit und erleichtert den Drusch.
Was muss ich bei der Wasseraufwandmenge und der Düsentechnik beachten?
Für eine optimale Benetzung der Kultur, insbesondere der unteren Blattetagen und der Halmbasis bei der Bekämpfung von Halmbruch, solltest du eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha wählen. Verwende grobtropfige, abdriftmindernde Düsen, um eine gute Tiefenwirkung im Bestand zu erzielen und gleichzeitig die Abdrift auf Nachbarflächen zu minimieren.
Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Halmbruch?
Du kannst im Hub ganz einfach nach dem Schaderreger 'Halmbruchkrankheit' filtern. Dort werden dir alle für deine jeweilige Kultur registrierten Pflanzenschutzmittel übersichtlich angezeigt. So kannst du Wirkstoffe vergleichen und die optimale Kombination für deine Fruchtfolge und dein Resistenzmanagement zusammenstellen.