FLEXIDOR
FLEXIDOR ist ein hochwirksames, bodenwirksames Herbizid (Suspensionskonzentrat) von Corteva Agriscience, das speziell für den Einsatz im Vorauflauf gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter entwickelt wurde. Mit dem bewährten Wirkstoff Isoxaben bietet es eine hervorragende Dauerwirkung in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Erdbeeren, Zwiebelgemüse und Spargel sowie im Zierpflanzenbau.
Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus. Da der Wirkstoff primär über die Wurzeln der keimenden Unkräuter aufgenommen wird, etabliert FLEXIDOR einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche. Dies verhindert den Auflauf konkurrenzstarker Schaderreger wie der Vogel-Sternmiere oder des Gemeinen Hirtentäschels von Anfang an und sichert so das Ertragspotenzial deiner Kulturen.
Durch seine Flexibilität in verschiedenen BBCH-Stadien und die Zulassung in zahlreichen Sonderkulturen ist FLEXIDOR ein unverzichtbarer Baustein für moderne, saubere Bestände. Es schließt wichtige Lücken im Unkrautmanagement, besonders dort, wo andere Herbizide aufgrund von Kulturunverträglichkeiten nicht eingesetzt werden können.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in FLEXIDOR enthaltene Wirkstoff Isoxaben gehört zur HRAC-Gruppe 29 (früher Gruppe L) und wirkt als selektives Bodenherbizid. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Cellulosebiosynthese (CBI). Cellulose ist der Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwand; wird deren Synthese blockiert, können sich die Zellwände der keimenden Unkräuter nicht stabilisieren. Dies führt dazu, dass die empfindlichen Schaderreger bereits während oder kurz nach der Keimung absterben, noch bevor sie die Bodenoberfläche durchbrechen können. Da der Wirkstoff kaum über die Blätter, sondern fast ausschließlich über die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Aktivierung und Verteilung im Bodenkeimhorizont entscheidend.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du FLEXIDOR stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Da Isoxaben der HRAC-Gruppe 29 angehört, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Blattherbiziden oder Bodenherbiziden mit abweichendem Wirkungsmechanismus). Achte darauf, die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht zu überschreiten und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffe zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
FLEXIDOR ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Boden- und Blattherbiziden mischbar, um das Wirkungsspektrum insbesondere gegen einkeimblättrige Unkräuter (Gräser) zu erweitern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Verwende ausreichend Wasser (mindestens 200–400 l/ha), um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten, und vermeide Mischungen bei extremer Trockenheit oder unmittelbar vor Starkregenereignissen, um Abschwemmungen zu verhindern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit FLEXIDOR ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienen-Gefährdungsklasse im Zulassungsbescheid vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch darauf achten, Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchzuführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden. Um Einträge in Oberflächengewässer und den Lebensraum von Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten und ein direkter Eintrag in Gewässer über Hofabläufe oder Drainage zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kernobst | Gemeines Kreuzkraut, Vogel-Sternmiere | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rhabarber | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knoblauch | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 9–12 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kamille-Arten | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 48T |
| Krauser Ampfer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Erdbeere | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | 0–10 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Melisse | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzelzichorie | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–16 | 0.066 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tabak | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Chicoree | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–16 | 0.066 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 9–12 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | 11–99 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterheckenzwiebel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–14 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ölkürbis | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–7 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schalotte | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 9–12 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Minze-Arten | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Gemeines Hirtentäschel, Gemeines Kreuzkraut, Acker-Senf | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von FLEXIDOR?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf der Unkräuter, idealerweise direkt nach der Saat oder dem Pflanzen der Kultur. Da FLEXIDOR ein reines Bodenherbizid ist, wirkt es am besten auf unkrautfreiem, feuchtem Boden, bevor die Schaderreger keimen. Bereits aufgelaufene Unkräuter werden durch den Wirkstoff Isoxaben nicht mehr zuverlässig erfasst.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von FLEXIDOR?
Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Der Wirkstoff benötigt Feuchtigkeit, um sich im oberen Bodenhorizont zu lösen und einen gleichmäßigen Herbizidfilm zu bilden. Bei extremer Trockenheit solltest du die Anwendung verschieben oder nach der Applikation auf leichte Beregnung setzen, um den Wirkstoff im Bodenkeimhorizont zu aktivieren.
Kann ich FLEXIDOR auch in bereits etablierten Kulturen anwenden?
Ja, in vielen mehrjährigen Kulturen wie Erdbeeren oder Ziergehölzen ist eine Anwendung auch im Nachauflauf der Kultur (aber zwingend vor dem Auflauf der Unkräuter) möglich. Wichtig ist, dass der Boden vor der Spritzung absolut sauber und frei von bereits etabliertem Unkraut ist, da FLEXIDOR keine ausreichende Blattwirkung besitzt.
Wie tief sollte der Wirkstoff in den Boden eingearbeitet werden?
Eine mechanische Einarbeitung ist in der Regel nicht erforderlich und kann den Herbizidfilm sogar stören. FLEXIDOR lagert sich stabil in den obersten Zentimetern des Bodens an, wo die meisten zweikeimblättrigen Unkräuter keimen. Vermeide nach der Applikation jegliche tiefere Bodenbearbeitung, um diese Schutzschicht nicht zu verletzen.
Wie finde ich heraus, ob FLEXIDOR für meine spezifische Kultur zugelassen ist?
Du kannst die genauen Zulassungsdetails und zugelassenen Kulturen (wie Erdbeeren, Zwiebeln oder Spargel) direkt in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech einsehen. Nutze dort die Filtersuche nach Kultur oder Schaderreger, um die exakten Aufwandmengen und Wartezeiten für deinen Betrieb zu ermitteln.
Was muss ich bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von FLEXIDOR beachten?
Aufgrund der ausgeprägten Dauerwirkung von Isoxaben im Boden solltest du bei der Fruchtfolgeplanung vorsichtig sein. Nach einer normalen Anwendung im Frühjahr können im folgenden Herbst in der Regel problemlos Wintergetreide oder andere unempfindliche Kulturen angebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur ist jedoch eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um Wirkstoffreste im Boden zu verdünnen.