Alle Mittel
Sonstige · GLOBACHEM NV

Firuza

BVL Zul.-Nr. 00B182-00

Firuza ist ein hochwirksames, systemisches Kombinationspräparat von GLOBACHEM NV, das speziell für den anspruchsvollen Schutz von Winterweichweizen entwickelt wurde. Die flüssige Formulierung vereint zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen breiten und nachhaltigen Schutz gegen ertragsmindernde Pilzkrankheiten zu gewährleisten. Das Pflanzenschutzmittel ist optimal auf die Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern wie der Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) und verschiedenen Fusarium-Arten abgestimmt.

Durch die Kombination eines klassischen Triazols mit einem systemischen Aktivator der pflanzlichen Eigenabwehr bietet Firuza sowohl kurative als auch protektive Eigenschaften. Dies macht das Produkt zu einem wertvollen Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck zwischen dem Schossen und dem Ende der Blüte des Weizens.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
735 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Firuza beruht auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Komponenten. Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI). Es blockiert die Biosynthese von Ergosterol in den Zellmembranen der Pilze, was zu strukturellen und funktionellen Defekten der Membran führt und das Myzelwachstum des Schaderregers effektiv stoppt. Kaliumphosphonat (FRAC-Gruppe P07) ergänzt diesen Ansatz durch eine zweifache Wirkung: Es besitzt eine direkte fungistatische Wirkung und induziert gleichzeitig die natürlichen Abwehrmechanismen der Kultur. Nach der systemischen Aufnahme transportiert die Kultur den Wirkstoff sowohl akropetal als auch basipetal, wodurch auch Neuzuwachs geschützt wird. Diese Kombination aus direktem Erregerangriff und Stärkung der pflanzlichen Immunantwort erschwert es den Pilzen, Infektionen erfolgreich zu etablieren.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber dem DMI-Wirkstoff Prothioconazol zu minimieren, solltest du Firuza stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Die Kombination mit Kaliumphosphonat, das über einen Multitarget-Wirkungsmechanismus verfügt, reduziert dieses Risiko bereits von Natur aus. Dennoch empfiehlt es sich, Firuza im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einzusetzen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison konsequent einzuhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Firuza zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge achten und die Mischungspartner nacheinander im fast vollständig gefüllten Spritztank auflösen. Da Kaliumphosphonat den pH-Wert der Spritzbrühe beeinflussen kann, empfiehlt sich bei komplexen Mehrfachmischungen vorab ein einfacher Kübeltest zur Überprüfung der physikalischen Stabilität.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Firuza ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Nichtziel-Fauna sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchführen und die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–692 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenFusarium-Arten61–692 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Firuza gegen Fusarium-Arten?

Die beste Wirkung gegen Ährenfusarium erzielst du, wenn du Firuza gezielt in der Blütezeit des Weizens (BBCH 61 bis 65) applizierst. Eine Infektion erfolgt meist bei feucht-warmer Witterung während der Blüte; die systemischen Eigenschaften schützen die Ähre in dieser kritischen Phase besonders effektiv.

Warum ist die Kombination aus Prothioconazol und Kaliumphosphonat so vorteilhaft?

Während Prothioconazol den Pilz direkt an der Zellmembranbildung hindert, regt Kaliumphosphonat die Kultur an, eigene Abwehrstoffe (Phytoalexine) zu bilden. Dieser synergistische Effekt sorgt für einen schnelleren Wirkstofftransport in der Kultur und verbessert die Dauerwirkung erheblich.

Wie verhält sich Firuza bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Dank der systemischen Eigenschaften von Kaliumphosphonat und der guten Pflanzenverträglichkeit von Prothioconazol zeigt Firuza auch bei mäßigen Frühjahrstemperaturen ab ca. 8–10 °C eine zuverlässige Wirkung. Für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur ist jedoch aktives Wachstum von Vorteil.

Kann ich Firuza mit Wachstumsreglern in Weizen kombinieren?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern ist in der Regel gut verträglich. Achte darauf, die Mischung bei starker Sonneneinstrahlung oder extremen Temperaturschwankungen zu vermeiden, um Stressreaktionen der Kultur zu verhindern.

Welche Rolle spielt die Wartezeit von 35 Tagen bei diesem Pflanzenschutzmittel?

Die gesetzliche Wartezeit von 35 Tagen stellt sicher, dass bis zur Ernte alle Wirkstoffrückstände im Korn unter den zulässigen Grenzwerten liegen. Da Firuza bis zum Ende der Blüte (BBCH 69) eingesetzt werden darf, ist dieser Zeitraum bei normalem Vegetationsverlauf bis zur Druschreife problemlos gewährleistet.

Wie kann ich im Feld erkennen, ob eine Behandlung gegen Septoria-Blattdürre notwendig ist?

Kontrolliere die unteren Blattetagen regelmäßig auf typische längliche, graubraune Flecken mit winzigen schwarzen Punkten (Pyknidien). Sobald bei feuchter Witterung im Schossen (ab BBCH 30) erste Symptome auf den neu gebildeten Blättern sichtbar werden, solltest du eine Behandlung einplanen, um eine Ausbreitung auf die oberen Ertragsbildner zu verhindern.