Fencade
Fencade ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schaderregern in wichtigen Getreidekulturen. Als modernes Pflanzenschutzmittel in Granulatform kombiniert es zwei leistungsstarke Wirkstoffe aus der Klasse der Sulfonylharnstoffe und Triazolopyrimidine mit einem hocheffizienten Safener. Dies sichert eine hervorragende Selektivität in den behandelten Kulturen bei gleichzeitig maximaler Wirkung gegen schwer bekämpfbare Ungräser.
Das Einsatzspektrum von Fencade konzentriert sich auf die entscheidenden Ungräser im Nachauflauf im Frühjahr. Zu den Hauptschaderregern gehören unter anderem der Acker-Fuchsschwanz, das Einjährige Rispengras sowie verschiedene Trespe-, Weidelgras- und Flughafer-Arten. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Ungräser sorgt das Mittel für einen schnellen Wachstumsstopp und ein zuverlässiges Absterben der Schadpflanzen, selbst unter wechselnden Witterungsbedingungen.
Registriert für den Einsatz in Winterweichweizen (TRZAW) und Wintertriticale (TTLWI) im Zeitraum vom Beginn der Bestockung bis zum Erscheinen des zweiten Knotens (BBCH 21–32), bietet Fencade dir eine flexible und schlagkräftige Lösung für die Unkrautkontrolle im Frühjahr. Es unterstützt dich dabei, das Ertragspotenzial deiner Kulturen von Anfang an abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirkung von Fencade basiert auf der Kombination der beiden Wirkstoffe Mesosulfuron und Pyroxsulam. Beide gehören zur HRAC-Gruppe B (ALS-Inhibitoren). Sie blockieren das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS) im pflanzlichen Stoffwechsel, welches essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin ist. Nach der Aufnahme über das Blatt und teilweise über die Wurzel wird der Wirkstoff rasch transportiert; der Wachstumsstopp der empfindlichen Schaderreger setzt bereits wenige Stunden nach der Behandlung ein, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Ungräser innerhalb weniger Wochen. Um die Kulturverträglichkeit in Winterweizen und Wintertriticale zu gewährleisten, enthält Fencade den Safener Cloquintocet. Der Safener beschleunigt selektiv den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in den Kulturpflanzen, indem er deren körpereigene Entgiftungsmechanismen aktiviert. In den Zielungräsern findet dieser beschleunigte Abbau nicht statt, wodurch die volle Herbizidwirkung gegen die Schaderreger erhalten bleibt.
Resistenzmanagement
Da beide aktiven Wirkstoffe in Fencade der HRAC-Gruppe B angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich, um der Selektion resistenter Biotypen (insbesondere beim Acker-Fuchsschwanz und bei Weidelgras-Arten) vorzubeugen. Du solltest Fencade im Rahmen einer integrierten Unkrautbekämpfung einsetzen. Wechsle den Wirkstoffmechanismus ab, indem du in der Fruchtfolge oder bei nachfolgenden Behandlungen Herbizide mit anderen Wirkmechanismen (wie z. B. HRAC-Gruppe A oder K3) integrierst. Zudem empfiehlt es sich, pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, angepasste Aussaattermine und mechanische Bodenbearbeitung voll auszuschöpfen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Fencade ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme – insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder starker Wachsschicht der Ungräser – wird dringend empfohlen, die Anwendung in Kombination mit einem zugelassenen Adjuvans durchzuführen. Achte darauf, die Spritzbrühe stets zügig auszubringen und vorab eine Mischungsprobe auf physikalische Kompatibilität durchzuführen. Vermeide Tankmischungen mit extrem sauren oder stark alkalischen Partnern, um die Stabilität der Wirkstoffe nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz bei der Anmischung und Anwendung, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorglichen Umweltschutzes direkte Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Führe die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durch, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässerstrukturen und Saumbiotope durch den Einsatz driftmindernder Düsentechnik zu verhindern, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Einjähriges Rispengras, Acker-Fuchsschwanz, Trespe-Arten | 21–32 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Weidelgras-Arten | 21–32 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Weidelgras-Arten | 21–32 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjähriges Rispengras, Acker-Fuchsschwanz, Trespe-Arten | 21–32 | 100 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Fencade im Frühjahr?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald das vegetative Wachstum der Ungräser wieder einsetzt und die Temperaturen konstant über 5 °C liegen. Die Schaderreger sollten sich idealerweise im aktiven Wachstum befinden (BBCH 12 bis 29 der Ungräser), da die systemische Aufnahme der Wirkstoffe dann am effizientesten ist.
Warum ist der Zusatz eines Adjuvans bei der Spritzung von Fencade so wichtig?
Da die Wirkstoffe Mesosulfuron und Pyroxsulam hauptsächlich über das Blatt aufgenommen werden, verbessert ein geeignetes Adjuvans die Benetzung der oft schmalen und aufrechten Blätter von Ungräsern erheblich. Es durchbricht die schützende Wachsschicht der Schadgräser und sorgt für eine schnellere und vollständigere Wirkstoffaufnahme, besonders bei kühler oder trockener Witterung.
Kann ich Fencade auch bei drohendem Nachtfrost anwenden?
Du solltest Fencade nicht anwenden, wenn unmittelbar nach der Spritzung starker Nachtfrost droht oder die Kulturen durch Frost, Staunässe oder Trockenheit gestresst sind. Zwar schützt der integrierte Safener Cloquintocet das Getreide, doch unter extremen Stressbedingungen kann der metabolische Abbau in der Kultur verzögert sein, was zu vorübergehenden Aufhellungen führen kann.
Wie verhält sich Fencade bei Regen kurz nach der Applikation?
Fencade benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig in das Blattgewebe der Ungräser einzudringen. Als Faustregel gilt, dass die Spritzbrühe auf den Blättern angetrocknet sein muss. Ein regenfreier Zeitraum von etwa 2 Stunden nach der Behandlung ist in der Regel ausreichend, um eine optimale Regenfestigkeit und volle herbizide Wirkung zu garantieren.
Welche Kulturen darf ich nach einem vorzeitigen Umbruch nachbauen?
Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der behandelten Kultur kommen, ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) zwingend ratsam. Als Nachbaukulturen eignen sich dann vor allem Getreidekulturen. Empfindliche zweikeimblättrige Kulturen sollten erst nach einer ausreichenden Wartezeit und intensiven Bodenmischung angebaut werden, um Schäden durch Wirkstoffrückstände im Boden zu vermeiden.
Wie kann ich im Farmable-Hub gezielt nach passenden Mischungspartnern oder Alternativen suchen?
Du kannst im Hub direkt nach der Registrierungsnummer '00A730-00' oder den Wirkstoffen Mesosulfuron und Pyroxsulam filtern. So siehst du sofort, welche anderen zugelassenen Pflanzenschutzmittel für deine Kulturen zur Verfügung stehen, um eine gezielte Wirkstoffrotation für dein Resistenzmanagement zu planen.