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Fazor

BVL Zul.-Nr. 026865-00

Fazor ist ein bewährtes, systemisch wirkendes Pflanzenschutzmittel zur Keimhemmung in Speise- und Wirtschaftskartoffeln sowie in Speisezwiebeln. Als wasserlösliches Granulat formuliert, hat sich das Produkt als Standardlösung für die langfristige Lagerstabilität etabliert. Durch die gezielte Anwendung im Feld wird der Austrieb während der anschließenden Lagerung effektiv unterdrückt, was die Qualität der Ernteprodukte über Monate hinweg sichert.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und eine schnelle Aufnahme über das Laub aus. Da der Wirkstoff direkt in die wachsenden Gewebe transportiert wird, bietet Fazor eine langanhaltende Wirkung von innen heraus. Dies reduziert den Bedarf an nachträglichen Keimhemmungsbehandlungen im Lager erheblich und schont somit deine betrieblichen Ressourcen.

Wirkstoffe

Maleinsäurehydrazid
804 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid greift als Wachstumsregulator direkt in den Zellteilungszyklus der Kultur ein. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird er systemisch mit dem Saftstrom (Phloem) in die Speicherorgane – also in die Kartoffelknollen oder Zwiebeln – transportiert. Dort reichert sich der Wirkstoff in den Meristemen (Wachstumspunkten) an und blockiert die Mitose (Zellteilung), während das normale Zellstreckungswachstum unbeeinflusst bleibt. Dieser biochemische Mechanismus sorgt dafür, dass die Knollen und Zwiebeln in eine künstliche Ruhephase versetzt werden. Da die Zellteilung in den Vegetationspunkten unterbunden ist, können sich keine Keime entwickeln. Für eine optimale Wirkung ist ein aktiver Stoffwechsel der Kultur zum Zeitpunkt der Anwendung zwingend erforderlich, da der Transport des Wirkstoffs rein aktiv erfolgt.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Maleinsäurehydrazid um einen Wachstumsregulator mit einem spezifischen physio-chemischen Eingriff in die Zellteilung handelt, ist das Risiko einer Resistenzbildung bei den Zielkulturen als äußerst gering einzustufen. Dennoch solltest du im Sinne eines integrierten Pflanzenbaus auf eine exakte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und den optimalen Anwendungszeitpunkt achten. Eine Kombination mit mechanischen Maßnahmen und einer optimierten Lagerführung (Temperatur- und CO2-Management) sichert den langfristigen Erfolg und verhindert ungleichmäßige Wirkstoffverteilungen im Erntegut.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Planung von Tankmischungen ist besondere Vorsicht geboten. Fazor benötigt ausreichend Zeit, um vollständig in das Blattgewebe einzudringen. Mische das Produkt daher nicht mit stark laubschädigenden Pflanzenschutzmitteln wie aggressiven Kontaktherbiziden, Krautabtötungsmitteln oder kupferhaltigen Fungiziden, da diese die Transportfähigkeit des Blattes vorzeitig zerstören würden. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich und kann unter ungünstigen Bedingungen zu Phytotoxizität führen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide extrem hartes Wasser, um die Löslichkeit des Granulats nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, konsequent zu tragen. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt solltest du Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer unbedingt vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklassifizierung vorliegt, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden, insbesondere wenn blühende Unkräuter im Unterwuchs vorhanden sind oder die Kultur von Bestäubern besucht wird.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelKeimhemmung0–915 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
SpeisezwiebelKeimhemmung47–484 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
KartoffelKeimhemmung0–915 KILOGRAM_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung in Kartoffeln?

Du solltest Fazor anwenden, wenn die Kartoffeln ihre endgültige Größe nahezu erreicht haben, aber das Laub noch vollkommen grün und assimilationsaktiv ist. Richtwert: Die kleinsten marktfähigen Knollen sollten einen Durchmesser von mindestens 25 mm überschritten haben. Zu frühe Spritzungen können Ertragsverluste verursachen, während zu späte Behandlungen bei beginnender Laubabreife den Wirkstofftransport in die Knollen verhindern.

Wie beeinflusst das Wetter die Wirkung von Fazor nach der Spritzung?

Für eine erfolgreiche Aufnahme benötigt der Wirkstoff eine hohe Luftfeuchtigkeit und moderate Temperaturen (unter 25 °C). Spritze am besten in den kühlen Abendstunden. Nach der Anwendung sollte es für mindestens 24 Stunden trocken bleiben, damit das Maleinsäurehydrazid vollständig vom Laub aufgenommen und in die Knollen oder Zwiebeln transportiert werden kann.

Was muss ich bei der Anwendung in Speisezwiebeln beachten?

In Zwiebeln liegt der optimale Behandlungszeitpunkt, wenn etwa 50 % des Schlots umgeknickt sind, das Laub aber noch deutlich grün ist. Ist das Laub bereits zu stark vertrocknet, kann die Pflanze den Wirkstoff nicht mehr aufnehmen und in die Zwiebel transportieren, was zu einer unzureichenden Keimhemmung im Lager führt.

Kann ich Fazor in Pflanzkartoffeln (Vermehrung) einsetzen?

Nein, du darfst Fazor auf keinen Fall in Vermehrungsbeständen oder bei der Erzeugung von Pflanzgut anwenden. Da der Wirkstoff die Zellteilung dauerhaft blockiert, führt dies bei den geernteten Knollen zu einem vollständigen Keimstopp, wodurch sie als Pflanzkartoffeln unbrauchbar werden.

Wie lange hält die keimhemmende Wirkung im Lager an?

Bei optimaler Aufnahme und Verteilung im Feld bietet Fazor einen Schutz vor Keimung für etwa 6 bis 9 Monate im Lager. Die genaue Dauer hängt stark von den Lagerbedingungen (Temperatur, Belüftung) und der Vitalität der jeweiligen Sorte ab. Bei sehr langer Lagerung kann eine ergänzende Behandlung im Lager notwendig werden.

Wie finde ich heraus, ob Fazor mit meinen aktuellen Fungiziden mischbar ist?

Du kannst die Mischbarkeit direkt in unserer Agronomy-Plattform prüfen oder eine physische Mischprobe in einem kleinen Gefäß ansetzen. Achte darauf, dass Mischungspartner keine schnelle Blattnekrose verursachen, da dies den systemischen Transport von Fazor sofort stoppen würde.