Alle Mittel
Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Fandango

BVL Zul.-Nr. 025315-00

Fandango ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Bayer CropScience, das sich als Standardlösung im professionellen Acker- und Gemüsebau etabliert hat. Die flüssige Formulierung kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreide und Zwiebelgemüse effektiv zu kontrollieren. Durch die ausgewogene Kombination bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl vorbeugenden Schutz als auch kurative Eigenschaften gegen ein breites Spektrum von Schaderregern.

In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Roggen schützt Fandango zuverlässig vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten, darunter Septoria-Arten, Rostpilze und Netzflecken. Im Zwiebelanbau steht die Bekämpfung des Falschen Mehltaus im Fokus. Dank seiner hervorragenden systemischen Verteilung in der Kultur sorgt das Mittel für eine langanhaltende Vitalität und sichert so Ertrag und Qualität der Ernte ab.

Wirkstoffe

Fluoxastrobin
100 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Fandango basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher biochemischer Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Fluoxastrobin gehört zur Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Er greift in die Zellatmung der Pilze ein, indem er den Elektronentransport in den Mitochondrien am Cytochrom-b/c1-Komplex blockiert. Dies führt zu einem raschen Energiemangel und stoppt das Wachstum der Schaderreger bereits in der Keimungs- und frühen Infektionsphase. Der zweite Partner, Prothioconazol, ist ein bewährter Wirkstoff aus der Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Er hemmt die C14-Demethylase im Sterol-Biosyntheseweg der Pilze, was die Struktur und Funktion der Zellmembranen stört. Diese duale Wirkungsweise sorgt nicht nur für eine schnelle kurative Stopp-Wirkung bei bereits bestehenden Infektionen, sondern bietet auch einen langanhaltenden, protektiven Schutzfilm auf und in der Kultur.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von Fandango zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Da das Produkt Wirkstoffe aus zwei verschiedenen FRAC-Klassen (3 und 11) enthält, ist bereits ein eingebautes Risikomanagement gegeben. Dennoch ist es wichtig, die Anzahl der Anwendungen pro Saison zu begrenzen und Fandango im Wechsel mit Fungiziden einzusetzen, die andere Wirkmechanismen aufweisen. Vermeide Solo-Anwendungen von Strobilurinen in derselben Kultur und halte dich stets an die empfohlenen Aufwandmengen, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Fandango zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine Mischungsprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen, um die physikalische Stabilität zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und halte die optimale Wassertemperatur ein. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln kann die Benetzung der Wachsschicht, insbesondere bei Zwiebelkulturen, verbessern, sollte jedoch im Vorfeld auf Kulturverträglichkeit geprüft werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Fandango steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv auf den Flächen fliegen. Bevorzuge Behandlungen in den späten Abendstunden. Um Gewässerorganismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Biotopstrukturen und Oberflächengewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)—1.25 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–611.5 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE—
GersteRhynchosporium secalis25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenRhynchosporium secalis25–611.5 LITER_PER_HECTARE—
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–321.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–321.5 LITER_PER_HECTARE—
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria nodorum25–611.5 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE—
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE—
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken37–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE—
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–321.5 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten61–691.5 LITER_PER_HECTARE—
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Falschen Mehltau in Zwiebeln?

Du solltest die Behandlung vorbeugend starten, sobald die ersten Warnmeldungen des Pflanzenschutzdienstes vorliegen oder feucht-warme Witterungsbedingungen das Infektionsrisiko erhöhen. Achte darauf, die Kultur vor dem eigentlichen Infektionsgeschehen zu schützen, um die systemische Wirkung optimal zu nutzen.

Wie profitiert Getreide vom sogenannten "Greening-Effekt" durch Fandango?

Durch den Wirkstoff Fluoxastrobin wird die physiologische Aktivität der Kultur positiv beeinflusst. Die Blätter bleiben länger grün, die Photosyntheserate wird gesteigert und die Kultur kann Trocken- oder Hitzeperioden besser tolerieren, was sich positiv auf die Kornfüllungsphase auswirkt.

Kann ich Fandango auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, Fandango wirkt bereits bei kühleren Temperaturen ab etwa 8 bis 10 °C zuverlässig, da die Wirkstoffe schnell in die Wachsschicht der Kultur eindringen. Für eine optimale systemische Verteilung im Saftstrom sind jedoch wüchsige Bedingungen von Vorteil.

Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien bei der Anwendung so wichtig?

Die Zulassung definiert genau, in welchen Entwicklungsfenstern (BBCH-Stadien) die Kultur das Pflanzenschutzmittel verträgt und wann die Schaderreger am effektivsten bekämpft werden können. Eine Anwendung außerhalb dieser Stadien kann zu Schäden an der Kultur führen oder ist rechtlich nicht zulässig.

Wie verhalte ich mich, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

Fandango ist dank seiner schnellen Wirkstoffaufnahme bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest. Wenn innerhalb dieses Zeitfensters starker Niederschlag fällt, kann die Wirkung beeinträchtigt werden. Plane deine Behandlung daher idealerweise bei abtrocknenden Beständen und stabilen Wetteraussichten ein.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Produkte für meine Kultur?

Du kannst auf agronomy.farmable.tech ganz einfach über die Filterfunktion deine spezifische Kultur (z. B. Weizen oder Zwiebeln) und den Ziel-Schaderreger auswählen. Das System listet dir dann alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen auf.