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Sonstige · Albaugh TKI d.o.o.

ERGON

BVL Zul.-Nr. 006858-00

ERGON ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Sommerweichweizen und Wintergerste. Das Pflanzenschutzmittel kombiniert zwei bewährte Wirkstoffe aus der Klasse der Sulfonylharnstoffe: Metsulfuron und Thifensulfuron. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung bei der Spritzbrühenbereitung aus.

Dank der ausgewogenen Wirkstoffkombination erfasst ERGON ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Unkrautarten im Nachauflauf. Es wird schnell über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen und in der gesamten Pflanze transportiert. Dies führt zu einem raschen Wachstumsstopp der Unkräuter, gefolgt von typischen Chlorosen und dem vollständigen Absterben innerhalb weniger Wochen.

Wirkstoffe

Metsulfuron
68 g/kg · Wirkstoff
Thifensulfuron
682 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die in ERGON enthaltenen Wirkstoffe Metsulfuron und Thifensulfuron gehören zur HRAC-Gruppe 2 (früher Gruppe B). Ihr biochemischer Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS), welches auch als Acetohydroxsäure-Synthase (AHAS) bekannt ist. Dieses Enzym ist ein Schlüsselregulator bei der Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in Pflanzen. Durch die Blockade der ALS wird die Zellteilung in den meristematischen Geweben der Unkräuter sofort unterbunden. Obwohl die betroffenen Schaderreger kurz nach der Anwendung aufhören zu wachsen und keine Nährstoffkonkurrenz mehr für die Kultur darstellen, zeigt sich das vollständige Absterben der Unkräuter witterungsabhängig erst nach ein bis drei Wochen. Die Selektivität in den zugelassenen Getreidekulturen beruht auf deren Fähigkeit, die Wirkstoffe rasch metabolisch abzubauen.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in ERGON zur HRAC-Gruppe 2 gehören, besteht bei wiederholter Anwendung ein hohes Risiko für die Selektion resistenter Unkrautbiotypen (insbesondere bei Vogelmiere, Kamille oder Windhalm). Um der Entstehung von Resistenzen aktiv vorzubeugen, solltest du ERGON stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements einsetzen. Dies umfasst den Fruchtfolgewechsel, mechanische Maßnahmen sowie den gezielten Wechsel oder die Tankmischung mit Herbiziden, die über einen anderen Wirkungsmechanismus verfügen (wie beispielsweise Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 4 oder 15).

Mischbarkeit & Tankmischung

ERGON ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Stickstoffdüngern mischbar. Bei Tankmischungen mit Gräserherbiziden ist jedoch auf mögliche antagonistische Effekte zu achten, die die Gräserwirkung reduzieren können. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere unter trockenen Bedingungen oder bei einer dickeren Wachsschicht der Unkräuter, kann die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans) sinnvoll sein. Achte stets darauf, die Spritze nach der Anwendung gründlich zu reinigen, um Verschleppungen in nachfolgende, empfindliche Kulturen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ERGON ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz bei der Anmischung, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen an blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden verlegen. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu verhindern, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen einzuhalten und ein direkter Eintrag in Gewässer oder Entwässerungsgräben strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3960 GRAM_PER_HECTARE—
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3970 GRAM_PER_HECTARE—
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3960 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von ERGON im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf, wenn die zweikeimblättrigen Unkräuter klein sind und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium). Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufnahme über das Blatt am effizientesten. Achte darauf, dass deine Kultur das BBCH-Stadium 12 bereits erreicht hat und das Stadium 39 noch nicht überschritten ist.

Wie beeinflusst das Wetter die Wirkung von ERGON nach der Spritzung?

ERGON wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen über 8 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da die Unkräuter dann die Wirkstoffe rasch aufnehmen und transportieren. Bei extremer Trockenheit, Frost oder starkem Temperatursturz direkt nach der Anwendung kann die Wirkung verzögert sein oder nachlassen. Regenfestigkeit ist meist schon 2 Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags gegeben.

Kann ich ERGON auch in einer Tankmischung mit flüssigem AHL ausbringen?

Ja, eine Mischung mit AHL (Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung) ist grundsätzlich möglich, sollte aber nur in verdünnter Form mit Wasser und bei gut abgehärteten Getreidebeständen erfolgen. Vermeide solche Mischungen bei starker Sonneneinstrahlung oder Temperaturen über 20 °C, um Verbrennungen an den Blättern der Kultur zu verhindern. Führe im Zweifel vorab einen kleinen Mischungstest durch.

Was musst du beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von ERGON beachten?

Da Metsulfuron eine gewisse Bodenaktivität und Persistenz aufweist, hängt der sichere Nachbau von der Bodenfeuchtigkeit, dem pH-Wert und der Bodenbearbeitung ab. Nach der normalen Ernte im Herbst können in der Regel Wintergetreide und Raps (nach tiefem Pflügen) gesät werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur solltest du dich genau über die spezifischen Karenzzeiten für empfindliche Kulturen informieren.

Warum ist eine gründliche Spritzenreinigung nach der Anwendung von ERGON so wichtig?

Sulfonylharnstoffe wie Metsulfuron und Thifensulfuron sind bereits in extrem geringen Spuren hochwirksam gegen zweikeimblättrige Pflanzen. Wenn du nach der Getreidebehandlung empfindliche Kulturen wie Rüben, Raps oder Gemüse spritzt, können Reste im Tank schwere Schäden verursachen. Reinige die Spritze daher immer sofort nach der Arbeit gründlich mit einem speziellen Tankreiniger.

Wie erkennst du, ob die Unkräuter auf die Behandlung mit ERGON ansprechen?

Erste Symptome zeigen sich meist nach wenigen Tagen: Das Wachstum der Schaderreger stoppt sofort, wodurch sie keine Konkurrenz mehr für die Kultur darstellen. Danach verfärben sich die Herzblätter und Vegetationspunkte gelblich bis rötlich (Chlorosen und Nekrosen). Das vollständige Absterben der Unkräuter kann je nach Witterung und Wirkstoffaufnahme zwischen 10 und 21 Tagen dauern.