EMCEE
EMCEE ist ein hochkonzentriertes, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur selektiven Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff MCPA bietet dieses Herbizid eine verlässliche Lösung, um den Konkurrenzdruck durch unerwünschte Beikräuter im Frühjahr effektiv auszuschalten. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung bei der Erstellung der Spritzbrühe aus.
Das Pflanzenschutzmittel wird vorwiegend über die Blätter der Schaderreger aufgenommen und systemisch in der gesamten Pflanze verteilt. Dies garantiert eine nachhaltige Wirkung bis in die Wurzelspitzen. Dank seiner Flexibilität lässt sich EMCEE in wichtigen Winter- und Sommergetreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale einsetzen, um die Bestände sauber zu halten und das Ertragspotenzial abzusichern.
Mit einem breiten Anwendungsfenster, das vom Dreiblattstadium bis zum Erscheinen des Fahnenblattes reicht, kannst du die Behandlung optimal an die jeweiligen Witterungsbedingungen und das Auflaufen der Unkräuter anpassen. EMCEE ist somit ein unverzichtbarer Baustein für ein flexibles und wirtschaftliches Unkrautmanagement im professionellen Ackerbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in EMCEE enthaltene Wirkstoff MCPA gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (synthetische Auxine) eingestuft. Er wirkt als Wachstumsregulator und imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über das Laubblatt wird der Wirkstoff akropetal und basipetal in die aktiv wachsenden Gewebe der Unkräuter transportiert. In den empfindlichen zweikeimblättrigen Schaderregern führt die Überkonzentration an synthetischem Auxin zu einer massiven Störung des Hormonhaushalts. Dies löst ein unkontrolliertes, übermäßiges Streckungswachstum aus, das sich optisch durch charakteristische Verkrümmungen (Epinastien) an Stängeln und Blättern äußert. In der Folge bricht das Leitgewebe der Unkräuter zusammen, was schließlich zum vollständigen Absterben der Pflanzen führt. Die selektive Wirkung beruht darauf, dass einkeimblättrige Kulturen wie Getreide den Wirkstoff wesentlich schneller metabolisieren und abbauen können.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, solltest du EMCEE stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Obwohl das Risiko für Wirkstoffe aus der HRAC-Gruppe 4 als vergleichsweise gering eingestuft wird, empfiehlt sich ein regelmäßiger Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. ALS-Inhibitoren). Zudem solltest du pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Unkrautregulierung fest in dein Bewirtschaftungskonzept integrieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
EMCEE ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Vermeide Mischungen mit stark sauren Komponenten und achte auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha, um eine gleichmäßige Benetzung der Unkräuter zu gewährleisten. Die Anwendung sollte nicht unter extremen Stressbedingungen wie anhaltender Trockenheit oder unmittelbar drohenden Nachtfrösten erfolgen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit EMCEE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe) unerlässlich. Da zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern stets Vorsicht geboten ist, solltest du das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Bestände oder an Orten ausbringen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; weiche hierzu vorzugsweise auf die Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, ist eine abdriftmindernde Düsentechnik zu verwenden und die Anwendung nur bei windstillem Wetter durchzuführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von EMCEE, um die beste Wirkung zu erzielen?
Du solltest EMCEE anwenden, wenn sich die Unkräuter im aktiven Wachstum befinden und noch klein sind (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium). Warme, wüchsige Witterung mit Temperaturen über 10 °C begünstigt die Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs im Unkraut, was zu einem schnelleren Absterben führt.
Kann ich EMCEE auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr spritzen?
Bei Temperaturen unter 10 °C verlangsamt sich der Stoffwechsel der Pflanzen deutlich, wodurch die Wirkung von MCPA stark verzögert wird. Warte lieber auf eine milde, frostfreie Periode mit aktiven Wachstumsbedingungen, damit der Wirkstoff optimal aufgenommen und in den Unkräutern verteilt werden kann.
Warum ist EMCEE für Getreidekulturen verträglich, schädigt aber die Unkräuter?
Das liegt an der Selektivität des Wirkstoffs MCPA. Getreidekulturen (Einkeimblättrige) können den Wirkstoff im Vergleich zu zweikeimblättrigen Unkräutern viel schneller abbauen und unschädlich machen. Zudem ist die Aufnahme über die schmalen, aufrechten Getreideblätter geringer als über die breiten Blätter der Unkräuter.
Was muss ich beachten, wenn nach der Anwendung von EMCEE Regen droht?
EMCEE benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig in die Blätter einzudringen. Du solltest darauf achten, dass nach der Behandlung für mindestens 2 bis 4 Stunden trockenes Wetter herrscht, damit der Wirkstoff nicht abgewaschen wird und seine volle Leistung entfalten kann.
Wie kann ich das Risiko von Abdrift auf benachbarte Kulturen minimieren?
Da MCPA hochwirksam gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, können schon geringste Mengen Abdrift empfindliche Nachbarkulturen wie Raps, Rüben oder Gemüse schädigen. Verwende daher stets abdriftmindernde Düsen, halte den Spritzdruck im optimalen Bereich und spritze nur bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s.
Kann ich EMCEE in einer Tankmischung mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ausbringen?
Ja, eine Mischung ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch Vorsicht. Um Verbrennungen an den Getreideblättern zu vermeiden, sollte die Kultur eine stabile Wachsschicht aufweisen und nicht unter Stress (z. B. durch Trockenheit oder Frost) stehen. Führe im Zweifel immer eine kleine Mischprobe durch.