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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

Elanvy

BVL Zul.-Nr. 00B058-00

Elanvy ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von BASF, das speziell für den Schutz von Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Roggen entwickelt wurde. Als modernes, flüssiges Fungizid kombiniert es zwei leistungsstarke Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten effektiv zu bekämpfen. Die Formulierung sorgt für eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine hervorragende Verteilung in der Kultur.

Das Anwendungsspektrum von Elanvy erstreckt sich über wichtige Entwicklungsstadien der Kulturen (BBCH 30 bis 69). Dadurch hast du eine hohe Flexibilität bei der Terminierung deiner Behandlungen, sei es zur Absicherung des Ertrags in der Schossphase oder zum Schutz des Fahnenblattes und der Ähre. Das Mittel erfasst zuverlässig Schaderreger wie Septoria-Blattdürre, DTR-Blattdürre, Netzflecken sowie verschiedene Rostpilze.

Durch die Kombination von systemischen und protektiven Eigenschaften bietet Elanvy sowohl vorbeugenden Schutz als auch kurative Wirkung. Dies sichert die Vitalität deiner Kulturen selbst unter hohem Infektionsdruck und legt den Grundstein für hohe Erträge und eine hervorragende Kornqualität.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
100 g/L · Wirkstoff
Mefentrifluconazole
66.67 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Elanvy basiert auf zwei komplementären biochemischen Mechanismen, die sich ideal ergänzen. Der Wirkstoff Mefentrifluconazole gehört zur Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Er hemmt die C14-Demethylase, ein Schlüsselenzym bei der Biosynthese von Ergosterol, welches ein unverzichtbarer Baustein für die Zellmembranen von Pilzen ist. Ohne Ergosterol bricht die Membranstruktur der Schaderreger zusammen, was das Myzelwachstum stoppt. Azoxystrobin hingegen gehört zur Wirkstoffgruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren / QoI). Dieser Wirkstoff greift in die Atmungskette der Pilzzellen ein, indem er den Elektronentransport am Cytochrom-b-Komplex blockiert. Dadurch wird die ATP-Synthese unterbunden, was den Pilz seiner Energiequelle beraubt. Azoxystrobin wirkt besonders stark auf die Sporenkeimung und verhindert so die Etablierung neuer Infektionen auf der Kultur.

Resistenzmanagement

Um das Risiko von Resistenzbildungen bei wichtigen Schaderregern wie der Septoria-Blattdürre oder der Netzfleckenkrankheit zu minimieren, solltest du Elanvy stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Da das Produkt bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (FRAC 3 und FRAC 11) kombiniert, ist ein integrierter Schutz eingebaut. Dennoch ist es wichtig, dass du Elanvy im Spritzprogramm mit Fungiziden abwechselst, die andere Wirkungsmechanismen aufweisen (z. B. SDHI oder Kontaktwirkstoffe). Halte dich zudem strikt an die empfohlene Aufwandmenge von 1,5 l/ha, um die Selektion widerstandsfähiger Pilzstämme durch Unterdosierung zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Elanvy zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus, die in den zugelassenen Getreidekulturen eingesetzt werden. Wenn du eine Tankmischung ansetzt, befüllst du den Spritztank am besten zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser, startest das Rührwerk und gibst die Produkte nacheinander hinzu. Bei der Kombination mit Wachstumsreglern solltest du die aktuellen Witterungsbedingungen genau im Blick behalten: Vermeide Mischungen bei starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kulturen unter Trocken- oder Froststress stehen, um das Risiko von Blattschäden zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Elanvy steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage während der gesamten Handhabung und Ausbringung die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern darauf verzichten, das Mittel auf blühende Kulturen oder blühende Unkräuter auszubringen; verlege die Behandlung stattdessen in die späten Abendstunden, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, ist die Anwendung mit abdriftmindernder Düsentechnik durchzuführen, wobei die gesetzlichen Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern einzuhalten sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenRhynchosporium secalis30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteRhynchosporium secalis30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Elanvy?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt zwischen dem Beginn des Schossens und dem Ende der Blüte (BBCH 30–69). Für einen maximalen Bekämpfungserfolg solltest du Elanvy präventiv bei erster Infektionsgefahr oder unmittelbar bei den allerersten sichtbaren Symptomen der Schaderreger ausbringen.

Kann ich Elanvy auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen spritzen?

Ja, dank des enthaltenen Wirkstoffs Mefentrifluconazole ist Elanvy sehr temperaturstabil und zeigt auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr eine schnelle und zuverlässige Wirkung. Vermeide jedoch Anwendungen bei Frost oder extremen Tagestemperaturen über 25 °C.

Welche Wartezeit muss ich vor der Ernte einhalten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit (PHI) für Elanvy beträgt in allen zugelassenen Getreidekulturen einheitlich 35 Tage. Achte darauf, diesen Mindestabstand zwischen der letzten Behandlung und dem Druschtermin exakt einzuhalten.

Hilft Elanvy auch gegen die Sprenkelkrankheit (Ramularia) in Gerste?

Ja, Elanvy ist offiziell gegen die Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) in Gerste zugelassen. Da dieser Erreger zunehmend Resistenzen gegen ältere Wirkstoffe zeigt, profitierst du hier besonders von der modernen Triazol-Komponente Mefentrifluconazole.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere passende Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst auf unserer Plattform ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Weizen oder Gerste) filtern und dir alle dafür registrierten Produkte anzeigen lassen. Zudem kannst du die Suche nach bestimmten Schaderregern eingrenzen, um gezielt Wirkstoffe für dein Resistenzmanagement zu vergleichen.