Dugara
Dugara ist ein hochwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in Wintergetreide. Als flüssige Formulierung (Suspensionskonzentrat) lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und ausbringen. Es ist speziell für den Einsatz im Herbst konzipiert, um junge Kulturen bereits in der kritischen Auflaufphase vor starker Unkrautkonkurrenz zu schützen.
Das Wirkungsspektrum von Dugara umfasst bedeutende Schaderreger wie den Gemeinen Windhalm, das Einjährige Rispengras sowie eine Vielzahl wirtschaftlich relevanter, einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die Zulassung in wichtigen Winterkulturen wie Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale, Dinkel und Hartweizen bietet das Produkt eine flexible Lösung für vielseitige Fruchtfolgen.
Die Anwendung erfolgt im frühen Entwicklungsstadium der Kulturen vom Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH 00 bis 13). Dies ermöglicht es dir, die Unkrautkonkurrenz frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial deiner Bestände von Anfang an abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Herbizidwirkung von Dugara basiert auf der Kombination der beiden aktiven Wirkstoffe Aclonifen und Diflufenican, die sich in ihren biochemischen Angriffspunkten ideal ergänzen. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 und blockiert die Phytoendesaturase (PDS), ein Schlüsselenzym bei der Biosynthese von Carotinoiden. Dies führt bei empfindlichen Unkräutern zu einer Zerstörung des Chlorophylls durch Licht und äußert sich in charakteristischen Bleichsymptomen (White-out-Effekt). Aclonifen ist in die HRAC-Gruppe 32 eingeordnet und wirkt ebenfalls als Bleichmittel, greift jedoch an einer anderen Stelle der Carotinoid- und Chlorophyllsynthese an. Beide Wirkstoffe werden hauptsächlich über die Keimscheide (Koleoptile) und das Hypokotyl der auflaufenden Unkräuter aufgenommen. Sie bilden nach der Anwendung einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger beim Durchstoßen der Bodenschicht erfasst und zum schnellen Absterben führt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Herbizidresistenzen aktiv vorzubeugen, kombiniert Dugara zwei Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Gruppen (12 und 32) mit verschiedenen Wirkmechanismen. Diese Kombination minimiert das Risiko, dass selektierte, resistente Biotypen von Schaderregern wie dem Gemeinen Windhalm überleben. Du solltest Dugara im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen, das einen regelmäßigen Wechsel mit Wirkstoffen anderer HRAC-Klassen (z. B. ALS-Inhibitoren im Frühjahr) sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung umfasst.
Mischbarkeit & Tankmischung
Dugara ist im Allgemeinen gut verträglich und kann mit gängigen Herbstherbiziden gemischt werden, um das Wirkungsspektrum bei Bedarf gezielt zu erweitern. Vor dem Ansetzen einer Tankmischung wird jedoch empfohlen, eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte darauf, den Spritztank vor der Zugabe von Dugara mindestens zur Hälfte mit Wasser zu füllen und das Rührwerk während des gesamten Misch- und Spritzvorgangs eingeschaltet zu lassen. Vermeide Mischungen mit konzentrierten Flüssigdüngern oder starken Netzmitteln, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Dugara ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht auf blühende Kulturen oder Unkräuter ausrichten und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug stattfindet. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind abdriftmindernde Düsen zu verwenden und die allgemeinen Abstandsregelungen zu Gewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterdinkel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.625 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.625 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.625 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterdinkel | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterdinkel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterdinkel | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.625 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.625 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.625 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Dugara im Herbst?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH 00 bis 13). Ideal ist eine Behandlung direkt nach der Saat auf feuchten Boden, da die Wirkstoffe einen stabilen Film auf der Bodenoberfläche bilden, den die keimenden Unkräuter beim Durchstoßen aufnehmen.
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Dugara?
Da Dugara stark über den Boden wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach sehr vorteilhaft. Sie sorgt dafür, dass die Wirkstoffe im Boden mobilisiert und von den keimenden Schaderregern optimal aufgenommen werden. Auf extrem ausgetrockneten Böden kann die Wirkung verzögert einsetzen.
Kann ich Dugara in allen meinen Wintergetreidekulturen einsetzen?
Ja, Dugara ist für die wichtigsten Wintergetreidearten zugelassen. Dazu gehören Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Dinkel und Hartweizen. Achte darauf, die zugelassenen Aufwandmengen je nach Kultur und spezifischem Schaderregerdruck anzupassen.
Warum ist die Kombination aus Aclonifen und Diflufenican so vorteilhaft für das Resistenzmanagement?
Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen 12 und 32) blockiert Dugara die Unkrautentwicklung an verschiedenen biochemischen Stellen. Dies erschwert es Schaderregern wie dem Gemeinen Windhalm erheblich, Resistenzen zu entwickeln, und sichert die langfristige Wirksamkeit deiner Herbizidstrategie.
Was muss ich beim Ansetzen der Spritzbrühe mit Dugara beachten?
Befülle den Spritztank zunächst zu mindestens der Hälfte mit klarem Wasser und schalte das Rührwerk ein. Gib dann die erforderliche Menge Dugara langsam hinzu, um eine gleichmäßige Suspension zu gewährleisten. Wenn du Mischungspartner verwendest, füge diese nacheinander hinzu und appliziere die Brühe zeitnah nach dem Ansetzen.
Wie verhalte ich mich bezüglich des Bienenschutzes bei der Anwendung?
Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du vorsorglich allgemeine Schutzmaßnahmen ergreifen. Vermeide die Anwendung auf blühenden Unkräutern oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, und verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden.