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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

Dragster

BVL Zul.-Nr. 00A802-00

Dragster ist ein leistungsstarkes, selektives Herbizid von Corteva Agriscience, das speziell für den Nachauflauf-Einsatz in Mais (Zea mays) entwickelt wurde. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei hochwirksame Sulfonylharnstoffe mit einem modernen Safener. Dadurch wird eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig kompromissloser Wirkung gegen ein breites Spektrum an Schaderregern erzielt.

Das primäre Einsatzgebiet von Dragster liegt in der Bekämpfung von einjährigen ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie der hartnäckigen Gemeinen Quecke. Durch die flexible Anwendung im frühen bis mittleren Nachauflauf (BBCH-Stadium 11 bis 18) kannst du das Mittel optimal an die aktuelle Unkrautsituation auf deinen Schlägen anpassen. Es besetzt eine wichtige Position im modernen Maisanbau, um Ertragsverluste durch frühe Verunkrautung effektiv zu verhindern.

Wirkstoffe

Isoxadifen
111.11 g/kg · Safener
Rimsulfuron
148.15 g/kg · Wirkstoff
Thifensulfuron
92.6 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die beiden aktiven Wirkstoffe Rimsulfuron und Thifensulfuron gehören zur HRAC-Gruppe B (ALS-Inhibitoren). Sie blockieren das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich ist. Nach der Aufnahme über das Blatt und die Wurzel wird der Wirkstoff rasch in die Meristeme transportiert. Der Wachstumsstopp der empfindlichen Schaderreger erfolgt innerhalb weniger Stunden, gefolgt von typischen Chlorosen und dem Absterben des Gewebes nach einigen Tagen bis Wochen. Um die Kultur Mais vor phytotoxischen Schäden zu schützen, enthält Dragster den Safener Isoxadifen. Dieser beschleunigt selektiv den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in den Maispflanzen durch die Aktivierung pflanzeneigener Entgiftungsenzyme (wie Cytochrom-P450-Monooxygenasen). In den Zielunkräutern findet dieser beschleunigte Abbau nicht statt, wodurch die selektive Herbizidwirkung voll erhalten bleibt.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in Dragster zur HRAC-Gruppe B gehören, besteht ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei wiederholter Anwendung auf derselben Fläche. Um der Resistenzbildung vorzubeugen, solltest du Dragster stets in eine weite Fruchtfolge integrieren und mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen abwechseln oder kombinieren. Achte zudem darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, und berücksichtige auch mechanische Bekämpfungsmaßnahmen im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes.

Mischbarkeit & Tankmischung

Dragster lässt sich für ein erweitertes Wirkungsspektrum hervorragend mit anderen Maisherbiziden mischen. Da Sulfonylharnstoffe für eine optimale Blattaufnahme auf eine gute Benetzung angewiesen sind, wird die Zugabe eines zugelassenen, nicht-ionischen Netzmittels (Adjuvans) dringend empfohlen, sofern dieses nicht bereits in einer Mischkomponente enthalten ist. Vermeide Tankmischungen mit organischen Phosphor-Insektiziden, da diese den Safener-Effekt beeinträchtigen und zu Schäden an der Kultur führen können. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und spritze vorzugsweise bei windstillem, wüchsigem Wetter.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Dragster ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; behandle vorzugsweise in den Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug. Um Einträge in Oberflächengewässer und Nichtzielbiotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen und Gewässerabstände strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisGemeine Quecke, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter11–1867.5 GRAM_PER_HECTARE—
MaisGemeine Quecke, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter11–1885 GRAM_PER_HECTARE—
MaisGemeine Quecke, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter11–18135 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Dragster im Mais?

Der beste Behandlungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kultur zwischen den BBCH-Stadien 11 und 18 (1- bis 8-Blattstadium des Maises). Für eine maximale Wirkung sollten sich die Zielunkräuter im aktiven Wachstum befinden und idealerweise das Keimblatt- bis 4-Blattstadium erreicht haben. Bei der Gemeinen Quecke erzielst du die besten Ergebnisse, wenn diese eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 15 cm aufweist.

Warum ist in Dragster ein Safener enthalten und wie wirkt dieser?

Der enthaltene Safener Isoxadifen schützt deine Maiskultur vor herbizidbedingtem Stress. Er regt in den Maispflanzen die Produktion von Enzymen an, die die Wirkstoffe Rimsulfuron und Thifensulfuron schnell abbauen und unschädlich machen. Da dieser Entgiftungsmechanismus in den Unkräutern und Ungräsern fehlt, sterben diese ab, während dein Mais unbeschadet weiterwächst.

Kann ich Dragster bei extremen Wetterbedingungen spritzen?

Nein, du solltest extreme Bedingungen vermeiden. Spritze Dragster nicht bei starker Hitze (über 25 °C), intensiver Sonneneinstrahlung oder wenn Frost droht. Auch wenn die Kultur unter Stress steht – etwa durch anhaltende Trockenheit, Staunässe oder Nährstoffmangel – solltest du die Behandlung verschieben, da die Kulturverträglichkeit trotz Safener beeinträchtigt werden kann. Optimal ist mildes, wüchsiges Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Benötige ich für die Anwendung von Dragster zwingend ein Zusatzmittel (Adjuvans)?

Ja, die Zugabe eines geeigneten Netzmittels wird dringend empfohlen, um die Benetzung der Unkrautblätter zu verbessern und das Eindringen der Wirkstoffe durch die Wachsschicht zu erleichtern. Dies gilt besonders bei trockener Witterung oder wenn die Unkräuter bereits eine stärkere Wachsschicht ausgebildet haben. Achte bei Mischungen mit anderen Herbiziden darauf, ob diese bereits Formulierungshilfsstoffe enthalten.

Wie verhindere ich eine Resistenzbildung bei den Unkräutern auf meinen Flächen?

Da Dragster auf ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe B) basiert, solltest du dieses Wirkungsprinzip nicht dauerhaft solo einsetzen. Kombiniere Dragster in der Spritzfolge oder als Tankmischung mit Partnern aus anderen HRAC-Klassen (z. B. Bodenherbiziden oder Triketonen). Zudem hilft eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und der gezielte Einsatz mechanischer Unkrautbekämpfung, den Selektionsdruck zu minimieren.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere passende Mischpartner für Dragster?

Du kannst auf unserer Plattform gezielt nach der Kultur Mais (ZEAMX) filtern und dir alle für diese Kultur zugelassenen Pflanzenschutzmittel anzeigen lassen. Nutze die Filterfunktion für Wirkstoffklassen (HRAC), um gezielt Partnerprodukte mit anderen Wirkmechanismen zu finden, die sich für eine Tankmischung oder Spritzfolge eignen, um dein Resistenzmanagement zu optimieren.