Doraltes 100 FS
Doraltes 100 FS von INNVIGO ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Formulierungstyp FS – fließfähiges Konzentrat für die Saatgutbehandlung). Basierend auf dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol bietet dieses Beizmittel einen zuverlässigen Schutz für keimende Kulturen gegen ein breites Spektrum an samen- und bodenbürtigen Pilzkrankheiten. Durch die direkte Applikation am Saatgut wird die junge Kultur in der kritischen Phase des Auflaufens geschützt, was die Basis für einen vitalen und ertragreichen Bestand legt.
Als systemisches Fungizid dringt der Wirkstoff nach der Keimung in den Keimling ein und verteilt sich akropetal. Dies sorgt für einen langanhaltenden Schutz vor frühen Infektionen, noch bevor erste Symptome auf dem Feld sichtbar werden. Doraltes 100 FS etabliert sich damit als wirtschaftliche und effiziente Lösung im modernen, integrierten Pflanzenschutz, die gezielt dort wirkt, wo der Schutz am dringendsten benötigt wird.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Doraltes 100 FS enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb des FRAC-Codes in die Gruppe 3 (G1) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase (DMI) im Biosyntheseweg des Ergosterols. Ergosterol ist ein essenzieller Bestandteil der pilzlichen Zellmembran; ohne diesen Baustein verliert die Membran ihre Stabilität und Selektivität, was letztlich zum Absterben des pathogenen Pilzes führt. Da Prothioconazol systemische Eigenschaften besitzt, wird es nach der Keimung über die Wurzeln aufgenommen und in die heranwachsenden Pflanzenteile transportiert. Dies gewährleistet, dass nicht nur das Saatgut selbst, sondern auch die junge, sich entwickelnde Kultur in den ersten BBCH-Stadien effektiv vor einer Infektion geschützt ist.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen den Wirkstoff Prothioconazol (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Da DMIs ein mittleres Resistenzrisiko aufweisen, ist es ratsam, im weiteren Vegetationsverlauf Fungizide mit anderen Wirkungsmechanismen einzusetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen von Wirkstoffen aus derselben FRAC-Klasse in der Spritzfolge und achte darauf, die empfohlenen Aufwandmengen stets voll auszuschöpfen, um die Selektion widerstandsfähiger Schaderreger-Stämme zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Anwendung von Doraltes 100 FS im Beizverfahren ist die physikalische und biologische Verträglichkeit mit anderen Beizmitteln, wie beispielsweise insektiziden Beizen oder Mikronährstoffen, ein entscheidender Faktor. Mischungen sollten stets vorab in kleinen Mengen auf ihre Homogenität und Fließfähigkeit geprüft werden. Achte darauf, dass die Beizbrühe gleichmäßig aufgetragen wird und das Saatgut vor der Aussaat vollständig abtrocknet, um Verklebungen in der Sämaschine zu vermeiden. Die Qualität des verwendeten Wassers und eine präzise Kalibrierung der Beizanlage sind für ein optimales Ergebnis unerlässlich.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Doraltes 100 FS und dem gebeizten Saatgut steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Trage während des Beizvorgangs und beim Absacken des Saatguts stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen, Schutzanzug und Atemschutz. Um Nichtzielorganismen und die Umwelt zu schonen, sollte Staubentwicklung beim Befüllen der Sämaschine und während der Aussaat minimiert werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du generell darauf achten, dass kein gebeiztes Saatgut offen auf dem Feld liegen bleibt, um Vögel und Kleinsäuger zu schützen, und Behandlungen nicht in der Nähe von blühenden Beständen oder aktiven Bienenflügen durchzuführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt Doraltes 100 FS als Beizmittel auf die Keimfähigkeit des Saatguts?
Bei sachgemäßer Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen hat Doraltes 100 FS keinen negativen Einfluss auf die Keimfähigkeit deines Saatguts. Im Gegenteil: Durch den Schutz vor bodenbürtigen Schaderregern wird ein gleichmäßiger und vitaler Feldaufgang gefördert.
Worauf musst du bei der Aussaat von mit Doraltes 100 FS behandeltem Saatgut achten?
Achte darauf, dass das gebeizte Saatgut vollständig in den Boden eingebracht wird, um eine Aufnahme durch Vögel oder Wildtiere zu verhindern. Verwende moderne Sämaschinen mit Abdriftminderungskits, um den Abrieb und die Staubentwicklung während des Säens so gering wie möglich zu halten.
Kann ich Doraltes 100 FS mit flüssigen Mikronährstoffen beim Beizen mischen?
Ja, eine Mischung mit gängigen Mikronährstoffbeizen ist häufig möglich. Du solltest jedoch vorab immer einen Mischungstest im kleinen Maßstab durchführen, um sicherzustellen, dass keine Ausfällungen entstehen und die Fließfähigkeit des Saatguts in der Sämaschine nicht beeinträchtigt wird.
Wie lagere ich Saatgut, das mit Doraltes 100 FS behandelt wurde, richtig?
Lagere das behandelte Saatgut an einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort, der für Unbefugte, Kinder und Tiere unzugänglich ist. Schütze die Säcke vor direkter Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit, um die Qualität des Beizfilms und die Keimfähigkeit zu erhalten.
Warum ist die systemische Wirkung von Prothioconazol bei einer Beize so wichtig?
Die systemische Wirkung sorgt dafür, dass der Wirkstoff nach der Keimung von den Wurzeln aufgenommen und in die jungen Blätter transportiert wird. Dadurch ist deine Kultur auch in den ersten kritischen BBCH-Stadien nach dem Auflaufen vor Infektionen geschützt, die über den Boden oder den Wind herangetragen werden.
Wie finde ich heraus, ob Doraltes 100 FS für meine spezifische Kultur in Deutschland zugelassen ist?
Da die Zulassungen je nach Kultur variieren können, solltest du die aktuelle Zulassungsdatenbank des BVL oder die detaillierten Produktangaben auf agronomy.farmable.tech prüfen. Dort siehst du genau, für welche Kulturen und Schaderreger das Pflanzenschutzmittel aktuell registriert ist.