DIOPYR
DIOPYR ist ein hochspezialisiertes Fungizid zur gezielten Bekämpfung von Echtem Mehltau (Erysiphe graminis) in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste und Sommergerste. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel präzise dosieren und zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche aus. Es bietet Landwirten eine verlässliche Lösung, um den Ertrag und die Kornqualität in kritischen Wachstumsphasen abzusichern.
Der enthaltene Wirkstoff Pyriofenone gehört zur chemischen Klasse der Arylphenylketone. Neben seinen exzellenten präventiven Eigenschaften verfügt DIOPYR über eine ausgeprägte Dampfphase-Aktivität (Gasphase-Effekt). Dies ermöglicht eine kontinuierliche Umverteilung des Wirkstoffs im Pflanzenbestand, wodurch auch neu zuwachsende Pflanzenteile und dicht belaubte Bereiche, die vom Spritzstrahl nicht direkt getroffen wurden, geschützt werden.
Mit einem breiten Zulassungsfenster von BBCH 31 (Schossen) bis BBCH 65 (Vollblüte) lässt sich DIOPYR flexibel in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es schützt die ertragsrelevanten oberen Laubblätter sowie die Ähre vor frühem Befall und sichert so die photosynthetische Leistungsfähigkeit der Kultur bis zur Abreife.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in DIOPYR enthaltene Wirkstoff Pyriofenone ist in die FRAC-Gruppe 50 (ehemals U8) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Appressorienbildung und der Penetration des Pilzes in das Pflanzengewebe. Pyriofenone greift gezielt in die biosynthetischen Prozesse der Zellwandbildung und die Organisation von aktinähnlichen Proteinen des Schaderregers ein, wodurch das Wachstum der Keimschläuche und die Etablierung von Infektionsstrukturen blockiert werden. Da der Wirkstoff translaminar verlagert wird, dringt er nach der Applikation in das Blattgewebe ein und schützt somit auch die Blattunterseite. Die zusätzliche Umverteilung über die Gasphase sorgt für einen lückenlosen Schutzfilm im gesamten Mikroklima des Getreidebestandes, was die Sporenkeimung des Echten Mehltaus bereits vor dem Eindringen in die Kultur effektiv unterbindet.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei Echtem Mehltau (Erysiphe graminis) aktiv vorzubeugen, solltest du DIOPYR stets im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements einsetzen. Da Pyriofenone der FRAC-Gruppe 50 angehört, ist es ratsam, dieses Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen anzuwenden – beispielsweise mit Triazolen (DMI, FRAC 3), Carboxamiden (SDHI, FRAC 7) oder Strobilurinen (QoI, FRAC 11). Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen derselben Gruppe in einer Saison, um den Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
DIOPYR ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich problemlos mit vielen gängigen Getreidefungiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern in Tankmischung ausbringen. Bei der Erstellung von Mischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge von 150 bis 300 l/ha, um eine homogene Benetzung zu garantieren, und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder Frostgefahr.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit DIOPYR ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug) für den Anwender obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in aktiv von Bienen beflogene Bestände oder blühende Unkräuter legen; Behandlungen in den späten Abendstunden sind hierbei besonders zu empfehlen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommergerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 31–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 31–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 31–65 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist für dich der beste Zeitpunkt, um DIOPYR gegen Echten Mehltau einzusetzen?
Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt präventiv bei den ersten Anzeichen von Infektionsdruck oder bei Warndienstaufrufen, meist im Zeitraum vom Schossen (BBCH 31) bis zum Ährenschieben (BBCH 59). Durch den vorbeugenden Einsatz verhinderst du, dass sich der Schaderreger im Bestand etabliert.
Wie nutzt du den Gasphase-Effekt von DIOPYR in der Praxis optimal aus?
Der Wirkstoff Pyriofenone verteilt sich nach der Spritzung über die Gasphase im Pflanzenbestand. Um diesen Effekt zu maximieren, solltest du die Anwendung bei milden, windstillen Bedingungen und ausreichender Luftfeuchtigkeit durchführen, damit sich der Wirkstoff gleichmäßig auf unbehandelten Pflanzenteilen absetzen kann.
Kannst du DIOPYR mit Wachstumsreglern in einer Tankmischung kombinieren?
Ja, DIOPYR ist mit den meisten gängigen Wachstumsreglern mischbar. Achte darauf, die Mischungspartner nacheinander im fast vollständig gefüllten Spritztank aufzulösen und die Spritzbrühe während des gesamten Vorgangs kontinuierlich zu rühren, um Ausfällungen zu vermeiden.
Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Mehltau-Bekämpfung für dich so wichtig?
Echter Mehltau besitzt ein hohes Risiko für schnelle Resistenzentwicklungen. Da DIOPYR zur FRAC-Gruppe 50 gehört, hilft dir der gezielte Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen (wie SDHIs oder Azolen), die Wirksamkeit dieses hochspezifischen Mittels langfristig zu sichern und Selektionsdruck zu vermeiden.
Was musst du bei der Anwendung von DIOPYR bezüglich des Bienenschutzes beachten?
Auch ohne explizite Einstufung solltest du im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes darauf achten, das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Kulturen oder Unkräuter auszubringen, wenn Bienen aktiv fliegen. Verlege die Behandlung am besten in die späten Abendstunden, um Risiken für Bestäuber zu minimieren.
Wie verhält sich DIOPYR bei Regen kurz nach der Anwendung?
DIOPYR wird schnell von der Wachsschicht der Blätter aufgenommen. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern vollständig angetrocknet ist (in der Regel nach etwa 1 bis 2 Stunden), ist das Mittel regenfest, sodass du auch bei wechselhafter Witterung eine sichere Wirkung erwarten kannst.