DELU Wühlmausgas
DELU Wühlmausgas von der Detia Freyberg GmbH ist ein bewährtes, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Vertreibung von Wühlmäusen. Es basiert auf dem Wirkstoff Calciumcarbid und wird als festes, gebrauchsfertiges Granulat direkt in die unterirdischen Gangsysteme der Schaderreger eingebracht. Diese Form der Anwendung schont die oberirdischen Kulturen und ermöglicht eine hochpräzise Platzierung direkt am Schadort.
Da das Produkt seine Wirkung gasförmig im Boden entfaltet, dringt es selbst in weitverzweigte und tiefe Gangsysteme vor. Es eignet sich hervorragend für den Einsatz auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, im Obstbau sowie auf Wiesen und Weiden, um empfindliche Wurzeln vor dem gefürchteten Loch- und Fraßfraß der Nagetiere zu schützen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biochemische Wirkungsweise von DELU Wühlmausgas beruht auf einer kontrollierten chemischen Reaktion im Boden. Sobald das feste Calciumcarbid mit der natürlichen Bodenfeuchtigkeit in Kontakt kommt, setzt ein Hydrolyseprozess ein. Bei dieser Reaktion entsteht gasförmiges Acetylengas (Ethyn), das sich aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften rasch im gesamten Gangsystem der Schaderreger ausbreitet. Zusätzlich entstehen bei der Reaktion charakteristische, intensiv riechende Begleitgase wie Phosphorwasserstoff und Schwefelwasserstoff. Diese Gasmischung wirkt extrem abstoßend auf die hochempfindlichen Sinnesorgane der Wühlmäuse. Die Tiere meiden die begasten Bereiche sofort und nachhaltig, was zu einer schnellen und dauerhaften Abwanderung aus dem behandelten Areal führt.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Calciumcarbid um einen anorganischen Wirkstoff mit einer rein physikalisch-chemischen Vergrämungswirkung handelt, ist die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielorganismen biologisch ausgeschlossen. Ein klassisches Resistenzmanagement im Sinne von Wirkstoffwechseln nach HRAC-, IRAC- oder FRAC-Klassifikationen ist daher nicht erforderlich. Um einen langfristigen Bekämpfungserfolg zu sichern, empfiehlt es sich jedoch, die Anwendung im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzes mit mechanischen Methoden wie dem Aufstellen von Wühlmausfallen zu kombinieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Aufgrund der speziellen festen Formulierung und der unterirdischen Ausbringungsmethode ist eine Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln technisch ausgeschlossen und strengstens untersagt. Das Granulat darf niemals mit Wasser oder flüssigen Formulierungen in einer Spritze oder einem Behälter vermischt werden, da dies zu einer schlagartigen, unkontrollierten Gasentwicklung und akuter Explosionsgefahr führt. Die Anwendung erfolgt ausschließlich als Solobehandlung direkt im Boden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit DELU Wühlmausgas steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Da das Produkt bei Kontakt mit Feuchtigkeit hochentzündliche Gase freisetzt, musst du bei der Ausbringung unbedingt absolut trockene Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille tragen. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten ausgewiesen ist, solltest du dennoch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen beachten: Vermeide die Ausbringung in unmittelbarer Nähe von offenen Gewässern und stelle sicher, dass das Gas nicht in Drainagesysteme entweicht, um aquatische Organismen im Bodenbereich zu schützen. Durch die rein unterirdische Anwendung ist das Risiko für oberirdische Bestäuber und Nützlinge bei sachgerechter Anwendung minimal.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie erkennst du, ob ein Wühlmausgang aktiv bewohnt ist, bevor du das Gas anwendest?
Führe vor der Behandlung die sogenannte 'Verwühlprobe' durch. Öffne dazu einen Gang auf einer Länge von etwa 30 cm. Wenn die Wühlmäuse den Gang innerhalb weniger Stunden wieder mit Erde verschließen, ist der Gang aktiv bewohnt und eine Behandlung mit DELU Wühlmausgas ist an dieser Stelle erfolgversprechend.
Welcher Zeitpunkt im Jahr ist für die Behandlung am besten geeignet?
Die besten Behandlungszeiträume liegen im zeitigen Frühjahr vor Beginn der Fortpflanzungsphase der Nagetiere sowie im späten Herbst, wenn die natürliche Nahrung knapp wird. Achte darauf, dass der Boden zu diesen Zeiten weder gefroren noch extrem ausgetrocknet ist.
Wie gehst du beim Einbringen des Granulats in den Boden praktisch vor?
Lege die Gänge vorsichtig frei, gib die empfohlene Menge des Granulats tief in die Öffnung und verschließe das Loch sofort wieder luftdicht. Verwende dazu am besten ein passendes Rasenstück, ein Brett oder eine Gehwegplatte und decke es mit Erde ab, damit das entstehende Gas nicht nach oben entweicht, sondern im Gangsystem bleibt.
Was musst du tun, wenn der Boden während der geplanten Anwendung extrem trocken ist?
Da Calciumcarbid Feuchtigkeit benötigt, um das wirksame Gas freizusetzen, verzögert sich die Wirkung in sehr trockenen Böden. Du kannst in diesem Fall die Erde direkt um die verschlossene Behandlungsstelle herum leicht anfeuchten, um die chemische Reaktion anzustoßen. Gieße jedoch niemals Wasser direkt auf das offene Granulat.
Wie unterscheidest du die Hügel von Wühlmäusen von denen des geschützten Maulwurfs?
Wühlmaushügel sind meist flach, unregelmäßig geformt und enthalten oft Pflanzenreste; der Gang mündet flach und seitlich versetzt unter dem Hügel. Maulwurfshügel hingegen sind hoch, kreisrund und der Gang führt senkrecht nach unten. Da der Maulwurf unter Naturschutz steht, darfst du DELU Wühlmausgas ausschließlich gegen Wühlmäuse einsetzen.
Kannst du das Wühlmausgas auch bei Frost oder Schnee anwenden?
Eine Anwendung bei gefrorenem Boden ist nicht zu empfehlen. Zum einen ist die für die Reaktion notwendige Bodenfeuchtigkeit als Eis gebunden, zum anderen kann das Gas im harten, gefrorenen Boden nicht optimal expandieren. Warte mit der Behandlung, bis der Boden frostfrei und leicht feucht ist.