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Sonstige · Detia Freyberg GmbH

DEGESCH-PLATE

BVL Zul.-Nr. 042688-00

DEGESCH-PLATE ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Begasung im Vorratsschutz, hergestellt von der Detia Freyberg GmbH. Das Produkt basiert auf Platten, die einzeln in gasdichten Folien verpackt sind und nach dem Auspacken kontrolliert Phosphorwasserstoff (Phosphin) freisetzen. Diese Formulierung eignet sich besonders für die Behandlung von verpackten Waren, Getreide, Tabak und anderen gelagerten Gütern sowie zur Raumdesinfektion in Silos, Lagerräumen und Containern.

Durch die kontrollierte Ausgasung bietet DEGESCH-PLATE eine hervorragende Tiefenwirkung, die selbst schwer zugängliche Schaderreger in allen Entwicklungsstadien – vom Ei bis zum adulten Insekt – zuverlässig erfasst. Da die Platten nach der Anwendung rückstandsfrei und einfach wieder entfernt werden können, ist dieses Verfahren im professionellen Vorratsschutz besonders geschätzt und etabliert.

Wirkstoffe

Magnesiumphosphid
560 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Magnesiumphosphid reagiert nach dem Kontakt mit der natürlichen Luftfeuchtigkeit und setzt dabei das hochwirksame Gas Phosphorwasserstoff (Phosphin, PH3) frei. Im Vergleich zu Aluminiumphosphid reagiert Magnesiumphosphid deutlich schneller und gibt das Gas auch bei niedrigeren Temperaturen und geringerer Luftfeuchtigkeit rascher ab, was die Behandlungszeit verkürzen kann. Auf biochemischer Ebene wirkt das freigesetzte Phosphin als starkes Atmungsgift. Es blockiert die Cytochrom-c-Oxidase in der mitochondrialen Atmungskette der Schaderreger. Dies führt zu einer sofortigen Unterbrechung der zellulären Energieproduktion (ATP-Synthese) und führt letztlich zum Absterben der Zielorganismen in allen Lebensstadien.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei Vorratsschädlingen entgegenzuwirken, ist eine absolut gasdichte Abdichtung des Behandlungsraums zwingend erforderlich. Nur wenn die notwendige Gaskonzentration über den gesamten vorgeschriebenen Zeitraum aufrechterhalten wird, sterben auch tolerantere Stadien sicher ab. Unzureichende Konzentrationen begünstigen die Selektion resistenter Populationen. Ergänzend solltest du mechanische Reinigungsmaßnahmen, thermische Verfahren oder den Wechsel zu anderen Wirkstoffklassen in dein Hygienekonzept integrieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Formulierung als feste Begasungsplatte ist eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Additiven ausgeschlossen und strengstens untersagt. DEGESCH-PLATE wird ausschließlich als Soloprodukt im trockenen Verfahren angewendet. Achte darauf, dass die Platten niemals in direkten Kontakt mit Wasser oder flüssigen Stoffen kommen, da dies zu einer schlagartigen, gefährlichen Gasentwicklung führen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Da beim Einsatz von DEGESCH-PLATE hochgiftiges Phosphingas entsteht, steht der Anwenderschutz an oberster Stelle. Die Anwendung darf nur von sachkundigen Personen mit speziellem Begasungsschein unter Verwendung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (vollwertiger Atemschutz mit Gasfilter, Gaswarngeräte) durchgeführt werden. Nach der Behandlung muss der Raum gründlich belüftet und freigemessen werden, bevor er wieder betreten werden darf. Da das Mittel in geschlossenen, gasdichten Räumen angewendet wird, besteht bei sachgemäßer Anwendung kein direktes Risiko für Bienen oder andere Nichtzielorganismen im Freiland; dennoch ist jegliche Freisetzung in die Umwelt strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
—Allgemein—0 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Gasfreisetzung bei der DEGESCH-PLATE genau?

Sobald du die Platten aus ihrer gasdichten Schutzverpackung entnimmst, reagiert das enthaltene Magnesiumphosphid mit der Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft. Dadurch wird das gasförmige Phosphin kontinuierlich freigesetzt. Da Magnesiumphosphid reaktionsfreudiger ist als Aluminiumphosphid, startet dieser Prozess besonders zügig.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung dieses Begasungsmittels?

Die Temperatur beeinflusst die Reaktionsgeschwindigkeit und die Aktivität der Schaderreger. Zwar reagiert Magnesiumphosphid auch bei kühleren Temperaturen relativ schnell, jedoch verlängert sich bei niedrigen Temperaturen die erforderliche Einwirkzeit, da der Stoffwechsel der Schaderreger verlangsamt ist. Beachte stets die temperaturabhängigen Vorgaben für die Mindesteinwirkzeit.

Wie stellst du sicher, dass die Begasung erfolgreich war?

Ein Erfolg ist nur garantiert, wenn der Behandlungsraum absolut gasdicht versiegelt ist. Du solltest während der Einwirkzeit regelmäßige Gasmessungen durchführen, um zu prüfen, ob die notwendige Konzentration über den gesamten Zeitraum gehalten wird. Nach Ende der Wartezeit und gründlicher Belüftung zeigt eine visuelle Kontrolle oder der Einsatz von Monitoring-Fallen, ob die Schaderreger vollständig bekämpft wurden.

Was musst du bei der Entsorgung der verbrauchten Platten beachten?

Nach der Belüftungsphase verbleibt ein graugrünes Pulvergerüst auf den Platten, das im Wesentlichen aus ungiftigem Magnesiumhydroxid besteht. Dennoch können minimale Wirkstoffreste vorhanden sein. Du musst die ausreagierten Platten gemäß den behördlichen Vorgaben und den Herstelleranweisungen als gefährlichen Abfall sicher entsorgen.

Kann das freigesetzte Gas die behandelten Güter oder Materialien beschädigen?

Phosphorwasserstoff ist gegenüber den meisten gelagerten Agrargütern wie Getreide oder Tabak chemisch inert und beeinflusst weder Keimfähigkeit noch Backeigenschaften. Allerdings reagiert das Gas stark korrosiv mit Edelmetallen wie Kupfer, Silber und Gold. Du musst daher sicherstellen, dass sich keine elektrischen Geräte, Schaltschränke oder empfindliche Elektronik im Begasungsraum befinden.