DECCOFLUDI
DECCOFLUDI ist ein spezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Behandlung von Erntegut, das primär zum Schutz vor Lagerfäulen und Pilzerkrankungen nach der Ernte eingesetzt wird. Der Hersteller DECCO IBERICA POST-COSECHA S.A.U. hat das Produkt für Anwendungsbereiche formuliert, bei denen eine verlässliche Qualitäts- und Ertragsversicherung während der Lagerung und des Transports entscheidend ist.
Mit dem bewährten Wirkstoff Fludioxonil bietet DECCOFLUDI einen Schutzschild gegen ein breites Spektrum lagerspezifischer Schaderreger. Als flüssige Formulierung lässt sich das Präparat präzise dosieren und gleichmäßig auf das Erntegut ausbringen, um Infektionen durch Wundpathogene wirksam vorzubeugen.
Durch den gezielten Einsatz im Nacherntebereich unterstützt dich das Mittel dabei, Lagerverluste drastisch zu reduzieren und die Vermarktungsfähigkeit sensibler Kulturen über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Fludioxonil gehört zur chemischen Gruppe der Phenylpyrrole (FRAC-Gruppe 12). Die Wirkung basiert auf der Störung der osmotischen Signaltransduktion in den Pilzzellen. Fludioxonil hemmt gezielt die Protein-Histidinkinase, was zu einer Überstimulation des osmotischen HOG-Signalwegs führt. Dies löst in den Pilzsporen und dem keimenden Myzel einen unkontrollierten Akkumulationsprozess von Polyolen aus. In der Folge schwellen die Zellen der Schaderreger hyperosmotisch an, die Zellmembranen platzen und das Wachstum kommt rasch zum Stillstand. Die Wirkung erfasst vor allem die Sporenkeimung und das Keimschlauchwachstum vor dem Eindringen in das Pflanzengewebe.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung gegen Phenylpyrrole (FRAC 12) vorzubeugen, solltest du DECCOFLUDI stets in ein ganzheitliches Anti-Resistenz-Konzept einbinden. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von Fludioxonil über mehrere Behandlungsfolgen hinweg. Kombiniere die Anwendung nach Möglichkeit mit strengen Hygiene- und Sortiermaßnahmen vor der Einlagerung sowie mit Fungiziden alternativer Wirkstoffklassen im Feldanbau, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger-Populationen niedrig zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Zubereitung der Behandlungsbrühe oder Mischung mit Nacherntehilfsmitteln und Wachsen solltest du stets die spezifischen Hinweise der Mischtabelle beachten und vorab eine Verträglichkeitsprüfung im kleinen Maßstab durchführen. Nutze sauberes Wasser ohne hohe organische Belastung, um eine optimale Verteilung und Stabilität des Wirkstoffs zu gewährleisten. Achte darauf, dass die Applikationsanlagen (wie Drencher oder Sprüheinrichtungen) regelmäßig gereinigt und kalibriert werden, damit der Belag auf dem Erntegut gleichmäßig ausfällt.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Konzentrat und der Behandlungsbrühe ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzhandschuhe, Schutzanzug und Augenschutz unerlässlich. Achte darauf, dass Produktreste oder Spülflüssigkeiten keinesfalls in die Kanalisation, Gewässer oder das Grundwasser gelangen. Da Nacherntebehandlungen meist in geschlossenen Anlagen erfolgen, ist ein Risiko für Bienen und Nützlinge bei sachgemäßer Anwendung minimiert; dennoch musst du das Verspritzen von Behandlungsflüssigkeit auf blühende Pflanzen in der Umgebung strikt vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist Fludioxonil im Nacherntebereich besonders effektiv?
Fludioxonil verhindert das Auskeimen von Pilzsporen direkt auf der Gewebeoberfläche. Da viele Lagerkrankheiten über feine Verletzungen bei der Ernte eindringen, bildet das Mittel einen effektiven Schutzfilm, bevor der Schaderreger das Gewebe infizieren kann.
Worauf solltest du bei der Applikation von DECCOFLUDI im Nachernteverfahren achten?
Achte auf eine absolut gleichmäßige Benetzung des Ernteguts. Die Behandlungsanlagen sollten so eingestellt sein, dass weder Spritzschatten entstehen noch Zonen mit starkem Überbelag. Zudem muss das Erntegut vor der eigentlichen Einlagerung abtrocknen.
Wie kannst du die Entstehung von Resistenzen bei Lagerfäulen verhindern?
Setze nicht ausschließlich auf chemische Maßnahmen: Kombiniere die Anwendung mit gründlicher Kisten- und Lagerhygiene, schneller Herunterkühlung des Ernteguts und dem Wechsel von Wirkstoffgruppen im Feldanbau während der Vegetationsperiode.
Was musst du bei der Reinigung von Behandlungsanlagen beachten?
Entsorge Reinigungswasser und Reste der Behandlungsbrühe niemals über den normalen Hofablauf oder Gewässer. Nutze zugelassene Entsorgungssysteme für Pflanzenschutzmittel-Rückstände, um Umwelteinträge sicher zu vermeiden.
Welchen Einfluss hat die Temperatur des Ernteguts auf die Behandlungsqualität?
Die Erntegut- und Brühetemperatur sollten aufeinander abgestimmt sein. Extreme Temperaturunterschiede können zu Kondensatbildung oder ungleichmäßiger Wirkstoffverteilung führen, was die Schutzwirkung beeinträchtigen kann.