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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

Darby

BVL Zul.-Nr. 034066-62

Darby von Nufarm ist ein bewährtes, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Mit dem hochkonzentrierten Wirkstoff 2,4-D (602 g/l) bietet das Präparat eine verlässliche und schlagkräftige Lösung im Frühjahr, um den Konkurrenzdruck durch unerwünschte Beikräuter frühzeitig zu brechen und die Ertragsbildung der Kulturen abzusichern.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und schnelle Aufnahme über das Blattwerk aus. Darby erfasst ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden, zweikeimblättrigen Schaderregern, darunter auch hartnäckige Arten wie den Spitz-Wegerich. Dank der Zulassung in wichtigen Getreidearten wie Weichweizen, Dinkel, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale lässt sich das Produkt flexibel in deine betriebliche Herbizidstrategie integrieren.

Wirkstoffe

2,4-D
602 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Darby enthaltene Wirkstoff 2,4-D gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (früher Gruppe O) als synthetisches Auxin klassifiziert. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze verteilt und akkumuliert sich besonders in den meristematischen Geweben der Schaderreger. Biochemisch imitiert 2,4-D das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Dies führt zu einer unkontrollierten, übermäßigen Zellteilung und einem unregelmäßigen Streckungswachstum in den empfindlichen zweikeimblättrigen Unkräutern. Typische Symptome sind charakteristische Verkrümmungen (Epinastie) an Stängeln und Blättern, gefolgt von einer Störung des gesamten Stoffwechsels und dem Absterben des Leitgewebes, was letztlich zum vollständigen Zusammenbruch der Unkrautpflanze führt. Einkeimblättrige Kulturen wie Getreide können den Wirkstoff rasch metabolisieren und bleiben daher ungeschädigt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen nachhaltig vorzubeugen, solltest du Darby stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) aufgrund ihres komplexen Wirkungsmechanismus ein vergleichsweise geringes Resistenzrisiko aufweisen, eignet sich das Produkt hervorragend als Baustein im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. ALS-Inhibitoren). Achte darauf, die empfohlenen Aufwandmengen stets einzuhalten und verbleibende Unkrautnester durch mechanische Maßnahmen oder gezielte Behandlungen mit alternativen Wirkmechanismen zu kontrollieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Darby ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) mischbar. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte die Anwendung bei wüchsigem Wetter auf trockene Bestände erfolgen. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden, und achte auf eine ausreichende Wasserqualität mit einem leicht sauren bis neutralen pH-Wert.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Darby ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zwingend erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienen-Einstufung im Zulassungstext vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SpargelZweikeimblättrige Unkräuter—0.15 LITER_PER_1000_SQUARE_METER—
Wiesen, WeidenSpitz-Wegerich25–351.5 LITER_PER_HECTARE14T
DinkelZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WintertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterhaferZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Darby im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt in der Hauptwachstumsphase der Unkräuter bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen stabil über 10 °C. Die Getreidekultur sollte sich im BBCH-Stadium 21 bis 35 befinden (Beginn der Bestockung bis zum Erscheinen des 5. Knotens). Da der Wirkstoff systemisch über das Blatt aufgenommen wird, erzielst du die beste Wirkung, wenn die Unkräuter aktiv wachsen und genügend Blattfläche ausgebildet haben.

Warum ist die Temperatur bei der Anwendung von Darby so wichtig?

Als Wuchsstoffherbizid benötigt Darby für eine optimale Wirkung aktive Stoffwechselprozesse in den Zielpflanzen. Bei kühlen Temperaturen unter 10 °C oder starker Trockenheit stagniert das Wachstum der Unkräuter, was die Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs im Phloem erheblich verlangsamt. Warme, wüchsige Tage ohne Nachtfrostgefahr garantieren hingegen einen schnellen Wirkungseintritt.

Kann ich Darby auch in Mischung mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ausbringen?

Ja, eine Kombination mit AHL ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch besondere Vorsicht. Um Verbrennungen an den Blättern der Getreidekultur zu vermeiden, sollte die Wachsschicht der Kultur voll ausgebildet und trocken sein. Verwende bei solchen Mischungen keine zusätzlichen Netzmittel und vermeide die Anwendung bei praller Sonne oder Temperaturen über 20 °C.

Wie verhält sich Darby bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte?

Für Darby ist eine gesetzliche Wartezeit von 14 Tagen festgelegt. Da die Anwendung planmäßig im Frühjahr während der Bestockung bis zum Schossen (BBCH 21–35) erfolgt, wird diese Frist bis zur Ernte des Getreides im Sommer naturgemäß weit überschritten, sodass keine Rückstandsrisiken im Erntegut bestehen.

Welche Rolle spielt Darby im Rahmen des Resistenzmanagements bei Unkräutern?

Der Wirkstoff 2,4-D gehört zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Da dieser Wirkmechanismus an mehreren Stellen in den pflanzlichen Hormonhaushalt eingreift, ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung sehr gering. Darby eignet sich daher hervorragend als Kombinationspartner oder im jährlichen Wechsel mit Sulfonylharnstoffen (HRAC-Gruppe 1), um die Selektion resistenter Biotypen effektiv zu verhindern.