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Sonstige · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Dagda

BVL Zul.-Nr. 00A657-62

Dagda ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide und Winterraps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) lässt es sich hervorragend anmischen und verteilt sich nach der Applikation optimal in der Kultur.

Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten wirtschaftlich bedeutenden Schaderreger im Ackerbau. Im Getreide schützt Dagda zuverlässig vor Septoria-Arten, Rostpilzen (wie Gelb- und Braunrost), Echtem Mehltau sowie Netzflecken und Rhynchosporium. Besonders hervorzuheben ist die starke Wirkung gegen Halmbruch und Ährenfusariosen, die maßgeblich zur Sicherung von Ertrag und Kornqualität beitragen.

Auch im Winterraps zeigt das Pflanzenschutzmittel seine Stärken, insbesondere bei der Regulierung von Cylindrosporium-Weißfleckigkeit. Durch die systemische Verteilung im Pflanzengewebe werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile über einen längeren Zeitraum geschützt, was Dagda zu einem verlässlichen Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz macht.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung der C14-Demethylase (CYP51) im Biosyntheseweg der Sterole. Sterole, insbesondere Ergosterol, sind essenzielle Bausteine für den Aufbau und die Funktionsfähigkeit der pilzlichen Zellmembranen. Durch die Blockade dieses Enzyms kommt es zu einer Akkumulation von toxischen Methylsterolen und einem Mangel an Ergosterol, was die Membranstruktur des Pilzes irreparabel schädigt. In der Folge bricht das Wachstum des Keimschlauchs sowie der Hyphen ab, und der Schaderreger stirbt ab. Da Prothioconazol systemisch in der Kultur transportiert wird (akropetale Verteilung), erfasst es auch bereits im Gewebe etablierte Infektionen im frühen Stadium.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du Dagda stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, besteht bei wiederholter Alleinanwendung das Risiko einer Selektion resistenter Stämme. Es wird dringend empfohlen, Behandlungen mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) abzuwechseln oder in Tankmischungen zu kombinieren. Achte zudem darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um eine unvollständige Abtötung der Schaderreger und eine damit einhergehende beschleunigte Resistenzbildung zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Dagda zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchzuführen, um die physikalische Verträglichkeit zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und eine gleichmäßige Rührung im Spritztank während der gesamten Applikation. Die Zugabe von zugelassenen Netzmitteln kann die Benetzung der Blattoberfläche, insbesondere bei Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht wie Winterraps, optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Ausbringung zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielorganismen sind die lokalen Abdrift- und Abstandsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)—0.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteRhynchosporium secalis, Gelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteRhynchosporium secalis, Gelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)60–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit mit Dagda?

Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) ist besonders im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadium 30 bis 32) effektiv. Achte auf erste Symptome wie augenfleckartige Verfärbungen an den Blattscheiden nahe der Bodenoberfläche, um den optimalen Behandlungszeitpunkt in deiner Kultur nicht zu verpassen.

Wie unterstützt dich Dagda bei der Vermeidung von Mykotoxinen im Getreide?

Eine gezielte Anwendung während der Getreideblüte (bis BBCH-Stadium 69/71) schützt die Ähre vor Infektionen durch Fusarium-Arten. Da diese Pilze gefährliche Mykotoxine bilden können, trägt die rechtzeitige Behandlung entscheidend dazu bei, die strengen Grenzwerte für die Lebens- und Futtermitteltauglichkeit deines Ernteguts sicherzustellen.

Kannst du Dagda auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol besitzt eine gute Temperaturstabilität und wirkt bereits ab dauerhaften Tagestemperaturen von etwa 5 bis 8 °C. Das ermöglicht dir einen flexiblen und frühen Einsatz im Frühjahr, beispielsweise zur Bekämpfung von Septoria tritici oder Gelbrost, sobald das Wachstum der Kulturen einsetzt.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit von 56 Tagen so wichtig?

Die Wartezeit von 56 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in der Kultur bis zur Ernte unter die gesetzlich zulässigen Höchstmengen abgebaut werden. Plane deine Abschlussbehandlung daher vorausschauend ein, um diesen Zeitraum bis zum voraussichtlichen Erntetermin exakt einzuhalten.

Wie findest du weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für deine Kulturen auf agronomy.farmable.tech?

Du kannst in unserem Hub gezielt nach deiner Kultur (wie Winterweizen oder Winterraps) filtern und dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel anzeigen lassen. Nutze die Suchmaske, um Wirkstoffe, Schaderreger oder spezifische Zulassungsnummern direkt miteinander zu vergleichen und die passende Strategie für deinen Betrieb zu planen.

Welche Rolle spielt die Wasseraufwandmenge bei der Applikation von Dagda?

Für eine optimale Wirkung ist eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Kultur entscheidend. Wir empfehlen eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha, angepasst an die Dichte des Bestandes. In dichten Getreidebeständen oder bei der Ährenbehandlung sichert eine höhere Wassermenge das tiefe Eindringen des Spritznebels in den Bestand.