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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Curbatur

BVL Zul.-Nr. 025287-60

Curbatur ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Bayer CropScience Deutschland GmbH, das als modernes Fungizid im professionellen Ackerbau etabliert ist. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol bietet das Präparat einen breiten und verlässlichen Schutz gegen ein weites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger in Getreide und Raps. Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus, was auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen für eine konstant hohe Leistung sorgt.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Kulturen wie Winterroggen, Sommerweichweizen, Gerste und Raps. Curbatur bekämpft effektiv ertragsmindernde Pilzkrankheiten wie Septoria-Blattdürre, Rostpilze (Braun-, Gelb- und Zwergrost), Netzflecken, Rhynchosporium secalis sowie die gefürchtete Halmbruchkrankheit und Fusarium-Arten. Im Raps steht die gezielte Kontrolle von Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) im Fokus, wodurch das Ertragspotenzial der Kulturen optimal abgesichert wird.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Curbatur enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Ergosterol-Biosynthese der Pilze. Da Ergosterol ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen ist, führt dieser Mangel zu strukturellen und funktionellen Membranschäden, was das Wachstum des Myzels stoppt und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Prothioconazol zeichnet sich durch ausgeprägte systemische Eigenschaften aus. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und wird akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur verteilt. Dies ermöglicht sowohl eine präventive Wirkung, indem das Keimen der Sporen verhindert wird, als auch eine kurative Wirkung, die bereits etablierte Infektionen in einem frühen Stadium stoppt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen wirksam vorzubeugen, solltest du Curbatur stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist es ratsam, die Anzahl der Anwendungen pro Saison zu begrenzen und das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) einzusetzen. Auch die Kombination mit Kontaktfungiziden oder Partnern mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus in einer Tankmischung unterstützt ein nachhaltiges Resistenzmanagement und sichert die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs.

Mischbarkeit & Tankmischung

Curbatur weist eine hervorragende Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Pflanzenschutzmitteln, Flüssigdüngern und Wachstumsreglern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf die optimale Wasserqualität achten und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen ausbringen. Die Zugabe von geeigneten Additiven kann die Benetzung der Blattoberfläche insbesondere bei schwer benetzbaren Kulturen wie Raps verbessern. Vor großflächigen Anwendungen empfiehlt es sich jedoch, eine kleine Probemischung durchzuführen, um physikalische Unverträglichkeiten auszuschließen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Curbatur ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, für den Anwenderschutz unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorglichen Umweltschutzes Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchführen; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen strikt zu vermeiden und die allgemeinen Abstandsauflagen sowie der Einsatz abdriftmindernder Technik zu berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE—
RapsSclerotinia sclerotiorum—0.7 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria nodorum25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Weizen?

Um Fusarium-Arten effektiv zu bekämpfen, solltest du die Behandlung gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) durchführen. Eine Infektion erfolgt meist bei feucht-warmer Witterung während der Blütezeit; eine präventive Anwendung in diesem engen Zeitfenster schützt die Ähren am besten vor Mykotoxinbildung und Ertragsverlusten.

Wie reagiert Curbatur auf Niederschläge kurz nach der Anwendung?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme von Prothioconazol ist Curbatur bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. In der Regel reicht eine niederschlagsfreie Zeit von ein bis zwei Stunden aus, damit der Wirkstoff ausreichend in die Kultur eingedrungen ist und seine volle Schutzwirkung entfalten kann.

Kann ich Curbatur auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist weitgehend temperaturunabhängig und zeigt auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr (ab ca. 5–8 °C) eine gute Wirkung. Achte jedoch darauf, dass die Kultur aktiv wächst, damit der systemische Transport des Wirkstoffs in der Pflanze optimal funktioniert.

Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien bei der Anwendung so wichtig?

Die BBCH-Stadien bestimmen das optimale Zeitfenster für die Bekämpfung spezifischer Schaderreger. Beispielsweise erfordert die Halmbruchkrankheit eine frühe Behandlung im Schossen (BBCH 30–32), während Rostpilze oder Septoria-Blattdürre meist im Bereich des Fahnenblatts bis zum Ährenschieben (BBCH 37–59) bekämpft werden. Die Einhaltung schützt deine Kultur genau dann, wenn sie am empfindlichsten ist.

Wie kann ich im Farmable-Portal nach passenden Mischungspartnern für Curbatur suchen?

Du kannst im Portal nach registrierten Pflanzenschutzmitteln filtern, die für dieselbe Kultur zugelassen sind, aber einer anderen Wirkstoffgruppe (z. B. SDHI oder Kontaktwirkstoffe) angehören. Dies hilft dir dabei, eine wirksame Tankmischung für ein optimales Resistenzmanagement zusammenzustellen.

Welche Rolle spielt Curbatur bei der Bekämpfung von Sclerotinia im Raps?

Im Raps ist die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) eine der ertragsschädigendsten Krankheiten. Du solltest Curbatur zur Vollblüte (BBCH 65) anwenden, da die herabfallenden Blütenblätter in den Blattachseln als Nährboden für den Pilz dienen. Die Behandlung schützt die Stängelbasis und sichert die Standfestigkeit der Kultur.