Cuproxat
Cuproxat ist ein bewährtes, flüssiges Pflanzenschutzmittel auf Basis von dreibasischem Kupfersulfat, das sich als feste Größe im modernen Weinbau etabliert hat. Durch seine Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Haftung auf den Blättern und Gescheinen der Reben aus. Dies sorgt für eine hohe Regenbeständigkeit und einen langanhaltenden Schutzfilm auf der Kultur.
Der Fokus dieses Fungizids liegt ganz klar auf der vorbeugenden Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) an Weinreben. Dank der feinen Partikelverteilung wird die Pflanzenoberfläche gleichmäßig benetzt, was das Risiko von Infektionen durch keimende Sporen des Erregers drastisch minimiert. Cuproxat eignet sich ideal für den Einsatz in integrierten sowie ökologischen Anbausystemen, in denen Kupfer eine tragende Säule des Pflanzenschutzes darstellt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff dreibasisches Kupfersulfat gehört zur FRAC-Gruppe M01 (Multi-Site-Inhibitoren). Die Wirkung beruht auf der kontinuierlichen Freisetzung von Kupfer-Ionen (Cu2+) bei Feuchtigkeit auf der Blattoberfläche. Diese Ionen werden von den Pilzsporen passiv aufgenommen und entfalten dort eine unspezifische, multilokale Wirkung. Sie stören lebenswichtige Enzymprozesse, denaturieren zelluläre Proteine und zerstören die Integrität der Zellmembranen des Schaderregers. Da dieser Prozess an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel des Pilzes gleichzeitig ansetzt, wird die Sporenkeimung und das Eindringen des Pilzschlauchs in das Gewebe der Kultur effektiv verhindert. Da es sich um ein reines Kontaktfungizid handelt, muss die Behandlung zwingend präventiv erfolgen, bevor eine Infektion stattgefunden hat.
Resistenzmanagement
Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M01) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen dreibasisches Kupfersulfat extrem gering. Seit Jahrzehnten zeigt Kupfer eine unverändert hohe Wirksamkeit gegen den Falschen Mehltau. Cuproxat ist daher ein unverzichtbarer Baustein im Resistenzmanagement. Du kannst das Pflanzenschutzmittel hervorragend in Spritzfolgen mit organischen, systemischen Fungiziden integrieren, um deren wirkstoffspezifisches Resistenzrisiko abzusichern und die Nutzungsdauer dieser Wirkstoffklassen langfristig zu erhalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Cuproxat ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch unbedingt auf den pH-Wert der Spritzbrühe achten. Ein zu saurer pH-Wert (unter 6,0 bis 6,5) im Tank erhöht die Löslichkeit der Kupfer-Ionen massiv, was das Risiko von phytotoxischen Schäden an den Blättern und Beeren der Kultur steigern kann. Verwende daher bevorzugt Wasser mit einem neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert und verzichte auf stark sauer reagierende Mischungspartner oder Additive. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung immer eine Mischprobe auf Verträglichkeit durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Cuproxat steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da Kupfer im Boden akkumuliert und für aquatische Organismen sowie Regenwürmer bei übermäßigem Eintrag Risiken bergen kann, ist eine abdriftmindernde Applikationstechnik dringend zu empfehlen. Um Bienen und andere Bestäuber optimal zu schützen, solltest du Behandlungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 2 LITER_PER_HECTARE | 21T |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Cuproxat gegen Falschen Mehltau?
Da Cuproxat ein reines Kontaktfungizid ist, musst du es unbedingt vorbeugend (präventiv) anwenden. Der optimale Zeitpunkt liegt kurz vor angekündigten Niederschlägen oder Phasen mit hoher Luftfeuchtigkeit, die eine Infektion durch den Schaderreger begünstigen. Achte darauf, dass der Spritzbelag auf den Blättern vor dem Regen vollständig angetrocknet ist.
Warum ist der pH-Wert des Wassers bei der Anwendung von Cuproxat so wichtig?
Der pH-Wert beeinflusst die Löslichkeit des Kupfers. In saurem Wasser (pH-Wert unter 6,0) lösen sich zu viele Kupfer-Ionen auf einmal, was zu Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern und Gescheinen deiner Kultur führen kann. Achte darauf, dass das verwendete Wasser einen pH-Wert im neutralen bis schwach basischen Bereich aufweist, um eine langsame, kulturverträgliche Freisetzung zu gewährleisten.
Kann ich Cuproxat auch bei niedrigen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?
Ja, die Wirkung von Kupfer ist weitgehend temperaturunabhängig. Du kannst Cuproxat bereits früh in der Saison einsetzen, sobald die ersten Infektionsbedingungen für den Falschen Mehltau gegeben sind. Wichtig ist nur, dass die Kultur während der Applikation trocken ist und die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen.
Wie integriere ich Cuproxat am besten in meine Strategie zur Vermeidung von Resistenzen?
Nutze Cuproxat als festen Partner in deiner Spritzfolge. Durch seinen Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M01) ist es ideal geeignet, um im Wechsel mit systemischen Fungiziden eingesetzt zu werden. Dies mindert den Selektionsdruck auf die systemischen Wirkstoffe erheblich und schützt diese vor einer schnellen Resistenzentwicklung.
Wie verhält sich Cuproxat bei starkem Regen nach der Applikation?
Dank der speziellen Formulierung als Suspensionskonzentrat besitzt Cuproxat eine sehr gute Haftfähigkeit auf der Pflanzenoberfläche. Sobald der Spritzbelag einmal angetrocknet ist, hält er moderaten Niederschlägen gut stand. Bei anhaltenden, sehr starken Regenfällen wird der Belag jedoch allmählich abgewaschen, sodass du den Schutzfilm bei anhaltendem Infektionsdruck erneuern musst.