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Sonstige · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Crozier

BVL Zul.-Nr. 00A475-60

Crozier ist ein hochwirksames, bodenwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Einjährigem Rispengras in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste und Kartoffeln. Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Prosulfocarb (800 g/l), bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Basis für die Unkrautkontrolle im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf.

Durch seine ausgeprägte Bodenwirkung bildet Crozier einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der keimende Schaderreger bereits beim Durchstoßen der Bodenschicht erfasst. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im herbstlichen Pflanzenschutz von Wintergetreide sowie im Frühjahr beim Anbau von Kartoffeln, um die Kulturen in ihrer kritischen frühen Entwicklungsphase vor starker Unkrautkonkurrenz abzusichern.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Crozier enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System in die Gruppe 15 (ehemals Gruppe N) klassifiziert. Der primäre biochemische Wirkmechanismus basiert auf der Hemmung der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA). Dies stört die Zellteilung sowie den Aufbau von Kutikula und Zellmembranen in den meristematischen Geweben der keimenden Unkräuter und Ungräser nachhaltig. Die Aufnahme erfolgt hauptsächlich über das Hypokotyl, die Koleoptile und die Wurzeln der keimenden Schaderreger, während die Aufnahme über bereits entfaltete Laubblätter eine untergeordnete Rolle spielt. Nach der Absorption wird der Wirkstoffstrom gehemmt, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp, typischen Deformationen und schließlich zum Absterben der empfindlichen Keimlinge führt, meist noch bevor sie die Bodenoberfläche durchbrechen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Crozier stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Da Prosulfocarb (HRAC-Gruppe 15) einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, eignet es sich hervorragend für den jährlichen Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. ALS-Hemmern oder Photosynthese-Hemmern). Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von Wirkstoffen derselben HRAC-Gruppe auf derselben Fläche und kombiniere mechanische Maßnahmen mit einer gezielten Fruchtfolgegestaltung, um den Selektionsdruck auf Schaderreger wie das Einjährige Rispengras dauerhaft zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Crozier zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Vorauflauf- und frühen Nachauflaufherbiziden aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Zugabe von speziellen Boden-Formulierungshilfsmitteln (Adjuvantien) kann die Anlagerung und Stabilität des Herbizidfilms auf sandigen oder humusarmen Böden optimieren. Achte darauf, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen auszubringen und während des gesamten Spritzvorgangs das Rührwerk laufen zu lassen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Crozier ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen jegliche Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, strikt vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durch, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Ökosysteme und Bodenorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik und die Einhaltung angemessener Abstände zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–213 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–95 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–213 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Crozier im Wintergetreide?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf bis zum Spitzen des Getreides (BBCH 00 bis 09), idealerweise auf ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend, damit sich der Wirkstofffilm optimal verteilen und von den keimenden Unkräutern aufgenommen werden kann. Eine Anwendung im frühen Nachauflauf bis BBCH 21 ist ebenfalls zugelassen, erzielt jedoch gegen bereits etablierte Ungräser eine verminderte Wirkung.

Wie verhält sich Crozier bei extremer Trockenheit nach der Ausbringung?

Da Crozier ein Bodenherbizid ist, benötigt der Wirkstoff Prosulfocarb Bodenfeuchtigkeit, um im Bodenwasser gelöst und von den Keimlingen aufgenommen zu werden. Bei anhaltender Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen. Es empfiehlt sich, die Anwendung in die Abendstunden zu verlegen oder auf anstehende Niederschläge zu warten, um eine optimale Aktivierung des Herbizidfilms zu gewährleisten.

Kann ich Crozier in Kartoffeln auch nach dem Auflaufen der Kultur anwenden?

Nein, in der Kultur Kartoffel (SOLTU) sollte die Anwendung von Crozier strikt im Vorauflauf erfolgen, idealerweise nach dem Dammaufbau und dem Setzen der Kartoffeln, bevor die ersten Triebe die Bodenoberfläche durchbrechen. Eine spätere Anwendung direkt auf das grüne Laub der Kartoffeln kann zu erheblichen Phytotox-Symptomen und Ertragseinbußen führen.

Warum ist der Wirkstoff Prosulfocarb so wichtig für das Resistenzmanagement bei Windhalm und Rispengras?

Prosulfocarb gehört zur HRAC-Gruppe 15 und wirkt als Fettsäure-Synthese-Hemmer. Da in vielen Regionen bereits Resistenzen von Ungräsern gegen ALS-Hemmer (Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (Gruppe 1) vorliegen, bietet Crozier einen völlig anderen Wirkungsmechanismus. Durch den Einbau dieses Wirkstoffs in deine Spritzfolge unterbrichst du Selektionszyklen und sicherst die langfristige Wirksamkeit deiner Herbizidstrategie.

Was muss ich bei der Bodenbeschaffenheit vor der Anwendung von Crozier beachten?

Für eine optimale Wirkung sollte der Boden gut abgesetzt, feinkrümelig und frei von groben Klumpen oder organischen Rückständen (wie Strohmatten nach Mulchsaat) sein. Grobe Klumpen und dicke Strohauflagen verhindern, dass ein lückenloser Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche entsteht, was zu Spritzschatten und somit zu Durchschlägen von Unkräutern führen kann.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst auf unserer Plattform ganz einfach über die Kultur- oder Schaderreger-Suche filtern. Wähle dazu im Hub deine spezifische Kultur (z. B. Winterweichweizen oder Kartoffel) und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige, tagesaktuelle Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.