CROWN MH
CROWN MH ist ein bewährtes, systemisch wirkendes Pflanzenschutzmittel zur Wachstumsregulierung und Keimhemmung in verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen wie Kartoffeln, Zwiebeln, Schalotten, Knoblauch und Tabak. Als flüssiges Formulierungskonzentrat basiert das Produkt auf dem bewährten Wirkstoff Maleinsäurehydrazid. Es hat sich im professionellen Anbau als Standardlösung etabliert, um die Lagerfähigkeit von Erntegütern signifikant zu verlängern und unerwünschten Austrieb im Lager oder auf dem Feld effektiv zu unterbinden.
Neben der klassischen Keimhemmung bei Speise- und Industriekartoffeln sowie Zwiebelgemüse bietet das Mittel eine gezielte Wirkung zur Hemmung des Triebwachstums (Geiztriebkontrolle) im Tabakanbau. Zudem unterstützt es die Bekämpfung der Ästigen Sommerwurz (Orobanche ramosa), eines parasitischen Schaderregers, der in betroffenen Kulturen erhebliche Ertragseinbußen verursachen kann. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Kultur bietet das Produkt einen langanhaltenden Schutz direkt aus der Pflanze heraus.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid greift gezielt in den pflanzlichen Hormonhaushalt und die Zellteilung ein. Nach der Aufnahme über das Laub wird der Wirkstoff rasch systemisch in die aktiv wachsenden Meristeme (Wachstumspunkte) der Kultur transportiert. Dort blockiert er die Mitose (Zellteilung), während die reine Zellstreckung weitgehend unbeeinflusst bleibt. Dies führt zu einem vollständigen und dauerhaften Wachstumsstopp der behandelten Gewebe. Da der Wirkstoff die Zellteilung in den Knospen und Vegetationspunkten blockiert, wird das Austreiben von Kartoffelknollen und Zwiebeln während der anschließenden Lagerung effektiv verhindert. Im Tabakanbau unterbindet dieser Mechanismus das Durchtreiben von Geiztrieben nach dem Köpfen, während bei der Bekämpfung der Ästigen Sommerwurz die parasitische Verbindung zur Wirtskultur gestört wird, was die Entwicklung des Schmarotzers stoppt.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Maleinsäurehydrazid um einen Wachstumsregulator mit einem spezifischen physiologischen Eingriff in die Zellteilung handelt, ist das Risiko einer klassischen Resistenzentwicklung bei den Zielanwendungen im Vergleich zu Fungiziden oder Insektiziden als gering einzustufen. Dennoch solltest du im Sinne eines integrierten Pflanzenschutzes auf eine exakte Terminierung und die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen achten. Eine Kombination mit mechanischen Maßnahmen und einer optimierten Lagerhaushalt-Führung sichert die langfristige Wirksamkeit der Methode und verhindert ein Durchbrechen der Keimhemmung durch physiologisch überaltertes Pflanzgut.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Planung von Tankmischungen ist besondere Vorsicht geboten. Da CROWN MH aktiv über ein voll funktionsfähiges, grünes Blattwerk aufgenommen und translokal transportiert werden muss, darfst du es keinesfalls mit schnell wirkenden Kontaktherbiziden, Krautabtötungsmitteln (Sikkationsmitteln) oder stark ätzenden Düngemitteln mischen, die das Blattgewebe vorzeitig schädigen. Mischungen mit gängigen Fungiziden zur Krautfäulebekämpfung in Kartoffeln sind in der Regel möglich, sollten jedoch vorab auf physikalische Kompatibilität geprüft werden. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide extrem hartes Wasser, um die Wirkstoffaufnahme nicht zu beeinträchtigen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da im vorliegenden Zulassungsprofil keine spezifische Bienengefährdungsklasse ausgewiesen ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Applikation vorzugsweise in die späten Abendstunden, um Nichtzielorganismen zu schonen. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen, um aquatische Ökosysteme und Bodenorganismen wie Regenwürmer zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Keimhemmung | 69–89 | 11 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Kartoffel | Keimhemmung | 69–89 | 11 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Schalotte | Keimhemmung | 47–48 | 8.9 LITER_PER_HECTARE | 4T |
| Tabak | Ästige Sommerwurz (Orobanche ramosa) | 43–47 | 8.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Keimhemmung | 47–48 | 8.9 LITER_PER_HECTARE | 4T |
| Knoblauch | Keimhemmung | 47–48 | 8.9 LITER_PER_HECTARE | 4T |
| Tabak | Hemmung des Triebwachstums | 43–47 | 8.3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung in Kartoffeln zur Keimhemmung?
Du solltest die Behandlung durchführen, wenn die Kartoffeln ihre endgültige Größe erreicht haben, aber das Kraut noch vollkommen grün und assimilationsaktiv ist (meist im BBCH-Stadium 63 bis 65, mindestens jedoch 3 bis 5 Wochen vor der geplanten Krautabtötung). Nur eine vitale Kultur kann den Wirkstoff aufnehmen und in die Knollen transportieren.
Warum darf ich das Mittel nicht direkt vor oder nach einem Regen spritzen?
Der Wirkstoff benötigt eine gewisse Zeit (in der Regel mindestens 12 bis 24 Stunden), um vollständig vom Blattgewebe aufgenommen zu werden. Wenn es kurz nach der Anwendung regnet, wird das Produkt abgewaschen und die keimhemmende Wirkung geht verloren. Achte daher auf ein stabiles Schönwetterfenster.
Kann ich CROWN MH auch in Pflanzkartoffeln anwenden?
Nein, in Vermehrungsbeständen (Pflanzgut) darfst du das Mittel auf keinen Fall anwenden. Da der Wirkstoff die Zellteilung dauerhaft blockiert, würden die geernteten Knollen im nächsten Frühjahr nicht mehr keimen oder einen extrem verkrüppelten Auflauf zeigen.
Wie wirkt sich die Temperatur während der Applikation auf den Erfolg aus?
Vermeide Spritzungen bei extremer Hitze (über 25 °C) oder sehr trockener Luft, da die Spaltöffnungen der Blätter dann geschlossen sind und der Spritzfilm zu schnell eintrocknet. Am besten applizierst du das Mittel in den kühleren Morgen- oder Abendstunden bei höherer Luftfeuchtigkeit, um eine optimale Aufnahme zu gewährleisten.
Wie hilft das Produkt bei der Bekämpfung der Ästigen Sommerwurz?
Der Wirkstoff wird systemisch in der Kultur transportiert und gelangt so auch in die Wurzeln. Wenn der Parasit (Orobanche ramosa) versucht, sich an die Wurzeln der Kultur anzudocken, nimmt er das Maleinsäurehydrazid auf, was seine Zellteilung stoppt und das parasitäre Wachstum effektiv unterdrückt.
Was muss ich bei der Wartezeit beachten, wenn ich das Erntegut schnell vermarkten will?
Je nach Kultur und spezifischer Zulassung variiert die Wartezeit zwischen 4 und 21 Tagen. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung auf dem Feld und der Ernte zwingend einhalten, um sicherzustellen, dass eventuelle Rückstände im Erntegut unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen.