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Sonstige · ASUR Plant Breeding SAS

Croisor 100

BVL Zul.-Nr. 008135-00

Croisor 100 ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel, das im Bereich der Hybridweizenzüchtung als chemisches Hybridisierungsmittel (Chemical Hybridizing Agent, CHA) eingesetzt wird. Das von ASUR Plant Breeding SAS entwickelte Produkt dient der gezielten Erzeugung männlich steriler Pflanzen in Winterweichweizen-Beständen (TRZAW). Durch diese temporäre und kontrollierte Sterilisierung der Pollen wird eine Selbstbefruchtung der Mutterlinie zuverlässig verhindert, was die kontrollierte Fremdbefruchtung durch die Vaterlinie zur Produktion von hybridem Saatgut ermöglicht.

Die flüssige Formulierung basiert auf dem Wirkstoff Sintofen (100 g/l). Croisor 100 nimmt eine Schlüsselrolle in der modernen Saatgutproduktion ein, da es Züchtern ermöglicht, die Ertragsvorteile der Heterosis-Effekte bei Weizen effizient und im großen Stil nutzbar zu machen. Die Anwendung erfordert höchste Präzision bei der Terminierung, um eine optimale Wirkung ohne Beeinträchtigung der weiblichen Fertilität der Kultur zu gewährleisten.

Wirkstoffe

Sintofen
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Sintofen greift gezielt in die späten Phasen der Mikrosporogenese (Pollenentwicklung) des Weizens ein. Nach der systemischen Aufnahme über das Blattwerk wird der Wirkstoff in die sich entwickelnden Staubbeutel transportiert. Dort stört Sintofen selektiv die normale Ausbildung der Pollenkörner, was zu deren physiologischer Verkümmerung oder Funktionslosigkeit führt. Die weiblichen Blütenorgane (Fruchtknoten und Narbe) bleiben von dieser Wirkung unbeeinflusst und voll empfängnisbereit für den Pollenflug der benachbarten Vaterlinie. Da Sintofen kein klassisches Fungizid, Herbizid oder Insektizid ist, fällt es nicht unter die typischen FRAC-, HRAC- oder IRAC-Klassifizierungen, sondern wird als physiologischer Wachstumsregulator bzw. Hybridisierungsmittel eingestuft. Die biochemische Selektivität stellt sicher, dass die behandelte Kultur phänotypisch normal wächst, jedoch rein weiblich blüht.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Croisor 100 um ein Hybridisierungsmittel zur Steuerung der Pflanzenphysiologie und nicht um ein Mittel zur Bekämpfung von Schaderregern handelt, steht das klassische Resistenzmanagement hier nicht im Vordergrund. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Qualitätsmanagement und der Sortenreinheit. Um das Risiko von Durchwuchs und unkontrollierten Kreuzungen in den Folgejahren zu minimieren, musst du auf eine strikte Fruchtfolge und eine sorgfältige mechanische oder chemische Beseitigung von Ausfallweizen auf den Produktionsflächen achten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der hochsensiblen physiologischen Wirkung von Croisor 100 auf die Blütenbiologie wird dringend empfohlen, das Produkt als Solo-Anwendung auszubringen. Mischungen mit Fungiziden, Herbiziden oder Wachstumsregulatoren können die Aufnahme von Sintofen unvorhersehbar beeinflussen oder phytotoxische Reaktionen hervorrufen, welche die Fertilität der Mutterlinie gefährden. Achte auf eine optimale Wasserqualität (neutraler pH-Wert) und vermeide die Zugabe von nicht ausdrücklich empfohlenen Netzmitteln, um die präzise Wirkstoffaufnahme im BBCH-Stadium 31–32 nicht zu stören.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Croisor 100 steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund; das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzanzug, Handschuhe und Schutzbrille bei der Anmischung und Applikation ist obligatorisch. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder in Bereichen, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Führe die Behandlung bevorzugt in den windstillen Abendstunden durch, um Abdrift auf angrenzende Biotope und Gewässer zu verhindern und die Umweltbelastung zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenErzeugung männlich steriler Pflanzen31–3215 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Croisor 100?

Du musst die Behandlung exakt im BBCH-Stadium 31 bis 32 (Schossen, Beginn des Knotenstadiums) durchführen. Eine zu frühe oder zu späte Anwendung kann entweder zu unvollständiger Pollensterilität führen oder die weiblichen Blütenorgane schädigen, was deinen Hybrid-Saatgutertrag massiv mindert.

Kann ich Croisor 100 mit Halmverkürzern oder Fungiziden mischen?

Davon wird dringend abgeraten. Da Croisor 100 tief in die hormonellen und physiologischen Prozesse der Kultur eingreift, können Tankmischungen die Wirkstoffaufnahme unvorhersehbar verändern. Führe Behandlungen mit Wachstumsregulatoren oder Fungiziden mit ausreichendem zeitlichem Abstand durch.

Wie wird die Bestäubung der sterilisierten Mutterlinie sichergestellt?

Nach der Behandlung mit Croisor 100 ist die Mutterlinie pollensteril. Die Befruchtung erfolgt ausschließlich durch den Windpollenflug einer zeitgleich blühenden, unbehandelten Vaterlinie, die in abwechselnden Streifen im Feld ausgesät wurde.

Welche Rolle spielt die Witterung bei der Applikation?

Für eine optimale systemische Aufnahme von Sintofen benötigst du wüchsiges Wetter ohne extreme Temperaturen oder Trockenstress. Vermeide die Anwendung bei praller Mittagssonne oder drohendem Regen unmittelbar nach der Spritzung, um ein Abwaschen des Wirkstoffs zu verhindern.

Wie gehe ich mit Ausfallgetreide auf den Vermehrungsflächen im Folgejahr um?

Da es sich um Hybrid-Saatgutproduktion handelt, ist die Beseitigung von Ausfallweizen im Folgejahr essenziell, um genetische Verunreinigungen zu vermeiden. Nutze eine konsequente Bodenbearbeitung und weite Fruchtfolgen, um verbliebene Samen sicher auflaufen zu lassen und zu bekämpfen.

Wo finde ich Informationen zu den genauen Abstandsauflagen für Croisor 100?

Da die spezifischen Abstandsauflagen zu Gewässern und Saumbiotopen von den lokalen Zulassungsbehörden (BVL) festgelegt werden und sich je nach Düsenklasse ändern können, solltest du vor der Anwendung stets das aktuelle Sicherheitsdatenblatt und die offizielle Gebrauchsanleitung genau prüfen.