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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

CORINTH CLASSIC

BVL Zul.-Nr. 025625-64

CORINTH CLASSIC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet dieses flüssige Pflanzenschutzmittel einen breiten Schutz gegen ein enormes Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Weizen, Gerste und Roggen. Es hat sich im Markt als verlässlicher Baustein für den integrierten Pflanzenschutz etabliert, der sowohl vorbeugend als auch kurativ eingesetzt werden kann.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Das Wirkungsspektrum deckt die wichtigsten Blatt- und Ährenkrankheiten ab – von frühem Befall durch Halmbruchkrankheit und Echten Mehltau über Septoria-Arten und Rostpilze bis hin zur späten Bekämpfung von Ährenfusariosen. Zudem unterstützt das Mittel die Minderung nichtparasitärer Blattflecken, was zur Vitalität deiner Kulturen beiträgt.

Wirkstoffe

Prothioconazol
160 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von CORINTH CLASSIC basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen, die beide in die Sterolbiosynthese der Pilzzellen eingreifen, jedoch an verschiedenen Stellen ansetzen. Prothioconazol gehört zur FRAC-Gruppe 3 (DMI-Fungizide) und hemmt gezielt die C14-Demethylase. Dies führt zu einer Störung der Zellmembranstruktur des Schaderregers und stoppt dessen Wachstum effektiv. Spiroxamin hingegen wird der FRAC-Gruppe 5 (Amin-Fungizide) zugeordnet. Es blockiert die Sterolbiosynthese an zwei anderen, nachgelagerten Schritten (der Delta14-Reduktase und der Delta8/Delta7-Isomerase). Durch diesen dualen Ansatz in der Biosynthesekette wird die Zellwandbildung der Pilze nachhaltig gestört. Zudem wirkt Spiroxamin als exzellenter Penetrationsbeschleuniger, der dafür sorgt, dass beide Wirkstoffe rasch in das Blattgewebe deiner Kulturen aufgenommen und dort systemisch verteilt werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du CORINTH CLASSIC stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen. Da das Produkt bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppen 3 und 5) kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko bereits minimiert. Dennoch empfiehlt es sich, im Verlauf der Vegetationsperiode Behandlungen mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Carboxamiden (SDHI) oder Strobilurinen, abzuwechseln. Achte darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

CORINTH CLASSIC zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, die Produkte einzeln unter ständigem Rühren hinzugeben und CORINTH CLASSIC vorzugsweise als eine der ersten Komponenten einmischen. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist aufgrund der bereits optimierten Formulierung in der Regel nicht erforderlich. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Anwendung obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten; der Einsatz von abdriftmindernder Technik wird dringend empfohlen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis30–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria nodorum30–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken37–611.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis30–611.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit?

Eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) ist besonders im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadium 30 bis 32) effektiv. Achte auf feucht-kühle Witterung, die den Schaderreger begünstigt, und kontrolliere die Stängelbasis deiner Kulturen auf die typischen augenförmigen Flecken, bevor du die Anwendung durchführst.

Wie unterstützt CORINTH CLASSIC die Minderung nichtparasitärer Blattflecken?

Nichtparasitäre Blattflecken entstehen oft durch physiologischen Stress, starke UV-Strahlung oder Sortenempfindlichkeiten. Die physiologischen Effekte der Wirkstoffkombination, insbesondere von Prothioconazol, stärken die Stresstoleranz der Kultur und helfen ihr, die Vitalität und die grüne Blattfläche auch unter schwierigen Umweltbedingungen länger zu erhalten.

Kann ich das Produkt auch noch in der späten Wachstumsphase zur Ährenbehandlung einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist bis zum Ende der Blüte (BBCH-Stadium 69) zugelassen. Dies ist besonders wichtig für die gezielte Bekämpfung von Fusarium-Arten in der Ähre. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, solltest du die Behandlung exakt in die Blüte hinein (BBCH-Stadium 61 bis 65) bei feucht-warmer Witterung während des Ährenschiebens einplanen.

Welchen Einfluss hat die Wassertemperatur beim Ansetzen der Spritzbrühe?

Sehr kaltes Brunnenwasser kann die physikalische Löslichkeit und Emulgierung der Wirkstoffe verzögern. Es wird empfohlen, das Spritzfass mit mäßig temperiertem Wasser zu befüllen und die Rührwerke intensiv laufen zu lassen, damit sich das Pflanzenschutzmittel vollständig und homogen verteilt, bevor du mit der Applikation beginnst.

Wie verhalte ich mich bei unbeständigem Wetter bezüglich der Regenfestigkeit?

Dank der systemischen Eigenschaften und des enthaltenen Spiroxamins, das als Penetrationsbeschleuniger wirkt, zieht das Mittel extrem schnell in das Blattgewebe ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits nach ca. ein bis zwei Stunden regenfest, sodass auch bei wechselhafter Witterung eine hohe Wirkungssicherheit gegeben ist.

Wie finde ich heraus, ob dieses Produkt für eine spezifische Mischung in meinem Betrieb freigegeben ist?

Du kannst im agronomy.farmable.tech Hub nach registrierten Mischungspartnern suchen oder die offiziellen Mischbarkeitstabellen des Herstellers konsultieren. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung immer einen kleinen Kübeltest (Mischprobe) durch, um die physikalische Verträglichkeit der geplanten Komponenten zu überprüfen.