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Sonstige · COMPO GmbH

COM 503 21 H GR

BVL Zul.-Nr. 027820-00

COM 503 21 H GR ist ein spezialisiertes Pflanzenschutzmittel von COMPO, das als anwendungsfertiges Granulat (GR) formuliert ist. Es kombiniert die selektive Herbizidwirkung gegen zweikeimblättrige Unkräuter mit einer hocheffektiven Moosbekämpfung auf Rasenflächen (Kultur NNNZW). Durch diese duale Ausrichtung eignet sich das Produkt hervorragend für die anspruchsvolle Rasenpflege, um dichte, unkrautfreie und moosfreie Grasnarben zu etablieren.

Die Formulierung als Granulat ermöglicht eine präzise und staubfreie Ausbringung, idealerweise mit einem Streuwagen oder im gleichmäßigen Streuverfahren per Hand. Die Kombination der Wirkstoffe sorgt dafür, dass sowohl breitblättrige Schaderreger als auch hartnäckige Moosteppiche in einem einzigen Arbeitsgang effektiv erfasst werden, während die Gräser geschont und durch den Eisenanteil zusätzlich gestärkt werden.

Wirkstoffe

2,4-D
3.97 g/kg · Wirkstoff
Dicamba
1.93 g/kg · Wirkstoff
Eisen-II-sulfat
266 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biochemische Wirkung von COM 503 21 H GR basiert auf zwei unterschiedlichen Wirkmechanismen. Die herbiziden Komponenten 2,4-D und Dicamba gehören zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Sie imitieren das pflanzliche Wachstumshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über Blätter und Wurzeln führt dies zu einem unkontrollierten, übermäßigen Wachstum der zweikeimblättrigen Unkräuter. Die betroffenen Schaderreger zeigen typische Verkrümmungen (Epinastie) an Stängeln und Blättern, was letztlich zum Zusammenbruch des Leitgewebes und zum Absterben der Unkräuter führt. Der Wirkstoff Eisen-II-sulfat wirkt hingegen als reines Kontaktgift gegen Moose. Er entzieht den Mooszellen durch Plasmolyse rasant das Wasser, wodurch das Moos innerhalb kurzer Zeit schwarz wird und abstirbt. Gleichzeitig fördert das enthaltene Eisen die Chlorophyllbildung der Rasengräser, was zu einer tiefgrünen Farbe und einer schnelleren Regeneration der Grasnarbe beiträgt.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements einsetzen. Da 2,4-D und Dicamba beide der HRAC-Gruppe 4 angehören, ist es ratsam, die Anwendung auf die registrierte Häufigkeit pro Saison zu beschränken. Kombiniere die chemische Behandlung mit mechanischen Maßnahmen wie regelmäßigem Mähen, Vertikutieren und einer ausgewogenen Düngung, um die Konkurrenzkraft der Rasengräser zu stärken und den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautarten zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei COM 503 21 H GR um ein festes Granulat zur Trockenanwendung handelt, ist eine klassische Tankmischung in der Feldspritze nicht vorgesehen und technisch nicht durchführbar. Achte darauf, das Granulat auf feuchten Rasen (z. B. morgens nach dem Tau) auszubringen, damit es gut an den Unkrautblättern haftet. Nach etwa ein bis zwei Tagen sollte die Fläche beregnet werden, um die Wirkstoffe in den Boden einzuspülen und das Moos abzutöten. Eine zeitgleiche Ausbringung anderer Dünger oder Bodenhilfsstoffe sollte zeitlich versetzt erfolgen, um Verbrennungen an den Gräsern zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Granulat solltest du die übliche persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie feste Arbeitskleidung und Schutzhandschuhe tragen, um Hautkontakt zu vermeiden. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme: Vermeide die Anwendung auf Flächen, auf denen aktuell blühende Unkräuter von Bienen beflogen werden, oder verlege die Ausbringung in die Abendstunden nach dem Bienenflug. Achte zudem darauf, dass kein Granulat auf versiegelte Flächen oder in die Nähe von Gewässern gelangt, um den Eintrag von Eisen-II-sulfat und Herbizidwirkstoffen in aquatische Ökosysteme zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RasenZweikeimblättrige Unkräuter30 GRAM_PER_SQUARE_METER
RasenMoose30 GRAM_PER_SQUARE_METER

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt im Jahr, um COM 503 21 H GR auf dem Rasen anzuwenden?

Die Anwendung ist während der aktiven Wachstumsphase der Unkräuter und Gräser von Frühjahr bis Herbst besonders erfolgreich. Optimal sind milde Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C. Vermeide die Ausbringung bei extremer Hitze, Trockenheit oder Frostgefahr, da die Kultur sonst Schaden nehmen kann und die Unkräuter die Wirkstoffe nicht optimal aufnehmen.

Wie bereite ich den Rasen am besten auf die Behandlung vor?

Mähe deinen Rasen etwa 3 bis 4 Tage vor der geplanten Anwendung. Dadurch haben die Unkräuter bis zum Streutermin wieder genügend Blattfläche gebildet, um die Herbizidwirkstoffe 2,4-D und Dicamba effizient aufzunehmen. Achte darauf, dass der Rasen bei der Ausbringung leicht feucht ist (z. B. durch Morgentau), damit das Granulat gut an den Blättern haften bleibt.

Was muss ich nach der Ausbringung des Granulats beachten?

Nach der Anwendung sollte der Rasen mindestens 1 bis 2 Tage lang nicht betreten werden, damit die Wirkstoffe ungestört über die Blätter aufgenommen werden können. Wenn es innerhalb von 24 Stunden nach der Ausbringung nicht regnet, solltest du die Fläche nach dieser Wartezeit gründlich wässern, um das Eisen-II-sulfat zu aktivieren und Verbrennungen an den Gräsern zu verhindern.

Kann ich das Produkt auch auf frisch eingesätem Rasen verwenden?

Nein, frisch eingesäter Rasen ist noch sehr empfindlich gegenüber den hormonellen Wirkstoffen 2,4-D und Dicamba. Du solltest das Pflanzenschutzmittel erst auf Rasenflächen anwenden, die mindestens ein Jahr alt sind und bereits eine gut etablierte, robuste Grasnarbe sowie ein kräftiges Wurzelsystem ausgebildet haben.

Wie gehe ich vor, wenn nach der Moosbekämpfung kahle Stellen im Rasen entstehen?

Sobald das Moos nach einigen Tagen schwarz und abgestorben ist, solltest du es gründlich aus dem Rasen herausrechen oder vertikutieren. Die entstandenen kahlen Stellen kannst du anschließend mit einer hochwertigen Rasennachsaat einsäen, um eine dichte Grasnarbe wiederherzustellen und das erneute Auflaufen von Unkräutern zu verhindern.

Warum verfärben sich manche Steine oder Terrassenplatten nach dem Streuen rostbraun?

Das liegt am enthaltenen Eisen-II-sulfat. Wenn Granulatkörner auf säureempfindliche Steinplatten, Beton oder Holzterrassen gelangen und mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, oxidiert das Eisen und hinterlässt hartnäckige, rostbraune Flecken. Kehre versehentlich verstreutes Granulat daher sofort trocken von solchen Flächen ab, bevor du den Rasen wässerst.