Clinic TF
Clinic TF von Nufarm ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid (Totalherbizid) zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie hartnäckigen Holzgewächsen und Adlerfarn. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus.
Das Produkt wird in einer Vielzahl von Kulturen eingesetzt, darunter im Ackerbau (wie Getreide, Mais und Ackerbohnen), im Wein- und Obstbau sowie auf Stilllegungsflächen und im Forst. Seine Stärke liegt in der nachhaltigen Bekämpfung tiefwurzelnder, ausdauernder Unkrautarten wie der Gemeinen Quecke und verschiedenen Ampfer-Arten, die in vielen Fruchtfolgen erhebliche Probleme bereiten.
Durch die flexible Anwendung im Spätbereich (BBCH-Stadium 89 bis 99) sowie auf Stoppel- und Kulturlandflächen bietet Clinic TF Landwirten ein verlässliches Werkzeug zur Vorsaat- und Nacherntebehandlung sowie zur gezielten Kulturvorbereitung. Es unterstützt die pfluglose Bodenbearbeitung und sichert saubere Erntebedingungen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Er wirkt systemisch und wird primär über die grünen, assimilierenden Pflanzenteile aufgenommen. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff mit dem Saftstrom (Phloem) sowohl in die Sprossspitzen als auch in die unterirdischen Speicherorgane (Wurzeln, Rhizome, Ausläufer) transportiert. Auf biochemischer Ebene blockiert Glyphosat spezifisch das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Diese Blockade verhindert die Synthese der essenziellen aromatischen Aminosäuren (Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan), die für das Pflanzenwachstum und die Proteinsynthese unerlässlich sind. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt, zeigt der Wirkstoff eine hohe Spezifität. Der Absterbeprozess der Schaderreger setzt langsam ein und ist nach ein bis zwei Wochen vollständig abgeschlossen.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 9 zu minimieren, solltest du Clinic TF stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge sowie mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Vermeide wiederholte, alleinige Anwendungen von Glyphosat auf derselben Fläche ohne den Einsatz alternativer Bekämpfungsmethoden. Achte zudem darauf, stets die empfohlenen Aufwandmengen einzusetzen, um das Überleben teilresistenter Biotypen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Clinic TF ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Bodenhilfsstoffen mischbar. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe ist die Wasserqualität ein entscheidender Faktor: Sehr hartes Wasser, das hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen enthält, kann die Wirksamkeit von Glyphosat durch Komplexbildung reduzieren. In solchen Fällen empfiehlt sich der Zusatz eines geeigneten Wasserkonditionierers oder von Ammoniumsulfat vor der Zugabe des Herbizids. Führe vor großflächigen Anwendungen immer eine Mischungsprobe im kleinen Maßstab durch und appliziere die Spritzbrühe zeitnah nach dem Ansetzen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Clinic TF ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen grundsätzlich auf eine Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Vermeide zudem jegliche Abdrift auf benachbarte Oberflächengewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die Nichtziel-Flora zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Nadelholz | Adlerfarn | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Gerste | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Laubholz | Adlerfarn | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Zuckerrübe | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Kernobst | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Mais | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Gemeine Quecke, Ampfer-Arten | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Stilllegungsflächen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Hafer | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Ackerbaukulturen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie lange muss ich nach der Anwendung von Clinic TF warten, bis ich den Boden bearbeiten kann?
Für eine optimale Wirkung gegen ausdauernde Unkräuter wie die Gemeine Quecke solltest du mit der Bodenbearbeitung warten, bis der Wirkstoff vollständig in die unterirdischen Rhizome transportiert wurde. Bei mehrjährigen Unkräutern wird empfohlen, mindestens 7 bis 10 Tage mit dem Pflügen oder Grubbern zu warten. Bei einjährigen Unkräutern reicht oft schon eine Wartezeit von 2 bis 3 Tagen aus.
Welchen Einfluss hat Regen kurz nach der Spritzung auf die Wirkung von Clinic TF?
Clinic TF benötigt eine gewisse Zeit, um von den Blättern der Schaderreger aufgenommen zu werden. Setzt innerhalb von 4 bis 6 Stunden nach der Behandlung Regen ein, kann dies den Wirkstoff abwaschen und die Herbizidwirkung spürbar reduzieren. Achte daher auf ein trockenes Zeitfenster bei der Applikation.
Warum ist die Zugabe von Ammoniumsulfat bei hartem Spritzwasser ratsam?
Glyphosat ist ein saures Molekül, das im Spritztank leicht mit im Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen reagiert. Diese Komplexe können von den Unkrautblättern deutlich schlechter aufgenommen werden. Ammoniumsulfat bindet diese Härtebildner vorab, sodass der Wirkstoff voll pflanzenverfügbar bleibt und seine maximale Leistung entfalten kann.
Kann ich Clinic TF auch im Unterwuchs von Weinreben und Obstgehölzen einsetzen?
Ja, das Produkt ist für Anwendungen in Weinreben und Obstgehölzen zugelassen. Du musst jedoch unbedingt darauf achten, dass die Spritzbrühe nicht mit den grünen Teilen, jungen Trieben oder frischen Schnittstellen der Kulturpflanzen in Kontakt kommt, da dies zu schweren Schäden oder zum Absterben der Kultur führen kann. Nutze hierzu am besten einen Spritzschirm.
Was muss ich beim BBCH-Stadium für die Spätanwendung im Getreide beachten?
Eine Spätanwendung zur Ernteerleichterung oder Unkrautbekämpfung im Getreide darf erst ab dem BBCH-Stadium 89 (Vollreife) erfolgen. Behandle keinesfalls zu früh, da dies zu unzulässigen Rückständen im Erntegut führen und die Keimfähigkeit des Saatguts beeinträchtigen kann. Beachte zudem die spezifische Wartezeit bis zur Ernte.