CLETHOFIN 240
CLETHOFIN 240 ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, dringt das Pflanzenschutzmittel schnell in die Blätter der Schadgräser ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Werkzeug im modernen Acker- und Sonderkulturanbau.
Das Mittel ist für eine breite Palette zweikeimblättriger Kulturen zugelassen, darunter Zuckerrüben, Futterrüben, Kartoffeln, Winterraps sowie Leguminosen wie Ackerbohnen, Lupinen und Futtererbsen, aber auch Sonderkulturen wie Erdbeeren. Dank dieser Vielseitigkeit kannst du CLETHOFIN 240 flexibel in deinen Fruchtfolgen einsetzen, um hartnäckige Ungrasprobleme effektiv zu lösen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Klasse der Cyclohexandione (DIMs) und ist als ACCase-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 1 klassifiziert. Clethodim hemmt gezielt das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäurebiosynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau von neuen Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Gräser unterbunden. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch akropetal und basipetal transportiert. Innerhalb weniger Tage nach der Anwendung stagniert das Wachstum der Schadgräser. Die jüngsten Blätter verfärben sich von der Basis her gelblich bis rötlich und sterben schließlich ab, gefolgt vom Absterben der gesamten Pflanze inklusive der unterirdischen Ausläufer bei der Gemeinen Quecke.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen bei Ungräsern (insbesondere bei Ackerfuchsschwanz und Weidelgras) vorzubeugen, solltest du CLETHOFIN 240 unbedingt in ein integriertes Resistenzmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Rahmen der Fruchtfolge einen gezielten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen. Zudem unterstützen eine mechanische Bodenbearbeitung und eine weite Fruchtfolge die Gesunderhaltung deines Standorts.
Mischbarkeit & Tankmischung
CLETHOFIN 240 zeigt sich in der Praxis gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden. Bei Mischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, die die Gräserwirkung mindern. Um die Aufnahme des systemischen Wirkstoffs zu optimieren, wird dringend empfohlen, das Pflanzenschutzmittel in Kombination mit einem geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Additiv (z. B. auf Rapsölbasis) auszubringen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide Applikationen bei extremer Trockenheit oder Frostgefahr, da die Gräser für eine optimale Wirkung aktiv wachsen müssen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CLETHOFIN 240 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern grundsätzlich auf eine Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem penibel darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen zu vermeiden, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Erdbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Futterrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Laubholz | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–19 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Gemeine Quecke | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit CLETHOFIN 240 gegen einjährige Ungräser?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im BBCH-Stadium 12 bis 39 der Kultur, sobald die meisten Ungräser aufgelaufen sind und genügend Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme gebildet haben (ideal im 2- bis 4-Blatt-Stadium der Gräser). Achte darauf, dass die Schadgräser aktiv wachsen, da dies die systemische Verteilung des Wirkstoffs optimiert.
Wie bekämpfe ich die Gemeine Quecke mit diesem Produkt am effektivsten?
Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke benötigt die Pflanze mehr Blattmasse, um ausreichend Wirkstoff in das weitverzweigte Rhizomsystem zu transportieren. Behandle die Quecke idealerweise, wenn sie eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht hat, und nutze die für diesen Schaderreger zugelassene höhere Aufwandmenge innerhalb des registrierten Bereichs.
Warum wird für CLETHOFIN 240 die Zugabe eines Additivs empfohlen?
Clethodim ist ein rein systemischer Wirkstoff, der die dicke Wachsschicht der Gräserblätter durchdringen muss. Ein geeignetes Additiv (wie z. B. ein methyliertes Pflanzenöl) verbessert die Benetzung der Blattoberfläche, verringert die Verdunstung der Spritzbrühe und beschleunigt das Eindringen des Wirkstoffs erheblich, besonders unter trockenen Witterungsbedingungen.
Kann ich CLETHOFIN 240 auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr oder Herbst einsetzen?
Da die Wirkung auf einem aktiven Stoffwechsel der Schadgräser beruht, sind extrem kühle Temperaturen (unter 8 °C) oder Nachtfröste ungünstig. Warme, wüchsige Tage mit ausreichender Luftfeuchtigkeit fördern die Wirkstoffaufnahme und führen zu schnelleren und sichereren Bekämpfungserfolgen.
Was muss ich bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?
Die einzuhaltende Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur stark und liegt zwischen 28 und 60 Tagen. Du musst diese Fristen unbedingt einhalten, um Rückstände im Erntegut zu vermeiden. Plane die Applikation daher vorausschauend anhand des erwarteten Erntetermins deiner jeweiligen Kultur.
Wie verhalte ich mich, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?
CLETHOFIN 240 benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig in das Blattgewebe einzudringen. Als Faustregel gilt, dass die Spritzbrühe auf den Blättern komplett angetrocknet sein sollte und mindestens ein bis zwei regenfreie Stunden nach der Applikation folgen müssen, um Wirkungsverluste durch Abschwemmung zu verhindern.