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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

CLEANSHOT

BVL Zul.-Nr. 008193-00

CLEANSHOT ist ein hochwirksames Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Ausfallraps im Herbst. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe für eine breite und nachhaltige Wirkung im Wintergetreide. Es ist speziell für den Einsatz in Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale in den frühen Entwicklungsstadien registriert.

Durch die Kombination eines systemischen Blatt- und eines Bodenherbizids bietet das Produkt sowohl eine schnelle Kontakthebelwirkung auf bereits aufgelaufene Unkräuter als auch eine langanhaltende Bodenwirkung gegen nachkeimende Schaderreger. Dies macht es zu einem wichtigen Baustein für die Unkrautfreiheit im herbstlichen Getreidebau, um die Ertragspotenziale deiner Kulturen von Anfang an abzusichern.

Wirkstoffe

Florasulam
40 g/kg · Wirkstoff
Isoxaben
610 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von CLEANSHOT basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Florasulam gehört zur HRAC-Gruppe 2 (Sulfonamide) und fungiert als Acetolactat-Synthase (ALS)-Inhibitor. Er blockiert die Biosynthese der essenziellen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Unkräuter führt. Die Aufnahme erfolgt primär über das Blattwerk, von wo aus der Wirkstoff systemisch in die meristematischen Gewebe transportiert wird. Ergänzt wird dies durch Isoxaben, einen Wirkstoff der HRAC-Gruppe 29, der als Cellulose-Biosynthese-Inhibitor (CBI) wirkt. Isoxaben wird hauptsächlich über die Wurzeln keimender Unkräuter aufgenommen und stört den Aufbau der pflanzlichen Zellwand. Diese Kombination sorgt dafür, dass bereits aufgelaufener Ausfallraps und Unkräuter rasch abgetötet werden, während gleichzeitig ein stabiler Wirkstofffilm im Boden das Auflaufen nachfolgender Unkrautwellen über Wochen hinweg effektiv unterbindet.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern wie der Vogelmiere oder dem Ausfallraps, wirksam vorzubeugen, nutzt CLEANSHOT die Kombination zweier unterschiedlicher HRAC-Klassen (Gruppe 2 und Gruppe 29). Dennoch solltest du im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzmanagements darauf achten, den Einsatz von ALS-Hemmern in der Fruchtfolge zu limitieren. Kombiniere oder rotiere diese Anwendung mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen im Frühjahr und nutze mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffgruppen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

CLEANSHOT zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen im Herbst eingesetzten Pflanzenschutzmitteln aus, wie etwa Insektiziden zur Vektorenbekämpfung oder anderen Bodenherbiziden zur Gräserbekämpfung. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem hartes oder sehr kaltes Spritzwasser, um eine optimale Verteilung und Löslichkeit des Granulats im Tank zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit CLEANSHOT ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten generell auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten. Behandle vorzugsweise in den Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und das umliegende Ökosystem zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Düsen und die Einhaltung der guten fachlichen Praxis strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–1395 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAusfallraps10–1395 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteAusfallraps10–1395 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–1395 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAusfallraps10–1395 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenAusfallraps10–1395 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–1395 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–1395 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von CLEANSHOT im Herbst?

Der beste Behandlungszeitraum liegt in den frühen Entwicklungsstadien deiner Kulturen, konkret zwischen den BBCH-Stadien 10 (Spitzen des ersten Laubblattes) und 13 (3. Laubblatt entfaltet). Zu diesem Zeitpunkt sind auch die auflaufenden Unkräuter und der Ausfallraps noch sehr klein und besonders empfindlich gegenüber den Wirkstoffen.

Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Effektivität des Produkts aus?

Da CLEANSHOT mit Isoxaben eine starke Bodenkomponente enthält, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach ideal. Die Feuchtigkeit hilft, den Wirkstofffilm im oberen Bodenhorizont zu aktivieren, sodass keimende Unkräuter den Wirkstoff optimal über die Wurzeln aufnehmen können. Bei extremer Trockenheit kann die Bodenwirkung verzögert eintreffen.

Kann ich CLEANSHOT auch bei Frost oder niedrigen Temperaturen spritzen?

Du solltest die Anwendung bei anhaltendem Frost oder wenn Nachtfröste angekündigt sind, vermeiden. Für eine optimale systemische Wirkung von Florasulam über das Blatt müssen die Unkräuter aktiv wachsen. Temperaturen von dauerhaft unter 5 °C verlangsamen den Stoffwechsel der Pflanzen, was die Wirkstoffaufnahme und den Transport im Unkraut erheblich beeinträchtigt.

Was muss ich beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von CLEANSHOT beachten?

Nach einer herbstlichen Anwendung von CLEANSHOT im Wintergetreide können im folgenden Frühjahr im Rahmen der normalen Fruchtfolge die üblichen Kulturen nachgebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Getreidekultur kommen (z. B. durch Auswinterung), sind die spezifischen Karenzzeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben für empfindliche Folgekulturen zu beachten, um Schäden durch verbleibende Isoxaben-Rückstände im Boden zu verhindern.

Wie finde ich heraus, ob CLEANSHOT für meine spezifische Getreidesorte verträglich ist?

CLEANSHOT besitzt eine generell sehr gute Kulturverträglichkeit in den registrierten Wintergetreidearten (Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale). Bei extremen Witterungsbedingungen wie Staunässe oder stark geschwächten Beständen solltest du jedoch vorab Rücksprache mit deinem pflanzenbaulichen Berater halten oder Sortenlisten auf spezifische Empfindlichkeiten prüfen.

Warum ist die Bekämpfung von Ausfallraps in diesem frühen BBCH-Stadium so wichtig?

Ausfallraps wächst in der Jugendphase oft deutlich schneller als das frisch gesäte Wintergetreide. Wenn du ihn nicht bereits im BBCH-Stadium 10 bis 13 bekämpfst, unterdrückt er die Getreidekeimlinge durch Lichtentzug und entzieht dem Boden wertvolle Nährstoffe. Eine frühe Ausschaltung sichert die ungestörte Bestockung deines Getreides vor dem Winter.