CLAYTON RELIC
CLAYTON RELIC ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums von beißenden und saugenden Schaderregern. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten biologischen Wirkstoff Spinosad (480 g/l), vereint dieses Insektizid die Schnelligkeit synthetischer Wirkstoffe mit den vorteilhaften Eigenschaften eines natürlichen Ursprungs. Es ist für den Einsatz in einer Vielzahl von wirtschaftlich bedeutenden Kulturen wie Kernobst, Erdbeeren sowie verschiedenen Kohlgemüse- und Zwiebelkulturen zugelassen.
Das Wirkungsspektrum von CLAYTON RELIC umfasst schwer bekämpfbare Schaderreger, darunter verschiedene Wickler-Arten (Tortricidae), Thripse (wie den Kalifornischen Blütenthrips und Zwiebelthrips) sowie wichtige Kohlschädlinge wie die Kohlschabe, die Kohleule und Kohlweißlings-Arten. Auch gegen die Kleine und Große Kohlfliege bietet das Mittel eine hervorragende Wirkung. Durch seine schnelle Kontakt- und Fraßwirkung stoppt es den Fraßschaden an den Kulturen nahezu sofort nach der Aufnahme.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Spinosad gehört zur chemischen Klasse der Spinosyne und wird der IRAC-Gruppe 5 zugeordnet. Er wirkt als allosterischer Aktivator an den nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) des Nervensystems der Zielorganismen. Durch diese spezifische Bindung wird der Ionenkanal dauerhaft geöffnet, was zu einer kontinuierlichen, übermäßigen Reizübertragung führt. Dieser Mechanismus löst bei den betroffenen Schaderregern unkontrollierte Muskelkontraktionen, Zittern und schließlich eine vollständige Paralyse aus. Da sich dieser Angriffspunkt grundlegend von dem klassischer Insektizide wie Pyrethroiden oder Organophosphaten unterscheidet, zeigt CLAYTON RELIC keine Kreuzresistenzen und eignet sich hervorragend für moderne, integrierte Pflanzenschutzstrategien.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit von CLAYTON RELIC zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den Zulassungsvorgaben und wechsle systematisch zwischen Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (andere IRAC-Gruppen). Nutze für nachfolgende Behandlungen beispielsweise Produkte aus den IRAC-Gruppen 15, 22 oder 28, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
CLAYTON RELIC ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Blattdüngern mischbar. Dennoch empfiehlt es sich, vor jeder großflächigen Anwendung eine physische Mischbarkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine optimale Wasserqualität mit einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert und vermeide extrem alkalisches Spritzwasser, da dies den Wirkstoffabbau beschleunigen kann. Die Zugabe von Netzmitteln kann insbesondere bei Kulturen mit starker Wachsschicht (wie Kohl oder Lauch) die Benetzung und somit die biologische Wirksamkeit gegen versteckt sitzende Schaderreger wie Thripse deutlich verbessern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CLAYTON RELIC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe obligatorisch. Zum Schutz von nützlichen Bestäubern solltest du die Anwendung nicht in blühenden Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Chinakohl | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Blumenkohl | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Rosenkohl | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Brokkoli | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Quitte | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Birne | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Rosenkohl | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Holzapfel | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Brokkoli | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Rosenkohl | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Chinakohl | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Brokkoli | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Chinakohl | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zwiebelgemüse | Zwiebelthrips | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Erdbeere | Kalifornischer Blütenthrips | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 1T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Blumenkohl | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Blumenkohl | Kohlschabe, Große Kohlfliege, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Porree | Zwiebelthrips | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Apfel | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wie nimmt der Schaderreger den Wirkstoff von CLAYTON RELIC am besten auf?
Spinosad wirkt sowohl als Kontaktgift bei direkter Benetzung als auch hervorragend als Fraßgift. Wenn die Schaderreger behandelte Pflanzenteile fressen, nehmen sie den Wirkstoff auf, was zu einem schnellen Fraßstopp führt. Eine gründliche Benetzung aller Pflanzenteile bei der Behandlung ist daher entscheidend für den Bekämpfungserfolg.
Warum ist die Zugabe eines Netzmittels bei der Behandlung von Kohl oder Lauch ratsam?
Kulturen wie Kohl und Lauch besitzen eine ausgeprägte, wasserabweisende Wachsschicht. Ein geeignetes Netzmittel setzt die Oberflächenspannung der Spritzbrühe herab, sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs auf den Blättern und verhindert das Abperlen. Dies ist besonders wichtig, um versteckt sitzende Schaderreger wie Thripse in den Blattscheiden effektiv zu erreichen.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Wickler im Obstbau?
Die Behandlung sollte sich nach den Aufrufen des regionalen Warndienstes oder eigenen Monitoring-Ergebnissen (z. B. mittels Pheromonfallen) richten. Der beste Zeitpunkt liegt meist kurz nach dem Hauptfalterflug, direkt zum Schlupf der ersten Larven (Eilarvenstadium), bevor sich diese in die Früchte einbohren können.
Kann ich CLAYTON RELIC auch bei hohen Temperaturen mitten am Tag spritzen?
Es wird dringend empfohlen, die Anwendung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung können zu einer schnelleren Verdunstung der Spritzbrühe führen und das Risiko von Phytotoxizität an den Kulturen erhöhen. Zudem schützt eine abendliche Anwendung aktive Bestäuber wie Bienen.
Wie integriere ich CLAYTON RELIC am besten in mein Antiresistenzmanagement?
Du solltest CLAYTON RELIC (IRAC-Gruppe 5) im Block oder im Wechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen einsetzen. Vermeide mehr als die maximal zugelassene Anzahl an Behandlungen pro Saison mit diesem Wirkstoff und nutze für nachfolgende Generationen der Schaderreger Produkte mit völlig anderen Wirkmechanismen.
Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?
Der Wirkstoff Spinosad ist in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich (pH 6 bis 7) am stabilsten. Stark alkalisches Wasser (pH-Wert über 8) kann zu einer schnelleren chemischen Hydrolyse des Wirkstoffs in der Spritzleitung führen, was die Wirksamkeit mindert. Verwende bei Bedarf einen geeigneten pH-Puffer im Tank.