Chrome
Chrome von ADAMA ist ein leistungsstarkes Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern im Herbst. Durch die Kombination von drei bewährten Wirkstoffen bietet das flüssige Suspensionskonzentrat (SC) eine breite und zuverlässige Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Ungräser und Unkräuter in Wintergetreidekulturen. Es ist besonders darauf ausgelegt, frühe Konkurrenz im Keim- und Auflaufstadium zu unterdrücken, um den Grundstein für einen ertragreichen Bestand zu legen.
Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Boden- und Blattwirkung aus. Dies ermöglicht eine flexible Anwendung im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf der Kulturen. Dank der sich ergänzenden Wirkungsweisen der enthaltenen Komponenten ist Chrome ein wichtiger Baustein im modernen Ackerbau, insbesondere in Regionen mit hohem Druck durch Problemungräser.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Stärke von Chrome basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel dreier unterschiedlicher Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen 5, 12 und 15). Flufenacet (HRAC-Gruppe 15) hemmt die Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA) und blockiert damit die Zellteilung im Meristemgewebe keimender Ungräser. Es wirkt primär über den Boden und wird von den Wurzeln und Trieben der keimenden Schaderreger aufgenommen. Diflufenican (HRAC-Gruppe 12) blockiert die Phytoen-Desaturase (PDS), was die Biosynthese von Carotinoiden stört. Dies führt zum Zusammenbruch des Chlorophylls und äußert sich in charakteristischen Aufhellungen (Bleaching) der Unkräuter. Chlortoluron (HRAC-Gruppe 5) wiederum hemmt den Elektronentransport im Photosystem II, wodurch die Photosynthese zum Erliegen kommt und die betroffenen Pflanzen absterben. Diese Kombination sorgt für eine lückenlose Erfassung über Boden und Blatt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei anspruchsvollen Ungräsern wie dem Ackerfuchsschwanz oder Windhalm, wirksam vorzubeugen, nutzt Chrome die Kombination dreier unterschiedlicher HRAC-Klassen. Dennoch solltest du dieses Pflanzenschutzmittel stets in ein integriertes Gesamtkonzept einbinden. Dies umfasst den regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen im Frühjahr oder in den Folgekulturen der Fruchtfolge sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine angepasste Bodenbearbeitung und die Wahl des optimalen Aussaattermins.
Mischbarkeit & Tankmischung
Chrome zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Herbstherbiziden sowie Insektiziden zur Vektorenbekämpfung. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wassermenge achten und die Spritze vorab gründlich reinigen. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Bodenwirkung unterstützen. Mische das Produkt vorzugsweise bei moderaten Temperaturen und vermeide Anwendungen bei Frostgefahr oder extremen Temperaturschwankungen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Chrome ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden verlegen. Achte zudem streng darauf, Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen zu verhindern, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von Chrome im Herbst?
Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen, wenn die Schaderreger gerade keimen oder sich im Keimblattstadium befinden. Eine Anwendung im Vorauflauf ist bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit ebenfalls sehr wirksam, da die Wirkstoffe Flufenacet und Diflufenican stark über den Boden wirken.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Chrome?
Da zwei der drei Wirkstoffe (Flufenacet und Diflufenican) maßgeblich über den Boden und die Wurzeln aufgenommen werden, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend für einen optimalen Bekämpfungserfolg. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert eintreffen.
Kann ich Chrome bei Frostgefahr ausbringen?
Du solltest Chrome nicht anwenden, wenn Nachtfröste angekündigt sind oder die Kulturen unter Stress (z. B. durch Staunässe, extreme Trockenheit oder Frost) stehen. Frost nach der Anwendung kann die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen und zu vorübergehenden Wachstumsverzögerungen führen.
Wie integriere ich Chrome am besten in mein Resistenzmanagement?
Da Chrome bereits drei Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Gruppen enthält, bietet es einen hervorragenden Schutz vor Resistenzen. Du solltest es dennoch im Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen Gruppen (z. B. ALS-Hemmern im Frühjahr) einsetzen und mechanische Maßnahmen wie die Stoppelbearbeitung zur Reduzierung des Samenpotenzials im Boden nutzen.
Was muss ich bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von Chrome beachten?
Nach dem regulären Einsatz von Chrome im Herbst können im folgenden Frühjahr in der Regel alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verteilen und empfindliche Folgekulturen zu schützen.
Wie finde ich heraus, ob Chrome für meine spezifische Getreideart zugelassen ist?
Du kannst die genauen Zulassungsdetails und zugelassenen Kulturen direkt hier auf agronomy.farmable.tech im Bereich der registrierten Anwendungen einsehen. Achte darauf, die Sortenverträglichkeit insbesondere bei Chlortoluron-empfindlichen Weizensorten vorab zu prüfen.