Alle Mittel
Sonstige · GLOBACHEM NV

CHEROKEE Neo

BVL Zul.-Nr. 00B226-60

CHEROKEE Neo ist ein hochmodernes, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in allen wichtigen Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale, Dinkel und Hafer. Als flüssige Formulierung konzipiert, vereint es die herausragenden Eigenschaften von Prothioconazol und Spiroxamin. Diese Kombination sichert dir eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine hervorragende Verteilung in der Kultur, wodurch sowohl ein starker vorbeugender Schutz als auch eine schnelle kurative Stopp-Wirkung erzielt werden.

Das breite Wirkungsspektrum erstreckt sich von frühen Halmbasiserkrankungen wie der Halmbruchkrankheit über Blattkrankheiten wie Septoria-Blattdürre, DTR-Blattdürre, Netzflecken und Rostpilze bis hin zu Ährenkrankheiten wie Fusarium-Arten. Damit deckt das Produkt die gesamte kritische Phase der Bestandesführung von BBCH 30 bis BBCH 69 ab.

Dank der temperaturunabhängigen Wirkung von Spiroxamin zeigt CHEROKEE Neo bereits bei kühlen Bedingungen im zeitigen Frühjahr eine exzellente Leistung. Es ist somit das ideale Fundament für deine Fungizidstrategie, um Ertrag und Kornqualität nachhaltig abzusichern.

Wirkstoffe

Prothioconazol
160 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

CHEROKEE Neo kombiniert zwei hocheffiziente, systemische Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten in der Sterolbiosynthese der Pilzzelle. Prothioconazol gehört zur Gruppe der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und agiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI). Es hemmt das Enzym C14-Demethylase, was den Aufbau funktionsfähiger Zellmembranen im Pilzgewebe blockiert und das Myzelwachstum stoppt. Spiroxamin gehört zur Klasse der Amine bzw. Spiroketalamine (FRAC-Gruppe 5) und greift an zwei anderen Stellen der Sterolbiosynthese ein, indem es die Enzyme Δ14-Reduktase und Δ8→Δ7-Isomerase blockiert. Diese duale Hemmung innerhalb desselben Stoffwechselwegs erzeugt einen starken synergistischen Effekt. Zudem sorgt Spiroxamin für eine extrem schnelle Wirkstoffaufnahme und verleiht dem Produkt eine herausragende Initialwirkung, selbst bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppe 3 und FRAC-Gruppe 5) ist das inhärente Resistenzrisiko von CHEROKEE Neo deutlich reduziert. Um diese Schutzwirkung langfristig zu erhalten, solltest du das Produkt stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen. Wechsle CHEROKEE Neo mit Fungiziden ab, die andere Wirkmechanismen aufweisen – wie etwa SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Vermeide zudem unbedingt die Reduzierung der empfohlenen Aufwandmenge, um der Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme aktiv entgegenzuwirken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Produkt ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich problemlos mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischen. Bei der Kombination mit Wachstumsreglern ist jedoch zu beachten, dass Spiroxamin die Aufnahme des Mischungspartners stark beschleunigen kann. Passe die Aufwandmengen der Wachstumsregler bei hoher Einstrahlung oder extremen Temperaturschwankungen entsprechend an. Achte auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 150 bis 300 l/ha, um eine gleichmäßige Benetzung des Bestandes sicherzustellen. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird ein physischer Mischbarkeitstest in einem separaten Gefäß empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit CHEROKEE Neo ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Pflanzenschutzhandschuhen bei der Befüllung und Ausbringung zu tragen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern Anwendungen grundsätzlich nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchführen; verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden. Um Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen zu schonen, sind abdriftmindernde Düsen zu verwenden und die lokalen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintertriticaleRhynchosporium secalis, Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerroggenRhynchosporium secalis, Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommergersteRhynchosporium secalis, Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintergersteFusarium-Arten30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterroggenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommergersteFusarium-Arten30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerroggenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommertriticaleFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Haferkronenrost (Puccinia coronata)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommertriticaleRhynchosporium secalis, Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterroggenRhynchosporium secalis, Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterroggenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommertriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintertriticaleFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerroggenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintergersteRhynchosporium secalis, Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintertriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Haferkronenrost (Puccinia coronata)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von CHEROKEE Neo gegen die Halmbruchkrankheit?

Für eine gezielte Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) solltest du die Behandlung frühzeitig im Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH 30–32) einplanen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Getreidebestand noch offen genug, sodass der Spritzbrühebelag optimal an die Halmbasis gelangen kann.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von CHEROKEE Neo bei frühen Anwendungen?

Dank des enthaltenen Spiroxamins verfügt das Produkt über eine hervorragende Kälte- und Schnellwirkung. Es wirkt bereits bei kühlen Frühjahrstemperaturen ab ca. 5–8 °C zuverlässig. Zudem ist der Spritzbelag durch die schnelle systemische Aufnahme der Wirkstoffe bereits nach kurzer Zeit regenfest.

Kann ich CHEROKEE Neo zur Abschlussbehandlung gegen Ährenfusarium nutzen?

Ja, das Produkt ist bis zum Ende der Blüte (BBCH 69) zugelassen. Für eine optimale Wirkung gegen Fusarium-Arten solltest du die Anwendung gezielt in die Vollblüte (BBCH 65) legen, sobald Infektionsbedingungen (warme, feuchte Witterung während der Blüte) vorliegen. Dies hilft dir, die Mykotoxinbelastung im Erntegut effektiv zu minimieren.

Warum ist die Kombination aus Prothioconazol und Spiroxamin so schlagkräftig gegen Mehltau?

Spiroxamin besitzt eine ausgeprägte Stopp-Wirkung, die bestehenden Mehltau sofort austrocknet, während Prothioconazol für den langanhaltenden Schutz sorgt. Zudem fungiert Spiroxamin als Penetrationsbeschleuniger: Es erleichtert Prothioconazol das Eindringen in die Wachsschicht des Blattes, was die Kurativleistung der gesamten Mischung deutlich verstärkt.

Was muss ich bei der Mischung von CHEROKEE Neo mit Wachstumsreglern beachten?

Da Spiroxamin die Wachsschicht der Blätter anlöst und die Aufnahme von Mischungspartnern beschleunigt, solltest du bei Tankmischungen mit Wachstumsreglern (z. B. Trinexapac-Ethyl) vorsichtig sein. Reduziere bei starker Sonneneinstrahlung oder hohen Tagestemperaturen die Aufwandmenge des Wachstumsreglers, um stressbedingte Blattschäden zu vermeiden.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?

Nutze einfach die Such- und Filtersysteme auf unserem Portal agronomy.farmable.tech. Du kannst dort deine spezifische Kultur und den Schaderreger auswählen, um sofort eine Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen und Wirkstoffklassen anzuzeigen.