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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

Cervacol Extra

BVL Zul.-Nr. 062409-00

Cervacol Extra ist ein spezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Verhinderung von Winterverbiss durch Reh- und Rotwild in Forstkulturen. Das Produkt von Cheminova Deutschland GmbH hat sich als verlässliches Verbissschutzmittel sowohl in Nadelnutzholz- als auch in Laubnutzholz-Beständen etabliert.

Die Formulierung als gebrauchsfertige Paste setzt auf die physikalische Schutzwirkung von Quarzsand. Durch das gezielte Bestreichen der Leittriebe junger Forstpflanzen wird ein effektiver Schutzschirm für die schadensanfällige Ruheperiode im Winter aufgebaut.

Cervacol Extra schützt die wertvollen Terminalknospen vor dem Verbiss durch Schaderreger wie Rehwild und Rotwild und sichert so den ungestörten Höhenwuchs und die Qualität des zukünftigen Holzbestandes.

Wirkstoffe

Quarzsand
251 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Cervacol Extra basiert auf einem rein physikalisch-mechanischen Verpressungs- und Fraßabschreckungseffekt (Repellent). Der enthaltene Quarzsand bildet nach dem Trocknen eine rauhe, knirschende Schutzschicht auf den behandelten Pflanzenteilen. Beim Versuch des Wildes, die Knospen oder Triebspitzen aufzunehmen, erzeugen die feinen Mineralkristalle ein äußerst unangenehmes Gefühl im Äsungsraum. Dadurch schreckt das Wild vor dem weiteren Beäsen ab, ohne dass chemisch-toxische Wirkstoffe eingesetzt werden müssen.

Resistenzmanagement

Da Cervacol Extra auf einer rein physikalischen Wirkungsweise durch Quarzsand beruht, ist die Entwicklung biochemischer Resistenzmechanismen bei den Zielorganismen ausgeschlossen. Um Gewöhnungseffekte bei hohem Wilddruck zu vermeiden, solltest du das Verbissschutzmittel stets in ein ganzheitliches Forstschutzkonzept einbinden. Dazu gehören eine der Verjüngung angepasste Wilddichte sowie gegebenenfalls die Kombination mit mechanischen Einzelschutzmaßnahmen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Cervacol Extra wird als streichfertige Paste unverdünnt auf die zu schützenden Pflanzenteile aufgetragen. Eine Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln, Düngern oder Netzmitteln ist nicht vorgesehen und würde die Haftfähigkeit sowie die physikalische Barrierewirkung negativ beeinflussen. Achte bei der Ausbringung darauf, dass die Leittriebe trocken sind, damit die Paste optimal haftet und vor dem nächsten Niederschlag vollständig abtrocknen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Verarbeitung solltest du geeignete Schutzhandschuhe und Arbeitskleidung tragen, um Hautreizungen durch den abrasiven Quarzsand zu vermeiden. Aufgrund des mineralischen Wirkstoffs weist das Mittel eine sehr gute Umweltverträglichkeit auf und gefährdet weder Bienen noch Nutzinsekten. Achte dennoch darauf, dass das Produkt nicht direkt in Gewässer gelangt, um eine mechanische Belastung der Wasserfauna zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
NadelholzRehwild, Rotwild—4 GRAM_PER_PLANT—
LaubholzRehwild, Rotwild—4 GRAM_PER_PLANT—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Cervacol Extra?

Trage Cervacol Extra im Spätherbst (Oktober bis November) aus, sobald das Längenwachstum der Triebe abgeschlossen ist und die Pflanzen verholzt sind. Die Ausbringung sollte vor Beginn des ersten stärkeren Schneefalls und bei trockener Witterung erfolgen.

Wie bringst du Cervacol Extra am besten auf die Forstkulturen aus?

Das Mittel wird unverdünnt im Streichverfahren verarbeitet. Du streichst die Paste am besten mit einem speziellen Schutzhandschuh oder einer Zange von unten nach oben über den Leittrieb und die Terminalknospe, um eine gleichmäßige Abdeckung zu erreichen.

Wie viel Paste solltest du pro Leittrieb auftragen?

Es reicht aus, den oberen Bereich des Leittriebs inklusive der Knospe dünn, aber deckend einzustreichen. Achte darauf, nicht zu viel Material aufzutragen, um ein Abknicken des Triebs unter dem Eigengewicht zu verhindern.

Wie lange hält die Schutzwirkung von Cervacol Extra an?

Ein sachgerecht im Herbst aufgebrachter Belag schützt den Leittrieb zuverlässig über die gesamte Winterruhe bis zum Austrieb im folgenden Frühjahr. Mit dem neuen Austrieb wächst die Pflanze aus dem Schutzbelag heraus.

Muss der Leittrieb bei der Behandlung vollkommen trocken sein?

Ja, für eine optimale Haftung der Paste müssen die Triebe trocken und frostfrei sein. Bei Nässe oder Frost kann das Material nicht richtig haften und droht durch Niederschläge vor dem Abtrocknen abgewaschen zu werden.