Cerall
Cerall ist ein innovatives, biologisches Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Beizmittel), das auf dem nützlichen Bodenbakterium Pseudomonas chlororaphis (Stamm MA 342) basiert. Als flüssige Formulierung bietet es eine umweltfreundliche und leistungsstarke Alternative zu chemisch-synthetischen Beizmitteln im modernen Ackerbau. Das Produkt wurde speziell entwickelt, um das Saatgut bereits in der sensiblen Keimphase vor wirtschaftlich bedeutenden, samenübertragbaren Schaderregern zu schützen.
Durch den Einsatz dieses biologischen Präparats wird der Keimling von Anfang an gestärkt, was zu einem gleichmäßigeren Feldaufgang und einer robusten Jugendentwicklung führt. Da es sich um einen lebenden Mikroorganismus handelt, fügt sich Cerall hervorragend in integrierte Anbausysteme sowie in den ökologischen Landbau ein und unterstützt Landwirte dabei, chemische Wirkstoffe zu reduzieren, ohne Kompromisse bei der Bestandesetablierung einzugehen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von Pseudomonas chlororaphis Stamm MA 342 beruht auf einem multifaktoriellen, biologischen Ansatz. Nach der Aussaat besiedeln die Bakterien aktiv die Oberfläche des Samens und die sich entwickelnde Wurzelzone (Rhizosphäre). Sie konkurrieren dort mit pathogenen Schaderregern um Lebensraum und essentielle Nährstoffe (Konkurrenzausschluss), wodurch die Etablierung von Schadpilzen effektiv unterdrückt wird. Zusätzlich produziert der Bakterienstamm während seines Wachstums natürliche Stoffwechselprodukte, die direkt antifungal wirken und das Myzelwachstum von Schadpilzen hemmen. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Induktion der systemischen Resistenz (ISR) in der Kultur. Durch den Kontakt mit den nützlichen Bakterien wird das eigene Immunsystem des Keimlings stimuliert, sodass dieser widerstandsfähiger gegen spätere Infektionen wird. Da es sich um einen biologischen Wirkungsmechanismus handelt, ist dieser keiner klassischen FRAC-Gruppe zugeordnet, sondern agiert als natürlicher Antagonist.
Resistenzmanagement
Aufgrund des komplexen, biologischen Wirkungsmechanismus von Pseudomonas chlororaphis, der auf Konkurrenz, antifungal wirkenden Metaboliten und der Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte basiert, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen als extrem gering einzustufen. Es sind keine Kreuzresistenzen zu chemisch-synthetischen Beizstoffen bekannt. Um ein nachhaltiges Resistenzmanagement zu unterstützen, solltest du Cerall als festen Baustein in einer abwechslungsreichen Fruchtfolge und im Wechsel mit anderen Beiztechnologien einsetzen, um den Selektionsdruck auf Schaderreger dauerhaft niedrig zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da Cerall lebende Bakterien enthält, ist bei Mischungen mit anderen Produkten extreme Vorsicht geboten. Die Kombination mit chemischen Beizmitteln, insbesondere solchen mit starker bakterizider oder fungizider Wirkung, kann die Lebensfähigkeit von Pseudomonas chlororaphis beeinträchtigen und die Wirksamkeit mindern. Wenn du eine Tankmischung oder eine sequentielle Behandlung planst, solltest du vorab unbedingt die Verträglichkeit prüfen oder den Hersteller kontaktieren. Verwende für die Anwendung sauberes, chlorfreies Wasser bei moderaten Temperaturen, um die Vitalität der Bakterien während des Beizprozesses nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Cerall ein günstiges Umweltprofil auf, dennoch sind beim Umgang mit dem Konzentrat und dem behandelten Saatgut die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten. Trage bei der Handhabung und beim Beizvorgang geeignete persönliche Schutzausrüstung (Schutzhandschuhe, Arbeitskleidung und Atemschutz bei Staubentwicklung). Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Steckbrief angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsregel: Vermeide Staubverwehungen bei der Aussaat des behandelten Saatguts und achte darauf, dass keine Rückstände auf blühende Kulturen oder Unkräuter in der Umgebung gelangen, um Wildbienen und andere Bestäuber zu schonen. Schütze Oberflächengewässer vor direktem Eintrag oder Abdrift während der Aussaat.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie lagerst du mit Cerall behandeltes Saatgut am besten?
Da es sich bei Cerall um ein biologisches Pflanzenschutzmittel mit lebenden Bakterien handelt, solltest du das behandelte Saatgut kühl (idealerweise unter 15 °C) und trocken lagern. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und extreme Temperaturschwankungen, damit die Bakterien auf dem Korn vital bleiben und ihre volle Schutzwirkung beim Keimen entfalten können.
Kannst du Cerall im ökologischen Landbau verwenden?
Ja, Cerall basiert auf einem natürlichen Bodenbakterium und ist für den Einsatz im ökologischen Landbau geeignet. Du solltest jedoch vor der Anwendung die aktuelle Listung (wie die Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland) prüfen, um die Konformität mit den Richtlinien deines Anbauverbandes sicherzustellen.
Was musst du bei der Aussaat von mit Cerall behandeltem Saatgut beachten?
Um die nützlichen Bakterien optimal zu schützen, solltest du das Saatgut zügig nach der Aufbereitung aussäen. Achte bei der Aussaat auf eine gleichmäßige Ablagetiefe und einen guten Bodenschluss, damit die Bakterien direkt nach der Keimung feuchte Bedingungen vorfinden, die für die Besiedlung der Wurzelzone entscheidend sind.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von Cerall von einer chemischen Beize?
Während chemische Beizen Schaderreger direkt durch synthetische Wirkstoffe abtöten, wirkt Cerall präventiv und biologisch. Die nützlichen Bakterien besiedeln die Wurzel, verdrängen Krankheitserreger aktiv durch Konkurrenz und regen die pflanzeneigene Abwehr an. Dies sorgt für einen natürlichen Schutz, der mit dem Wurzelwachstum der Kultur mitwächst.
Kannst du Cerall mit flüssigen Mikronährstoffen beim Beizen mischen?
Mischungen mit Mikronährstoffen oder Düngemitteln während des Beizprozesses können den pH-Wert oder den osmotischen Druck der Beizbrühe stark verändern. Um die Lebensfähigkeit der Bakterien nicht zu gefährden, solltest du solche Mischungen vermeiden, es sei denn, es liegt eine ausdrückliche Freigabe des Herstellers vor.
Wie erkennst du, ob die biologische Behandlung mit Cerall erfolgreich war?
Ein erfolgreicher Einsatz zeigt sich vor allem an einem gleichmäßigen, lückenlosen Feldaufgang und einer kräftigen Entwicklung der Jungpflanzen. Da Cerall die Wurzelentwicklung fördert, kannst du bei Stichproben im Feld oft ein feiner verzweigtes und gesünderes Wurzelsystem im Vergleich zu unbehandelten Flächen feststellen.