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Sonstige · Arysta LifeScience S.A.S

Centurion

BVL Zul.-Nr. 024366-60

Centurion ist ein hochwirksames, selektives Nachauflauf-Gräserherbizid zur gezielten Ausschaltung von einjährigen und ausdauernden einkeimblättrigen Unkräutern. Als Emulsionskonzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Clethodim formuliert, bietet es eine hervorragende Selektivität in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Zuckerrüben, Leguminosen und Erdbeeren. Es stellt ein wichtiges Werkzeug dar, um den Ertrag und die Qualität deiner Kulturen vor starker Gräserkonkurrenz zu schützen.

Das Wirkungsspektrum umfasst problematische Schadgräser wie das Einjährige Rispengras sowie einjährige einkeimblättrige Unkräuter (darunter Ausfallgetreide und Ackerfuchsschwanz). Bei entsprechender Dosierung und optimalem Anwendungszeitpunkt zeigt das Produkt zudem eine hervorragende Wirkung gegen die hartnäckige Gemeine Quecke, indem es tief in das Rhizomsystem eindringt und so einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.

Durch seine flexible Anwendung im Nachauflauf kannst du den Behandlungszeitpunkt optimal an das Auflaufen der Schadgräser und die Befahrbarkeit der Flächen anpassen. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen, flexiblen Pflanzenschutzstrategien.

Wirkstoffe

Clethodim
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Centurion enthaltene Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Gruppe der Cyclohexandione (sogenannte "Dims") und ist als ACCase-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) klassifiziert. Der Wirkmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine unempfindliche Form dieses Enzyms, was die hervorragende Selektivität des Mittels erklärt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter der Schadgräser aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) transportiert. Dort blockiert er die Bildung neuer Zellmembranen. Bereits kurz nach der Behandlung stoppt das Wachstum der Gräser. In der Folge verfärben sich die jüngsten Herzblätter chlorotisch bis nekrotisch und lassen sich leicht aus der Blattscheide ziehen, bis schließlich die gesamte Pflanze abstirbt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Schadgräsern wie Ackerfuchsschwanz oder Weidelgras-Arten, wirksam vorzubeugen, solltest du Centurion stets in ein integriertes Resistenzmanagement einbinden. Vermeide den ausschließlichen und wiederholten Einsatz von Herbiziden der HRAC-Gruppe 1 auf derselben Fläche. Nutze stattdessen Fruchtfolgemaßnahmen, mechanische Bodenbearbeitung und wechsle den Wirkstoffmechanismus durch den gezielten Einsatz von Bodenherbiziden oder Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. HRAC-Gruppe 2 oder 15) ab.

Mischbarkeit & Tankmischung

Centurion wird für eine optimale Wirkung in der Regel in Kombination mit einem geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Additiv (z. B. einem pflanzlichen Öl) ausgebracht, um die Penetration der Wachsschicht auf den Gräserblättern zu verbessern. Bei geplanten Tankmischungen mit Fungiziden oder Insektiziden solltest du vorab die physikalische Mischbarkeit prüfen. Beachte, dass Mischungen mit bestimmten Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter antagonistische Effekte hervorrufen können, welche die Gräserwirkung reduzieren; in solchen Fällen ist eine Split-Anwendung oder ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen ratsam.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Centurion ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug beim Ansetzen und Ausbringen der Spritzbrühe, zwingend erforderlich. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, musst du die Abdrift auf angrenzende Flächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik minimieren. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände legen und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TeekräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE120T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjähriges Rispengras91–990.75 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.5 LITER_PER_HECTARE—
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE28T
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
HimbeereEinjähriges Rispengras91–990.75 LITER_PER_HECTARE—
Rot-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.5 LITER_PER_HECTARE—
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Gemeine Quecke—1 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.5 LITER_PER_HECTARE—
Lupine-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.5 LITER_PER_HECTARE—
LaubholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
Schaf-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.5 LITER_PER_HECTARE—
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE28T
AckerbohneEinjähriges Rispengras, Gemeine Quecke14–341 LITER_PER_HECTARE—
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter14–340.5 LITER_PER_HECTARE—
RotkleeGemeine Quecke13–991 LITER_PER_HECTARE—
KohlrübeGemeine Quecke—1 LITER_PER_HECTARE—
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE—
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
frische KräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE14T
KohlrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
BrombeereEinjähriges Rispengras91–990.75 LITER_PER_HECTARE—
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke—1 LITER_PER_HECTARE—
ZuckerrübeGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE—
BrombeereEinjähriges Rispengras0–590.75 LITER_PER_HECTARE—
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE28T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjähriges Rispengras0–590.75 LITER_PER_HECTARE—
LuzerneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.75 LITER_PER_HECTARE—
FeldsalatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE14T
NadelholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
TeekräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE120T
frische KräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE14T
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
ZierpflanzenEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
RotkleeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.75 LITER_PER_HECTARE—
SpargelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–290.75 LITER_PER_HECTARE—
KartoffelGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE60T
HimbeereEinjähriges Rispengras0–590.75 LITER_PER_HECTARE—
frische KräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE—
FutterrübeGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE—
ZwiebelgemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE56T
Schaf-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.5 LITER_PER_HECTARE—
Lupine-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.5 LITER_PER_HECTARE—
LuzerneGemeine Quecke13–991 LITER_PER_HECTARE—
Rot-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.5 LITER_PER_HECTARE—
ZwiebelgemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE35T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter14–340.5 LITER_PER_HECTARE—
TeekräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE120T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von Centurion gegen einjährige Gräser?

Du erzielst die beste Wirkung, wenn sich die einjährigen einkeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum befinden, idealerweise zwischen dem 2-Blatt-Stadium und dem Ende der Bestockung (BBCH 12 bis 29). In dieser Phase ist die Wirkstoffaufnahme und -verteilung in der Pflanze am intensivsten.

Warum ist die Zugabe eines Additivs bei der Spritzung so wichtig?

Gräser besitzen oft eine ausgeprägte Wachsschicht auf den Blättern, die das Eindringen von Wirkstoffen erschwert. Ein geeignetes Additiv (z. B. ein spezielles Öl) setzt die Oberflächenspannung herab und sorgt dafür, dass Clethodim schnell und in ausreichender Menge aufgenommen wird, besonders bei trockener Witterung.

Wie bekämpfe ich die Gemeine Quecke erfolgreich mit diesem Produkt?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke musst du warten, bis diese ausreichend Blattmasse gebildet hat (ca. 15–20 cm Wuchshöhe), damit genügend Wirkstoff aufgenommen werden kann. Nutze hierbei die höchste zugelassene Aufwandmenge, um einen Transport bis tief in die Rhizome zu gewährleisten.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung von Centurion?

Wende das Produkt bei wüchsigem Wetter mit moderaten Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit an. Vermeide Behandlungen bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Gräser unter Trockenstress stehen, da die Wirkstoffaufnahme dann stark eingeschränkt ist.

Wie lange dauert es, bis ich erste Symptome an den behandelten Gräsern sehe?

Da es sich um ein systemisches Herbizid handelt, setzt die Wirkung langsam ein. Erste Symptome wie ein Wachstumsstopp und Verfärbungen an den jüngsten Blättern zeigen sich meist nach 7 bis 10 Tagen. Das vollständige Absterben der Gräser kann je nach Witterung 2 bis 3 Wochen dauern.

Kann ich Centurion mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter mischen?

Mischungen sind prinzipiell möglich, können aber zu Antagonismus führen, wodurch die Wirkung gegen die Gräser nachlässt. Um die maximale Gräserwirkung abzusichern, empfiehlt es sich oft, Centurion solo anzuwenden oder einen zeitlichen Abstand von mindestens 3 bis 5 Tagen zu Breitblatt-Herbiziden einzuhalten.