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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Cello Forte

BVL Zul.-Nr. 00A851-60

Cello Forte ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid von Bayer CropScience, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel drei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale zu bekämpfen.

Das Produkt zeichnet sich durch seine hervorragende Kurativ- und Protektivleistung aus. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Blattdürre, Echtem Mehltau, Netzflecken, Rosten sowie Ährenfusariosen. Durch die Kombination von systemischen und mesostemischen Eigenschaften bietet Cello Forte einen langanhaltenden Schutz für das gesamte Blatt- und Ährenapparat.

Wirkstoffe

Prothioconazol
93.3 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
107 g/L · Wirkstoff
Trifloxystrobin
80 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Cello Forte basiert auf dem Zusammenspiel dreier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Prothioconazol gehört zur Gruppe der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI) in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Spiroxamin, ein Vertreter der Spiroketalamine (FRAC-Gruppe 5), greift ebenfalls in die Sterol-Biosynthese ein, blockiert jedoch die Delta-14-Reduktase und Delta-7/Delta-8-Isomerase. Diese duale Hemmung der Zellmembranbildung führt zu einer schnellen und nachhaltigen Schädigung der pilzlichen Zellstrukturen. Ergänzt wird dieses Trio durch Trifloxystrobin, ein Strobilurin (FRAC-Gruppe 11). Trifloxystrobin wirkt mesostemisch und hemmt die mitochondriale Atmung der Schaderreger am Komplex III (QoI). Es verhindert die Sporenkeimung und das frühe Myzelwachstum auf der Pflanzenoberfläche. Durch diese Kombination wird die Energieversorgung des Pilzes unterbrochen, während gleichzeitig ein starker Barriereeffekt auf der Kultur etabliert wird.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, nutzt Cello Forte die Kombination dreier Wirkstoffe aus unterschiedlichen FRAC-Klassen (3, 5 und 11). Dies erschwert es den Schaderregern erheblich, zeitgleich Resistenzen gegen alle Mechanismen zu entwickeln. Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie einsetzen. Das bedeutet, dass du Behandlungen mit Cello Forte im Wechsel mit Fungiziden durchführst, die andere Wirkstoffklassen enthalten, und die maximale Anzahl der empfohlenen Anwendungen pro Saison strikt einhältst, um den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Cello Forte zeigt eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte des Spritzwassers. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimiert ist. Die Behandlung sollte bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um Verdunstungsverluste zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Cello Forte ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlungen in die späten Abendstunden verlegen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Bodenlebewesen wie Regenwürmern sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen einzuhalten; vermeide jeglichen direkten Eintrag des Spritznebels in Oberflächengewässer oder angrenzende Saumstrukturen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
HartweizenFusarium-Arten30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenSeptoria nodorum30–691.5 LITER_PER_HECTARE
DinkelFusarium-Arten30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSeptoria nodorum30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteFusarium-Arten30–611.5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
HartweizenSeptoria nodorum30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteRhynchosporium secalis30–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
HartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
HartweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria nodorum30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
HartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteRhynchosporium secalis30–611.5 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenFusarium-Arten30–691.5 LITER_PER_HECTARE
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenFusarium-Arten30–691.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Cello Forte gegen Ährenfusarium?

Der beste Behandlungszeitraum gegen Ährenfusariosen liegt in der Phase der Getreideblüte (BBCH-Stadium 61 bis 65). Zu diesem Zeitpunkt sind die Blütenanlagen am empfindlichsten für Infektionen. Eine gezielte Applikation schützt die Ähre protektiv vor dem Eindringen der Fusarium-Pilze und mindert das Risiko von Mykotoxinbelastungen im Erntegut.

Wie profitiert die Kultur von der Kombination aus Spiroxamin und Prothioconazol?

Spiroxamin wirkt als extrem schneller Penetrationsbeschleuniger. Es sorgt dafür, dass Prothioconazol rascher in das Blattgewebe aufgenommen wird. Gleichzeitig greifen beide Wirkstoffe an unterschiedlichen Stellen der Sterol-Biosynthese des Pilzes an, was die kurative Wirkung gegen bereits etablierte Infektionen (wie Mehltau oder Rost) drastisch verstärkt.

Kann ich Cello Forte auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, dank des enthaltenen Spiroxamins zeigt Cello Forte auch bei niedrigeren Temperaturen ab etwa 5 bis 8 °C eine gute Anfangswirkung. Das macht das Pflanzenschutzmittel zu einer hervorragenden Option für frühe Behandlungen im Frühjahr (ab BBCH-Stadium 30), um beispielsweise frühen Mehltaubefall oder Halmbruch im Schossstadium effektiv zu stoppen.

Was muss ich bei der Wasseraufwandmenge für eine optimale Benetzung beachten?

Für eine lückenlose Benetzung des dichten Getreidebestands wird eine ausreichende Wasseraufwandmenge empfohlen, die eine feine bis mittelfeine Tropfenverteilung ermöglicht. Achte darauf, die Düsentechnik so einzustellen, dass auch die unteren Blattetagen und die Stängelbasis gut erreicht werden, um Schaderreger im unteren Bereich der Kultur frühzeitig zu erfassen.

Warum ist der Wirkstoff Trifloxystrobin für den langanhaltenden Schutz so wichtig?

Trifloxystrobin besitzt starke mesostemische Eigenschaften. Nach der Anwendung verteilt sich der Wirkstoff über die Gasphase auf der Blattoberfläche und lagert sich in der Wachsschicht an. Dadurch entsteht ein regenstabiles Wirkstoffdepot, das über Wochen hinweg neu keimende Pilzsporen blockiert und deine Kultur vor Folgeinfektionen schützt.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen spezifische Schaderreger?

Du kannst auf unserer Plattform direkt nach dem gewünschten Schaderreger (z. B. Ramularia oder Septoria) filtern. Das System zeigt dir dann eine Übersicht aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel an, die für diesen Erreger in deinen spezifischen Kulturen zugelassen sind, inklusive Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen.