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Sonstige · Taminco BV -

CCC720

BVL Zul.-Nr. 034046-60

CCC720 ist ein bewährter Wachstumsregler zur gezielten Steuerung des Längenwachstums und zur Verbesserung der Standfestigkeit in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen sowie im Zierpflanzenbau. Als flüssiges Konzentrat (SL) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und anwenden. Es hat sich im professionellen Ackerbau als Standardlösung zur Halmfestigung etabliert, um das gefürchtete Lager von Getreide zu verhindern und Ernteverluste effektiv zu minimieren.

Neben dem Einsatz in Getreidekulturen wie Weizen, Roggen und Hafer bietet CCC720 im professionellen Gartenbau eine zuverlässige Möglichkeit zum Stauchen von Zierpflanzen wie Begonien, Pelargonien und Weihnachtssternen. Durch die gezielte Wachstumshemmung erreichst du kompakte, optisch ansprechende und transportstabile Kulturen, die den Marktanforderungen im Zierpflanzenbau optimal entsprechen.

Wirkstoffe

Chlormequat
720 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Chlormequat greift direkt in den Hormonhaushalt der Kulturen ein. Er hemmt die Biosynthese von Gibberellinen, jener pflanzeneigenen Hormone, die maßgeblich für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich sind. Durch diese gezielte Blockade in einem frühen Stadium der Synthesekette wird die Zellstreckung im Spross gehemmt, was zu kürzeren und gleichzeitig dickeren Internodien führt. Diese biochemische Wirkung führt bei Getreide zu einer spürbaren Halmfestigung und einer Verstärkung der Halmbasis. Die Kulturen entwickeln eine deutlich höhere Standfestigkeit gegen Wind und Starkregen. Im Zierpflanzenbau bewirkt dieser Mechanismus ein kompakteres Wachstum (Stauchen), ein intensiveres Grün der Blätter und oft auch eine verbesserte Wurzelentwicklung, da die Energie der Kultur vermehrt in das Wurzelsystem statt in das Längenwachstum gelenkt wird.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Chlormequat um einen Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, ist das Risiko einer klassischen Resistenzentwicklung bei den Zielkulturen äußerst gering. Dennoch solltest du im Sinne eines nachhaltigen Kulturmanagements die Anwendung stets an die tatsächliche Standfestigkeit der Sorte, die Stickstoffdüngung und die Witterungsverhältnisse anpassen. Eine ausgewogene Fruchtfolge und die Wahl standfester Sorten unterstützen die Wirkung und reduzieren die Notwendigkeit maximaler Aufwandmengen.

Mischbarkeit & Tankmischung

CCC720 zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und Flüssigdüngern aus, was dir hilft, Überfahrten einzusparen. Bei Tankmischungen ist jedoch unbedingt auf die Mischreihenfolge und die Wasserqualität zu achten. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen, starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kulturen unter Stress (z. B. Trockenheit oder Frost) stehen. Vor der großflächigen Anwendung empfiehlt sich immer eine physische Mischprobe sowie ein Kleinflächentest zur Verträglichkeit an deinen Kulturen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit CCC720 steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden verlegen. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeihnachtssternStauchen19–590.5 LITER_PER_HECTARE
Pelargonium-ArtenStauchen19–590.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung21–312.1 LITER_PER_HECTARE63T
Rhododendron simsiiStauchen19–590.5 LITER_PER_HECTARE
HaferHalmfestigung32–392 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenHalmfestigung21–291.3 LITER_PER_HECTARE63T
Begonia-ArtenStauchen19–590.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmfestigung30–372 LITER_PER_HECTARE63T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung zur Halmfestigung im Getreide?

Der beste Zeitpunkt liegt in den frühen Schossstadien der Kulturen (meist BBCH 31 bis 32). In dieser Phase der intensiven Streckung bewirkt das Pflanzenschutzmittel die effektivste Einkürzung der unteren, statisch wichtigsten Internodien, was die Standfestigkeit maximiert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von CCC720?

Für eine optimale Aufnahme und Wirkung benötigt das Mittel wüchsiges Wetter mit Temperaturen über 8 °C und ausreichende Luftfeuchtigkeit. Vermeide die Anwendung bei Frostgefahr, extremer Hitze oder wenn die Kulturen durch Trockenheit gestresst sind, da dies zu Unverträglichkeiten führen kann.

Kann ich CCC720 im Zierpflanzenbau bei allen Sorten gleich dosieren?

Nein, die Reaktion auf den Wirkstoff Chlormequat variiert stark je nach Kultur und Sorte (z. B. bei Pelargonien oder Weihnachtssternen). Du solltest die Aufwandmenge stets an die Sortenwüchsigkeit anpassen und im Zweifel zunächst Testbehandlungen an einer kleinen Pflanzengruppe durchführen.

Warum ist die Halmfestigung bei hoher Stickstoffdüngung besonders wichtig?

Hohe Stickstoffgaben fördern das vegetative Wachstum und führen oft zu dünneren, instabileren Halmwänden. Wenn du intensiv düngst, steigt das Lagerrisiko drastisch. CCC720 wirkt dem entgegen, indem es die Halmbasis stärkt und die Standfestigkeit trotz starkem Wachstum sichert.

Wie finde ich heraus, ob CCC720 für meine spezifische Zierpflanzenart zugelassen ist?

Nutze hierzu die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst gezielt nach deiner Kultur (z. B. Begonien oder Weihnachtsstern) filtern, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Anwendungen und die dazugehörigen Auflagen direkt einzusehen.

Was muss ich bei der Wartezeit beachten, wenn ich Getreide behandle?

Die Wartezeit beschreibt den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand in Tagen zwischen der letzten Anwendung und der Ernte. Halte diese Fristen unbedingt ein, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Wirkstoffrückstände im Erntegut verbleiben.