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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

Cantus

BVL Zul.-Nr. 025180-00

Cantus ist ein hochwirksames, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel von BASF, das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert ist. Es hat sich im Ackerbau, Weinbau und Gemüsebau als verlässlicher Standard etabliert, um wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten gezielt zu bekämpfen. Das Produkt zeichnet sich durch eine hervorragende vorbeugende Wirkung aus und schützt die behandelten Kulturen langanhaltend vor Ertrags- und Qualitätsverlusten.

Der Wirkstoff Boscalid bietet ein breites Wirkungsspektrum gegen anspruchsvolle Schaderreger. Dazu gehören insbesondere Botrytis-Arten (Grauschimmel) im Weinbau und in Leguminosen sowie Sclerotinia-Arten (Weißstängeligkeit) und die Wurzelhals- und Stängelfäule im Winterraps. Dank seiner exzellenten Formulierung verteilt sich das Mittel optimal auf der Pflanzenoberfläche und dringt schnell in das Gewebe ein, was eine hohe Regenfestigkeit garantiert.

Durch den gezielten Schutz der Kultur in kritischen Wachstumsphasen sichert Cantus nicht nur die Vitalität der Bestände, sondern unterstützt auch die Ertragsbildung unter schwierigen Infektionsbedingungen. Es lässt sich flexibel in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren und ist ein unverzichtbarer Baustein für professionelle Anbauer.

Wirkstoffe

Boscalid
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Cantus enthaltene Wirkstoff Boscalid gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide und wird als SDHI-Fungizid (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitor) in die FRAC-Gruppe 7 eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Blockade der mitochondrialen Atmungskette der Schadpilze. Boscalid hemmt das Enzym Succinat-Dehydrogenase (Komplex II), welches eine Schlüsselrolle im Citratzyklus und der Atmungskette spielt. Durch diese Blockierung wird die Energieversorgung (ATP-Synthese) der Pilzzellen unterbrochen und die Bildung essenzieller chemischer Bausteine gestoppt. Dies führt zu einer schnellen Hemmung der Sporenkeimung, des Keimschlauchwachstums sowie der Myzelentwicklung. Da der Wirkstoff translaminar und systemisch in der Kultur verteilt wird, bietet er auch einen Schutz für neu zuwachsende Pflanzenteile.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen – insbesondere bei Botrytis-Arten – aktiv entgegenzuwirken, solltest du Cantus unbedingt im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements einsetzen. Da Boscalid der FRAC-Gruppe 7 angehört, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison streng zu begrenzen. Verwende Cantus stets im Wechsel mit Fungiziden, die andere Wirkmechanismen aufweisen (z. B. Triazole oder Kontaktmittel), und vermeide rein kurative Behandlungen auf bereits stark infizierten Beständen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Cantus ist im Allgemeinen sehr gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du dennoch vorab eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) durchführen. Befülle den Spritztank zu zwei Dritteln mit Wasser, rühre Cantus vollständig ein, bis es sich komplett gelöst hat, und füge erst danach die weiteren Mischpartner hinzu. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Cantus ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe und festes Schuhwerk) für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen ist ein direkter Eintrag des Mittels in Oberflächengewässer strikt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du das Pflanzenschutzmittel vorsorglich nicht auf blühende Kulturen oder an Orten ausbringen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; eine Anwendung in den späten Abendstunden schont nützliche Insekten optimal.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GemüsefenchelSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.)41–490.8 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
BleichsellerieSclerotinia sclerotiorum41–490.8 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
StangenbohneBotrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.)60–691 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
BuschbohneBotrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.)60–691 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
Dicke BohneSclerotinia sclerotiorum, Botrytis-Arten (Botrytis spp.)60–691 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
ErbseSclerotinia sclerotiorum, Botrytis-Arten (Botrytis spp.)60–691 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
WeinrebeBotrytis cinerea0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
BuschbohneSclerotinia sclerotiorum60–691 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
BuschbohneBotrytis cinerea60–691 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–590.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterrapsRapsschwärze (Alternaria brassicae)0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)57–690.5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Botrytis im Weinbau?

Für einen optimalen Schutz solltest du Cantus vorbeugend in den sensiblen BBCH-Stadien der Rebe anwenden. Der ideale Termin liegt meist am Ende der Blüte (BBCH 69) oder direkt vor dem Traubenschluss. So stellst du sicher, dass der Wirkstoff auch das Innere des Traubengerüsts erreicht, bevor sich die Beeren dicht aneinanderlegen.

Wie oft darf ich Cantus pro Saison in derselben Kultur anwenden?

Um das Risiko von Wirkstoffresistenzen zu minimieren, solltest du die Anzahl der Anwendungen streng begrenzen. Im Raps und bei vielen Gemüsearten ist meist nur eine Behandlung pro Saison empfohlen. Wechsle bei Folgebehandlungen unbedingt auf Wirkstoffe aus anderen FRAC-Klassen.

Ist Cantus regenfest und wie schnell zieht der Wirkstoff ein?

Cantus verfügt über eine hervorragende Haftung auf der Pflanzenoberfläche. Der Wirkstoff Boscalid wird rasch vom Gewebe aufgenommen. Dennoch sollte der Spritzbelag vor dem nächsten Regenereignis vollständig angetrocknet sein – in der Regel reicht dafür eine regenfreie Zeit von ein bis zwei Stunden aus.

Welche Wasseraufwandmenge wird für eine optimale Wirkung empfohlen?

Die Wasseraufwandmenge sollte immer an die Dichte und das Entwicklungsstadium deiner Kultur angepasst werden. Ziel ist eine lückenlose, gleichmäßige Benetzung aller Pflanzenteile. Besonders bei dichtem Laubwerk im Weinbau oder bei voll entwickelten Rapsbeständen sichert eine höhere Wassermenge das Eindringen des Spritznebels in die tieferen Bestandsschichten.

Wie finde ich die genauen Wartezeiten für meine spezifische Kultur im Portal?

Die Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur erheblich (zwischen 7 und 28 Tagen). Nutze einfach die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech und wähle deine Kultur aus. Dort werden dir die exakten, behördlich zugelassenen Wartezeiten und Aufwandmengen für Cantus übersichtlich angezeigt.