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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Calaris

BVL Zul.-Nr. 035692-00

Calaris ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat) von Syngenta, das speziell für den Einsatz im Mais entwickelt wurde. Es kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie problematischen Ungräsern wie der Hühnerhirse und verschiedenen Fingerhirse-Arten effektiv zu bekämpfen. Durch seine flexible Anwendung im Nachauflauf hat sich das Pflanzenschutzmittel als Standardlösung im modernen Maisanbau etabliert.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus und ermöglicht eine schnelle Wirkstoffaufnahme sowohl über das Blatt als auch über den Boden. Dies sichert eine zuverlässige Dauerwirkung gegen spät keimende Schaderreger, selbst unter wechselnden Witterungsbedingungen. Dank der synergistischen Effekte der beiden Wirkstoffkomponenten bietet das Produkt eine hervorragende Breitenwirkung, die auch schwer bekämpfbare Unkrautarten im frühen Entwicklungsstadium des Maises sicher erfasst.

Wirkstoffe

Mesotrione
70 g/L · Wirkstoff
Terbuthylazin
330 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Calaris beruht auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Mesotrione gehört zur Gruppe der HPPD-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 27). Er blockiert das Enzym p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase, was die Biosynthese von Plastochinon und in der Folge von Carotinoiden unterbricht. Ohne schützende Carotinoide führt das Sonnenlicht zur Zerstörung des Chlorophylls, was sich optisch durch ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der Schadpflanzen zeigt. Terbuthylazin ergänzt diese Wirkung als Photosynthesehemmer (HRAC-Gruppe 5). Es bindet an das D1-Protein des Photosystems II und verzögert den Elektronentransport. Dies führt zu einer Überlastung des photosynthetischen Apparates und zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies, die die Zellmembranen zerstören. Durch die Kombination beider Mechanismen wird der Unkrautwuchs doppelt gestresst, was die Absterberate der Schaderreger signifikant beschleunigt und die Gesamtwirkung absichert.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Calaris stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Die Kombination aus zwei unterschiedlichen HRAC-Wirkstoffklassen (Gruppe 27 und Gruppe 5) minimiert das Risiko einer Selektion resistenter Biotypen bereits von Natur aus. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge auch Herbizide mit anderen Wirkungsmechanismen abzuwechseln und mechanische Regulierungsmaßnahmen zu integrieren, um den Selektionsdruck auf Schaderreger wie Hühnerhirse dauerhaft niedrig zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Calaris ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Maisherbiziden, insbesondere mit Partnern zur Absicherung gegen schwer bekämpfbare Gräser oder Wurzelunkräuter. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung achten. Die Zugabe von geeigneten Additiven kann die Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen verbessern, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit geprüft werden. Vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um Stressreaktionen der Kultur zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf blühende Zwischenfrüchte oder Unkräuter in der Umgebung vermeiden; eine Applikation in den Abendstunden ist hierbei besonders schonend. Achte zudem darauf, einen direkten Eintrag in Oberflächengewässer zu verhindern und die allgemeinen Abstandsauflagen zum Schutz der aquatischen Umwelt strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisHühnerhirse, Fingerhirse-Arten, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter11–181.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Calaris im Mais?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf des Maises (BBCH-Stadium 11 bis 18), sobald die meisten Unkräuter und Hirsen aufgelaufen sind, sich aber noch in einem jungen, wüchsigen Stadium befinden. In dieser Phase ist die Wirkstoffaufnahme über das Blatt besonders effizient.

Wie wirkt sich trockenes Wetter auf die Effizienz des Produkts aus?

Da Calaris sowohl über das Blatt als auch über den Boden wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die langanhaltende Bodenwirkung von Vorteil. Bei anhaltender Trockenheit dominiert die Blattwirkung; in solchen Phasen solltest du die Behandlung in die kühleren Morgenstunden verlegen, wenn die Unkräuter eine dünnere Wachsschicht aufweisen und die Aufnahme begünstigt wird.

Kann ich Calaris mit anderen Herbiziden mischen, um das Wirkungsspektrum zu erweitern?

Ja, eine Tankmischung mit spezifischen Gräserpartnern ist häufig sinnvoll, um eine lückenlose Wirkung gegen ausdauernde Ungräser zu erzielen. Achte dabei immer auf die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner und mische die Produkte nacheinander im wassergefüllten Spritztank an.

Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz beachten?

Nach dem regulären Einsatz von Calaris im Mais können im folgenden Frühjahr in der Regel alle üblichen Ackerkulturen ohne Einschränkung angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einem Misserfolg sollten vor der Neueinsaat tiefere Bodenbearbeitungsmaßnahmen wie Pflügen durchgeführt werden, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Warum verfärben sich manche Unkräuter nach der Spritzung weiß?

Das ist der typische visuelle Effekt des Wirkstoffs Mesotrione. Als HPPD-Hemmer unterbindet er die Bildung von schützenden Pflanzenfarbstoffen (Carotinoiden). Das Sonnenlicht zerstört daraufhin das Chlorophyll in den Blättern der Schaderreger, was zu dem charakteristischen Ausbleichen und dem anschließenden Absterben führt.

Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Hühnerhirse im Mais?

Du kannst im Hub ganz einfach nach der Kultur 'Mais' filtern und den Schaderreger 'Hühnerhirse' auswählen. Das System listet dir dann alle aktuell registrierten Pflanzenschutzmittel auf, sodass du Wirkstoffe, Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen direkt miteinander vergleichen kannst.