Brivela
Brivela ist ein hochwirksames Fungizid von BASF, das speziell für den Schutz von Winterweichweizen (TRZAW) gegen ertragsmindernde Blattkrankheiten entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um einen umfassenden Schutz der oberen Blattetagen während der kritischen Ertragsbildungsphase zu gewährleisten. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Aufnahme in die Kultur aus.
Das Wirkungsspektrum von Brivela konzentriert sich auf die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Weizenanbau: Braunrost (Puccinia recondita) und die Septoria-Blattdürre (Septoria tritici). Durch den gezielten Einsatz in den BBCH-Stadien 30 bis 49 schützt du die ertragsbestimmenden Blätter vor Infektionen, erhältst die Photosyntheseaktivität der Kultur aufrecht und sicherst somit die Kornfüllung und die finale Ertragsqualität ab.
Dank der Kombination aus vorbeugenden und heilenden Eigenschaften bietet Brivela eine hohe Flexibilität beim Anwendungstermin. Es lässt sich hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren und bildet ein stabiles Fundament für ein gesundes Weizenfeld, selbst unter hohem Infektionsdruck.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirkung von Brivela basiert auf dem Zusammenspiel zweier Wirkstoffe mit unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten. Fluxapyroxad gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Es greift direkt in die Atmungskette der Pilzzellen ein, indem es das Enzym Succinat-Dehydrogenase blockiert. Dadurch wird die Energieproduktion des Schaderregers unterbrochen, was die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum und die Myzelbildung effektiv stoppt. Difenoconazol ergänzt diese Wirkung als systemischer Wirkstoff aus der Gruppe der Triazole (DMI, FRAC-Gruppe 3). Es hemmt die Demethylierung bei der Sterol-Biosynthese, wodurch der Aufbau der pilzlichen Zellmembranen gestört wird. Dieser duale Ansatz sorgt dafür, dass der Pilz auf verschiedenen Stufen seiner Entwicklung bekämpft wird. Die Wirkstoffe verteilen sich systemisch und translaminar in der Kultur, sodass auch neu zuwachsende Pflanzenteile langanhaltend geschützt sind.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit von Brivela zu sichern und der Entstehung von Resistenzen bei Schaderregern wie Septoria tritici vorzubeugen, solltest du das Produkt stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Da Brivela bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppe 3 und 7) kombiniert, ist ein eingebauter Schutz gegen Selektion vorhanden. Dennoch ist es wichtig, die maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison nicht zu überschreiten und im Spritzprogramm einen bewussten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Multisite-Inhibitoren) vorzunehmen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Brivela zeigt eine sehr gute Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln, flüssigen Blattdüngern und Wachstumsreglern, die im Weizenanbau üblich sind. Wenn du eine Tankmischung planst, empfiehlt es sich, vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchzuführen. Achte beim Befüllen der Spritze darauf, Brivela als flüssige Komponente nach eventuellen wasserlöslichen Beuteln oder Granulaten zuzugeben. Verwende eine ausreichende Wassermenge von 150–300 l/ha, um eine gleichmäßige Benetzung der Kultur zu garantieren, und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Brivela steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der gesamten Handhabung und Ausbringung die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robuster Schutzhandschuhe und Augenschutz. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, musst du die driftmindernden Auflagen strikt einhalten und einen angemessenen Abstand zu Oberflächengewässern wahren. Da zum Schutz von Bienen keine spezifische Gefahrenklasse vorgegeben ist, solltest du das Mittel vorsorglich nicht anwenden, wenn Bienen aktiv fliegen oder blühende Unkräuter in der Kultur vorhanden sind; verlege die Behandlung in diesen Fällen in die späten Abendstunden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–49 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–49 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Brivela?
Der zugelassene Anwendungszeitraum liegt zwischen dem Beginn des Schossens und dem Ende des Ährenschiebens (BBCH-Stadium 30 bis 49). Behandle am besten präventiv bei einsetzender Infektionsgefahr oder unmittelbar nach dem Sichtbarwerden erster Symptome auf den unteren Blättern, um die oberen Ertragsblätter dauerhaft gesund zu erhalten.
Wie oft darf ich Brivela in einer Saison im Winterweichweizen anwenden?
Die genaue Anzahl der maximalen Anwendungen richtet sich nach den aktuellen Zulassungsbestimmungen des BVL für dieses Produkt. Um Resistenzen vorzubeugen, solltest du die maximale Häufigkeit voll ausschöpfen, aber bei weiteren notwendigen Behandlungen auf Fungizide mit anderen Wirkmechanismen ausweichen.
Kann ich Brivela auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?
Ja, dank der systemischen Eigenschaften der Wirkstoffe ist Brivela auch bei mäßigen Frühjahrstemperaturen gut wirksam. Die Aufnahme in die Kultur erfolgt rasch, sobald die Pflanze physiologisch aktiv ist und Stoffwechsel betreibt. Vermeide jedoch Anwendungen bei Frost oder wenn die Kultur unter starkem Stress (z. B. durch Staunässe oder extreme Trockenheit) steht.
Welche Wassermenge wird für die Ausbringung von Brivela empfohlen?
Für eine optimale Benetzung der Kultur und eine gleichmäßige Verteilung der Wirkstoffe wird eine Wassermenge von 150 bis 300 Litern pro Hektar empfohlen. Bei dichtem Bestand oder fortgeschrittenem BBCH-Stadium solltest du die höhere Wassermenge wählen, um auch die unteren Blattebenen ausreichend zu benetzen.
Wie verhält sich Brivela bei Regen kurz nach der Anwendung?
Brivela verfügt über eine hervorragende Regenfestigkeit. Die Wirkstoffe dringen schnell in die Wachsschicht und das Gewebe der Blätter ein. In der Regel ist der Belag bereits nach ein bis zwei Stunden so weit angetrocknet und aufgenommen, dass nachfolgender Regen die Schutzwirkung nicht mehr beeinträchtigt.