BOSCALID 500 WG
BOSCALID 500 WG ist ein hochwirksames Fungizid in Form eines wasserdispergierbaren Granulats (WG), das speziell für den Schutz von Raps (BRSNW) gegen ertragsrelevante Pilzkrankheiten entwickelt wurde. Als bewährte Lösung im modernen Pflanzenschutz bietet das Mittel eine hervorragende vorbeugende Wirkung gegen ein breites Spektrum an Schaderregern, die den Rapsanbau gefährden können.
Das Anwendungsspektrum konzentriert sich auf die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Raps: die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum), die Rapsschwärze (Alternaria brassicae) sowie die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans). Durch seine hochwertige Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren, staubfrei handhaben und löst sich in der Spritzbrühe schnell und rückstandsfrei auf, was eine gleichmäßige Benetzung der Kultur gewährleistet.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Boscalid gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI) und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 7 klassifiziert. Die biochemische Wirkung beruht auf der gezielten Hemmung des Enzyms Succinat-Dehydrogenase (Komplex II) in der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen. Durch diese Blockade wird der Elektronentransport unterbrochen, was die Energieversorgung (ATP-Synthese) des Schaderregers stoppt und den Zellstoffwechsel zum Erliegen bringt. Boscalid wirkt primär protektiv (vorbeugend). Es verhindert die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum und die Appressorienbildung der Pilze. Nach der Anwendung lagert sich ein Teil des Wirkstoffs auf der Wachsschicht der Blätter an, während ein anderer Teil translaminar und systemisch über den Saftstrom in der Kultur verteilt wird, wodurch auch Neuzuwachs geschützt wird.
Resistenzmanagement
Da Boscalid der FRAC-Gruppe 7 angehört, besteht bei wiederholter Solo-Anwendung ein inhärentes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielpathogenen. Um die langfristige Wirksamkeit dieses wertvollen Wirkstoffs zu sichern, solltest du BOSCALID 500 WG stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du Behandlungen mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen – wie beispielsweise Azolen (FRAC-Gruppe 3) – abwechseln oder in Tankmischung ausbringen solltest. Halte dich zudem strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison auf das notwendige Minimum.
Mischbarkeit & Tankmischung
BOSCALID 500 WG zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln aus, darunter viele Insektizide und Wachstumsregler, die im Rapsanbau zeitgleich eingesetzt werden. Bei der Erstellung von Tankmischungen empfiehlt es sich, das Granulat stets als erste Komponente im fast vollständig mit Wasser gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren vollständig aufzulösen, bevor weitere Partner hinzugefügt werden. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extreme pH-Werte des Spritzwassers, um eine optimale Stabilität der Spritzbrühe zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sollten Abdriften auf angrenzende Flächen und Oberflächengewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent vermieden werden. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden, insbesondere wenn die Kultur oder eventuell vorhandene Unterkräuter blühen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) | 57–69 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Alternaria brassicae | 65–75 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 0–59 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Weißstängeligkeit (Sclerotinia) im Raps?
Der kritische Infektionszeitraum für Sclerotinia liegt meist während der Rapsblüte (BBCH 61 bis 65), wenn abfallende Blütenblätter in den Blattachseln hängen bleiben und als Nährboden für Pilzsporen dienen. Du solltest die Behandlung vorbeugend durchführen, sobald die ersten Blütenblätter fallen und feucht-warme Witterungsbedingungen die Sporenkeimung begünstigen.
Wie wirkt sich die systemische Eigenschaft von Boscalid auf den Schutz der Kultur aus?
Boscalid besitzt translaminare und lokal-systemische Eigenschaften. Nach der Spritzung dringt der Wirkstoff in das Blattgewebe ein und verteilt sich akropetal (nach oben hin) in der Kultur. Dadurch werden auch Pflanzenteile geschützt, die bei der Applikation nicht direkt vom Spritzstrahl getroffen wurden, sowie der nach der Behandlung entstehende Neuzuwachs.
Kann ich BOSCALID 500 WG mit Wachstumsreglern im Frühjahr kombinieren?
Ja, eine Tankmischung mit gängigen Wachstumsreglern (z. B. auf Azol-Basis) ist in der Regel gut verträglich und im Rapsanbau gängige Praxis. Diese Kombination spart nicht nur eine Überfahrt, sondern unterstützt durch den Wirkstoffwechsel auch das integrierte Resistenzmanagement. Führe im Zweifel vorab eine Mischprobe im kleinen Maßstab durch.
Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Ausbringung dieses Fungizids?
Für eine optimale Löslichkeit des wasserdispergierbaren Granulats (WG) sollte das Spritzwasser sauber sein und einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert (pH 5,5 bis 6,5) aufweisen. Sehr hartes Wasser oder extreme pH-Werte können die Stabilität der Formulierung beeinträchtigen und die Wirkstoffaufnahme durch die Kultur verringern.
Wie erkenne ich einen Befall mit Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) im Feld?
Achte im Herbst und frühen Frühjahr auf graue, ovale Flecken mit kleinen schwarzen Punkten (Pyknidien) auf den Blättern. Später führt der Befall zu einer Einschnürung und Vermorschung des Stängelgrundes. Eine rechtzeitige Behandlung im zugelassenen BBCH-Bereich verhindert, dass der Pilz vom Blatt in den Stängel einwandert und dort die Saftleitungen blockiert.