Bioten
Bioten ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel von Gowan, das speziell für den präventiven Schutz von Kulturen gegen bodenbürtige Schaderreger entwickelt wurde. Als formuliertes Pulver basiert das Produkt auf einer synergistischen Kombination zweier nützlicher Pilzstämme: Trichoderma asperellum (Stamm ICC 012) und Trichoderma gamsii (Stamm ICC 080). Diese nützlichen Mikroorganismen besiedeln die Rhizosphäre und bilden einen schützenden Schild um die Wurzeln der Kulturen.
Das Anwendungsspektrum konzentriert sich primär auf die Bekämpfung von schädlichen Bodenpilzen, die verheerende Auflaufkrankheiten, Wurzelfäule und Stängelgrundfäule verursachen können. Durch den Einsatz von Bioten in verschiedenen registrierten Kulturen kannst du deine Bestände bereits in der kritischen frühen Entwicklungsphase wirksam absichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von Bioten basiert auf einem komplexen, mehrfachen biologischen Mechanismus (klassifiziert in der FRAC-Gruppe BM02). Nach der Anwendung keimen die Sporen von Trichoderma im Boden und besiedeln aktiv die Wurzeloberfläche der Kultur. Sie konkurrieren extrem erfolgreich mit pathogenen Bodenpilzen um Lebensraum und essentielle Nährstoffe, wodurch den Schaderregern die Existenzgrundlage entzogen wird. Darüber hinaus zeigen beide Trichoderma-Stämme einen ausgeprägten Mykoparasitismus: Sie erkennen die Hyphen der Schadpilze, winden sich um sie herum und setzen zellwandabbauende Enzyme wie Chitinasen und Glucanasen frei, um die Krankheitserreger direkt zu parasitieren und abzutöten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die Induktion der pflanzeneigenen systemischen Widerstandskraft (ISR) sowie die Förderung des Wurzelwachstums, was die Vitalität und Stresstoleranz deiner Kulturen nachhaltig steigert.
Resistenzmanagement
Da Bioten auf lebenden Organismen mit multiplen, unspezifischen Wirkmechanismen basiert, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen als extrem gering einzustufen. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich daher hervorragend als Baustein in einem integrierten Pflanzenschutzprogramm (IPM). Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination von biologischen Maßnahmen wie Bioten mit klassischen chemisch-synthetischen Fungiziden kannst du den Selektionsdruck auf bestehende Wirkstoffklassen effektiv minimieren und deren Wirksamkeit langfristig sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Planung von Tankmischungen mit Bioten musst du beachten, dass es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Pilzsporen handelt. Die physikalische Mischbarkeit mit vielen Düngemitteln und Insektiziden ist zwar oft gegeben, jedoch sollten Mischungen mit chemischen Fungiziden – insbesondere solchen mit bodenwirksamer oder systemischer Wirkung gegen Schlauchpilze (Ascomyceten) – vermieden werden, da sie die Lebensfähigkeit der Trichoderma-Sporen stark beeinträchtigen können. Verwende für die Ausbringung sauberes, chlorfreies Wasser mit einem pH-Wert im neutralen bis leicht sauren Bereich und bringe die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen aus.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Obwohl Bioten auf natürlichen Bodenorganismen basiert, steht der Schutz des Anwenders bei der Handhabung an erster Stelle. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung solltest du die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (PSA), insbesondere einen Atemschutz gegen Stäube und Schutzhandschuhe, tragen, um eine Inhalation oder Hautkontakt mit dem Pulver zu vermeiden. Zum Schutz von Nichtzielorganismen wie Bienen wird empfohlen, Anwendungen nicht direkt auf blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchzuführen; verlege die Behandlung idealerweise in die Abendstunden. Achte zudem darauf, dass kein Eintrag oder Abdrift in Oberflächengewässer erfolgt, um die aquatische Umwelt zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Blattgemüse | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Blattgemüse | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| frische Kräuter | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Fruchtgemüse | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Stielmus | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Fruchtgemüse | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| frische Kräuter | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Stielmus | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Bodenpilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Bioten?
Da Bioten rein präventiv wirkt, solltest du das Produkt so früh wie möglich im Kulturverlauf einsetzen. Optimal ist eine Anwendung direkt bei der Aussaat, beim Stecken, beim Topfen oder unmittelbar nach dem Pflanzen, damit die Trichoderma-Stämme die Wurzeln besiedeln können, bevor pathogene Bodenpilze diese infizieren.
Welche Bodentemperaturen sind für die Wirkung von Bioten erforderlich?
Die in Bioten enthaltenen Trichoderma-Stämme sind in einem breiten Temperaturbereich aktiv. Die Sporenkeimung und das Wurzelwachstum beginnen ab einer Bodentemperatur von etwa 10 °C, wobei das Wirkungsoptimum zwischen 15 °C und 25 °C liegt. Bei sehr kalten Böden unter 8 °C verlangsamt sich die Aktivität der nützlichen Pilze deutlich.
Kann ich Bioten über die Tröpfchenbewässerung ausbringen?
Ja, eine Ausbringung über bestehende Tröpfchenbewässerungs- oder Ebbe-Flut-Systeme ist sehr gut möglich und oft hochgradig effizient. Achte darauf, dass alle Filter im System sauber sind (Maschenweite nicht zu fein, idealerweise über 100 Mesh), damit die suspendierten Sporen nicht zurückgehalten werden, und spüle das System nach der Anwendung kurz mit klarem Wasser nach.
Wie lange überleben die Trichoderma-Stämme im Boden nach einer Behandlung?
Unter günstigen Bedingungen mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit und organischer Substanz können sich die Pilze über mehrere Wochen bis Monate im Wurzelraum etablieren. Bei intensivem Kulturwachstum oder hohem Infektionsdruck durch Schaderreger wird jedoch eine Folgebehandlung nach 2 bis 4 Wochen empfohlen, um den Schutzfilm stabil zu halten.
Kann ich Bioten zusammen mit Bodenherbiziden anwenden?
Generell sind die meisten Herbizide gut verträglich mit Trichoderma-Sporen, da sie auf andere biochemische Prozesse abzielen. Dennoch solltest du zur Sicherheit keine direkte Tankmischung in konzentrierter Form ansetzen, sondern die Produkte nacheinander einspülen oder die Verträglichkeit vorab in einem kleinen Behälter testen.
Wie lagere ich Bioten am besten, um die Vitalität der Sporen zu erhalten?
Da es sich um lebende Mikroorganismen handelt, ist die richtige Lagerung entscheidend. Bewahre das Produkt trocken, kühl (idealerweise unter 15 °C, am besten im Kühlschrank bei 4–8 °C) und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt in der Originalverpackung auf. Vermeide Frost sowie Temperaturen über 30 °C, da dies die Keimfähigkeit der Sporen drastisch reduziert.