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Sonstige · CBC Europe S.r.l.

BIOOtwin L+

BVL Zul.-Nr. 00B378-00

BIOOtwin L+ ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur biotechnischen Regulierung von Schaderregern im Weinbau. Als innovativer Doppelampullen-Dispenser konzipiert, kombiniert das Produkt zwei synthetische Pheromone, um eine hocheffiziente Verwirrungsmethode (Paarungsstörung) in der Kultur zu etablieren. Diese Formulierung ermöglicht eine kontinuierliche und gleichmäßige Abgabe der Wirkstoffe über die gesamte Flugsaison der Schädlinge.

Das Produkt nimmt eine führende Rolle im modernen, integrierten Pflanzenschutz sowie im ökologischen Anbau ein. Durch den gezielten Einsatz von BIOOtwin L+ kannst du den Einsatz klassischer Insektizide signifikant reduzieren. Die anwendungsfreundliche Aufhängung der Dispenser schont zudem Nützlinge und sorgt für eine rückstandsfreie Ernte, was den Anforderungen moderner Wertschöpfungsketten optimal entspricht.

Wirkstoffe

(E,Z)-7,9-Dodecadien-1-ylacetat
689 g/kg · Wirkstoff
(Z)-9-Dodecen-1-ylacetat
80 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von BIOOtwin L+ basiert auf dem Prinzip der Paarungsstörung (Verwirrungsmethode). Die aktiven Komponenten, (E,Z)-7,9-Dodecadien-1-ylacetat und (Z)-9-Dodecen-1-ylacetat, imitieren die natürlichen Sexuallockstoffe (Pheromone) der weiblichen Falter des Bekreuzten und Einbindigen Traubenwicklers. Nach dem Ausbringen der Dispenser in der Kultur entsteht eine gleichmäßige Pheromonwolke in der Luft. Diese künstliche Überlagerung des natürlichen Duftmusters desorientiert die männlichen Falter vollständig. Sie sind nicht mehr in der Lage, die von den Weibchen abgegebenen Lockstoffspuren zu orten. Infolgedessen bleibt die Paarung aus, wodurch die Eiablage und der anschließende Befall der Kultur durch die schädlichen Raupen effektiv verhindert werden. Da es sich um einen rein verhaltensmodifizierenden Mechanismus handelt, erfolgt keine direkte toxische Wirkung auf die Zielorganismen.

Resistenzmanagement

Da es sich bei BIOOtwin L+ um ein biotechnisches Verfahren mittels Pheromonen handelt, ist das Risiko einer Resistenzbildung im Vergleich zu klassischen chemischen Insektiziden als äußerst gering einzustufen. Es gibt keine bekannten physiologischen Resistenzen gegen die Verwirrungsmethode. Um den Bekämpfungserfolg langfristig zu sichern, solltest du das Produkt im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts (IPM) einsetzen. Bei extrem hohem Ausgangsbefall oder starkem Zuflug aus unbehandelten Nachbaranlagen kann eine flankierende, gezielte Behandlung mit zugelassenen Insektiziden zur ersten Generation sinnvoll sein.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als passiver, manuell auszubringender Dispenser wird BIOOtwin L+ direkt in der Kultur aufgehängt und nicht im Spritzverfahren appliziert. Eine klassische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern entfällt daher vollständig. Du kannst jedoch alle notwendigen Fungizid- und Insektizidbehandlungen sowie Laubarbeiten in der Kultur uneingeschränkt und unabhängig von den installierten Dispensern durchführen. Achte lediglich darauf, dass die Dispenser bei mechanischen Arbeiten in der Laubwand nicht beschädigt oder abgerissen werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Ausbringen der Dispenser solltest du die allgemeinen Arbeitsschutzregeln beachten und geeignete Schutzhandschuhe tragen, um direkten Hautkontakt mit den Wirkstoffdepots zu vermeiden. Da das Produkt selektiv wirkt und keine toxischen Spritzbrühen ausgebracht werden, ist das Risiko für Anwender und die Umwelt minimal. Zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern wird empfohlen, die Installation außerhalb der Hauptflugzeiten oder in den kühleren Abendstunden durchzuführen, um Unruhe in der Kultur zu vermeiden. Achte darauf, dass keine Dispenser in Oberflächengewässer gelangen, und entsorge verbrauchte Ampullen fachgerecht über die dafür vorgesehenen Rücknahmesysteme.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler250 PIECES_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt, um BIOOtwin L+ in der Kultur aufzuhängen?

Du solltest die Dispenser unbedingt vor dem Beginn des ersten Falterflugs der Traubenwickler im Frühjahr ausbringen. Orientiere dich hierbei an den regionalen Warndienstaufrufen oder nutze eigene Pheromonfallen zur Überwachung. Sobald die ersten Falter fliegen, muss die Pheromonwolke in der Kultur bereits stabil aufgebaut sein.

Wie viele Dispenser muss ich pro Hektar ausbringen und wie verteile ich sie?

Die genaue Aufwandmenge richtet sich nach den Zulassungsbestimmungen. Verteile die Dispenser gleichmäßig in der Kultur und hänge in den Randbereichen sowie in windexponierten Lagen zusätzliche Spender auf (Randverstärkung), um Verdünnungseffekte der Pheromonwolke auszugleichen.

Funktioniert die Verwirrungsmethode auch auf kleinen, isolierten Parzellen?

Die Verwirrungsmethode ist ein Flächenverfahren. Auf sehr kleinen oder stark winddurchströmten Flächen kann sich keine ausreichend dichte Pheromonwolke aufbauen. Zudem droht hier Einflug bereits begatteter Weibchen aus der Nachbarschaft. Für einen optimalen Erfolg solltest du eine zusammenhängende Mindestfläche von idealerweise über einem Hektar behandeln oder dich mit Nachbarbetrieben zusammenschließen.

Wie verhalte ich mich, wenn trotz der Dispenser ein starker Befall sichtbar wird?

Kontrolliere deine Kultur regelmäßig (z. B. durch visuelle Kontrollen auf Sauerwurm- und Süßwurmbefall). Sollte der Befallsdruck durch extremen Zuflug oder ungünstige Witterung den wirtschaftlichen Schadschwellenwert überschreiten, musst du eine gezielte Zusatzbehandlung mit einem zugelassenen Insektizid durchführen, um die Kultur zu schützen.

Beeinflusst Regen oder starke Sonneneinstrahlung die Haltbarkeit der Dispenser?

Nein, die Formulierung der BIOOtwin L+ Dispenser ist speziell für den ganzjährigen Freilandeinsatz entwickelt worden. Die Freisetzungsrate der Wirkstoffe ist temperaturgesteuert und so kalibriert, dass auch bei starker Sonneneinstrahlung oder anhaltendem Regen eine kontinuierliche Abgabe über die gesamte Vegetationsperiode gewährleistet bleibt.