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Sonstige · W. NEUDORFF GMBH KG

Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei AF

BVL Zul.-Nr. 024785-63

Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei AF ist ein vielseitig einsetzbares, anwendungsfertiges Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung von saugenden und beißenden Schaderregern im Haus- und Kleingartenbereich sowie im Erwerbsanbau. Durch die praktische, gebrauchsfertige Formulierung entfällt das Ansetzen einer Spritzbrühe, was die Handhabung besonders sicher und komfortabel macht.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Spektrum an Schädlingen, darunter Blattläuse, Spinnmilben, Mottenschildläuse (Weiße Fliegen) sowie freifressende Schmetterlingsraupen und blattfressende Käfer. Dank der Kombination zweier sich ergänzender Wirkstoffe eignet sich das Mittel hervorragend für den flexiblen Einsatz in verschiedenen Kulturen wie Gemüse, Beerenobst und Zierpflanzen sowohl im Freiland als auch unter Glas.

Als Kontaktmittel konzipiert, erfasst dieses Pflanzenschutzmittel die Schaderreger direkt bei der Benetzung. Die Formulierung sorgt für eine hervorragende Haftung auf den Blattoberflächen und ermöglicht eine schnelle, sichtbare Wirkung, die auch hartnäckige Stadien wie Larven und Eier zuverlässig miterfassen kann.

Wirkstoffe

Pyrethrine
0.05 g/L · Wirkstoff
Rapsöl
8.25 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus von Natur-Pyrethrinen und Rapsöl. Natur-Pyrethrine gehören zur IRAC-Gruppe 3A. Sie wirken als starkes Kontaktgift auf das Nervensystem der Schaderreger, indem sie die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen offen halten und deren Schließen verzögern. Dies führt zu einer anhaltenden Depolarisation, unkontrollierten Nervenimpulsen, Lähmung und schließlich zum schnellen Absterben der Schädlinge (sogenannter "Knock-down"-Effekt). Rapsöl ergänzt diese neurotoxische Wirkung durch einen rein physikalischen Modus. Es bildet nach dem Antrocknen einen feinen, luftundurchlässigen Ölfilm über den Schaderregern. Dieser Film verstopft die Atemöffnungen (Tracheen) von Insekten und Milben, was zum Erstickungstod führt. Zudem werden die Eistadien vieler Schädlinge durch den Ölfilm effektiv am Schlupf gehindert, was den Vermehrungszyklus nachhaltig unterbricht.

Resistenzmanagement

Obwohl das Risiko einer Resistenzentwicklung bei physikalisch wirkenden Stoffen wie Rapsöl als äußerst gering eingestuft wird, erfordern die enthaltenen Pyrethrine (IRAC-Gruppe 3A) ein vorausschauendes Resistenzmanagement. Um der Selektion resistenter Populationen – insbesondere bei schnelllebigen Schaderregern wie Blattläusen oder Spinnmilben – vorzubeugen, solltest du die Anzahl der Behandlungen pro Saison begrenzen. Wechsle im Behandlungsplan systematisch zwischen diesem Pflanzenschutzmittel und Produkten mit anderen Wirkmechanismen ab, um die langfristige Wirksamkeit der Wirkstoffklassen zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei diesem Produkt um eine anwendungsfertige Formulierung (AF) handelt, ist eine Tankmischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln weder vorgesehen noch empfohlen. Das Produkt ist bereits optimal auf die direkte Anwendung eingestellt. Achte bei der Applikation darauf, dass die Kulturen trocken sind, und vermeide Behandlungen unmittelbar vor Regenfällen, um ein Abwaschen des Wirkstofffilms zu verhindern. Eine lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile, einschließlich der Blattunterseiten, ist für den Bekämpfungserfolg entscheidend.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel solltest du die üblichen Vorsichtsmaßnahmen einhalten und direkten Haut- und Augenkontakt vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse angegeben ist, empfiehlt es sich aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes, das Mittel nicht auf blühende Kulturen oder an Orten auszubringen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Vermeide zudem jeglichen direkten Eintrag oder Abdrift in Oberflächengewässer, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
BrombeereBlattläuse11–910.1 LITER_PER_SQUARE_METER3T
KopfsalatBlattläuse12–410.06 LITER_PER_SQUARE_METER7T
ZierpflanzenBlattwespen, Freifressende Schmetterlingsraupen, Blattfressende Käfer12–910.06 LITER_PER_SQUARE_METER
KernobstBlattläuse11–91500 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
ZierpflanzenSpinnmilben0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
frische KräuterSaugende Insekten12–690.06 LITER_PER_SQUARE_METER7T
ZierpflanzenSaugende Insekten0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
Johannisbeerartiges BeerenobstFreifressende Schmetterlingsraupen11–910.1 LITER_PER_SQUARE_METER3T
TomateBlattläuse12–890.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
ZierpflanzenSchildlaus-Arten0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenMottenschildläuse0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
HimbeereBlattläuse11–910.1 LITER_PER_SQUARE_METER3T
ZierpflanzenSaugende Insekten600 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Blattwespen, Freifressende Schmetterlingsraupen, Blattfressende Käfer12–490.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
BlumenkohlBlattwespen, Freifressende Schmetterlingsraupen, Blattfressende Käfer12–490.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
GrünkohlBlattläuse12–490.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
frische KräuterSaugende Insekten12–690.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
ZierpflanzenSaugende Insekten600 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Blattläuse12–490.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
KopfsalatFreifressende Schmetterlingsraupen12–410.06 LITER_PER_SQUARE_METER7T
SalateBlattläuse12–490.06 LITER_PER_SQUARE_METER
Johannisbeerartiges BeerenobstBlattläuse11–910.1 LITER_PER_SQUARE_METER3T
frische KräuterFreifressende Schmetterlingsraupen12–690.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
frische KräuterFreifressende Schmetterlingsraupen12–690.06 LITER_PER_SQUARE_METER7T
ZierpflanzenSpinnmilben0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenBlattwespen, Freifressende Schmetterlingsraupen, Blattfressende Käfer12–910.06 LITER_PER_SQUARE_METER
BlumenkohlBlattläuse12–490.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
ZierpflanzenBlattwespen, Freifressende Schmetterlingsraupen, Blattfressende Käfer12–910.06 LITER_PER_SQUARE_METER
frische KräuterSaugende Insekten12–690.06 LITER_PER_SQUARE_METER7T
ZierpflanzenWoll- oder Schmierläuse0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
frische KräuterFreifressende Schmetterlingsraupen12–690.06 LITER_PER_SQUARE_METER7T
KohlrabiBlattläuse0.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
ZierpflanzenSchildlaus-Arten0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
Johannisbeerartiges BeerenobstBlattwespen11–910.1 LITER_PER_SQUARE_METER3T
ZierpflanzenSaugende Insekten0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
GrünkohlBlattwespen, Freifressende Schmetterlingsraupen, Blattfressende Käfer12–490.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
TomateSpinnmilben12–890.06 LITER_PER_SQUARE_METER3T
ZierpflanzenSaugende Insekten0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenWoll- oder Schmierläuse0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
SalateFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.06 LITER_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenMottenschildläuse0.06 LITER_PER_SQUARE_METER
KernobstFreifressende Schmetterlingsraupen11–91500 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
SauerkirscheBlattwespen, Freifressende Schmetterlingsraupen11–91350 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
SüßkirscheBlattwespen, Freifressende Schmetterlingsraupen11–91350 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
SauerkirscheSaugende Insekten11–91350 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
KernobstBlattläuse500 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
SüßkirscheSaugende Insekten11–91350 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
ZierpflanzenSpinnmilben600 LITER_PER_HECTARE
KernobstBlattläuse500 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
KohlrabiBlattläuse600 LITER_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wie erkennst du den optimalen Zeitpunkt für eine Behandlung mit diesem Produkt?

Der beste Zeitpunkt ist direkt bei Befallsbeginn oder beim Sichtbarwerden der ersten Symptome. Da es sich um ein reines Kontaktmittel handelt, müssen die Schaderreger direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Kontrolliere deine Kulturen daher regelmäßig, besonders die Blattunterseiten und Triebspitzen, um Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben frühzeitig zu erfassen.

Warum ist die gründliche Benetzung der Blattunterseiten so wichtig?

Viele Schaderreger, insbesondere Spinnmilben, Mottenschildläuse und Wollläuse, halten sich bevorzugt auf den geschützten Blattunterseiten auf. Da Rapsöl physikalisch durch Ersticken wirkt und Pyrethrine Kontaktgifte sind, erzielst du nur dann eine optimale Wirkung, wenn du die Schädlinge direkt triffst. Sprühe die Kulturen daher tropfnass von allen Seiten ein.

Kannst du das Mittel auch bei starker Sonneneinstrahlung anwenden?

Nein, du solltest die Anwendung keinesfalls bei praller Sonne oder Temperaturen über 25 °C durchführen. Der enthaltene Ölfilm kann in Kombination mit starkem Sonnenlicht zu Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern deiner Kulturen führen. Nutze am besten die kühleren Abendstunden oder bedeckte Tage für die Behandlung.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung im Beerenobst?

Du kannst das Mittel in einem sehr breiten Fenster von der Blattentwicklung (ab BBCH 11) bis zur Fruchtreife bzw. nach der Ernte (bis BBCH 91) einsetzen. Achte jedoch darauf, die Wartezeiten bis zur Ernte strikt einzuhalten, und vermeide Behandlungen während der Hauptblüte, um bestäubende Insekten zu schonen und die Blütenbiologie nicht zu stören.

Wie verhält sich das Produkt bei Regen kurz nach der Anwendung?

Da das Produkt nach dem Antrocknen einen schützenden Ölfilm bildet, benötigt es eine gewisse Zeit, um regenfest zu werden. Setzt innerhalb weniger Stunden nach der Behandlung starker Regen ein, kann der Wirkstofffilm abgewaschen werden, was die Wirksamkeit erheblich mindert. Plane die Anwendung daher so, dass die Pflanzen danach mindestens 2 bis 3 Stunden trocken bleiben können.

Wie integrierst du dieses Mittel am besten in eine nachhaltige Pflanzenschutzstrategie?

Nutze das Produkt für gezielte, nesterweise Behandlungen bei den ersten Befallsherden, anstatt großflächig vorbeugend zu spritzen. Da es nützlingsschonend angewendet werden sollte (bevorzugt abends), schützt du so natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer oder Florfliegen, die den verbleibenden Schädlingsdruck biologisch regulieren können.