Bariton
Bariton ist ein modernes, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Beizmittel) im Getreidebau, das von der Bayer CropScience Deutschland GmbH entwickelt wurde. Als hochwirksame Suspension zur Saatgutbehandlung (FS) kombiniert dieses Präparat zwei komplementäre Wirkstoffe, um jungen Kulturen einen optimalen Start zu ermöglichen. Es schützt das keimende Saatgut und die jungen Keimlinge zuverlässig vor wirtschaftlich bedeutenden, samen- und bodenbürtigen Schaderregern.
Durch die gezielte Applikation direkt auf das Korn wird der Wirkstoffbedarf pro Hektar im Vergleich zu einer klassischen Blattbehandlung drastisch reduziert. Das Pflanzenschutzmittel etabliert einen lückenlosen Schutzschild um das keimende Korn und sichert so einen homogenen Feldaufgang sowie eine vitale Bestandesentwicklung selbst unter schwierigen Witterungsbedingungen im Herbst oder Frühjahr.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von Bariton basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI). Es blockiert die Biosynthese von Ergosterol in den Zellmembranen der Pilze, was zu strukturellen und funktionellen Membrandefekten führt und das Myzelwachstum der Schaderreger stoppt. Ergänzt wird dieser Effekt durch Fluoxastrobin, einen Vertreter aus der Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Dieser Wirkstoff greift gezielt in die Zellatmung der Schadpilze ein, indem er den Elektronentransport im Komplex III der Atmungskette (Qo-Inhibitor) blockiert. Dadurch wird die Energieversorgung (ATP-Synthese) der Pilzzellen unterbunden, was insbesondere die Sporenkeimung und das frühe Eindringen der Schaderreger in das Gewebe der Kultur verhindert.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzentwicklung der Schaderreger aktiv vorzubeugen, nutzt dieses Pflanzenschutzmittel die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Klassen (Gruppe 3 und Gruppe 11). Da beide Wirkstoffe an völlig unterschiedlichen biochemischen Orten im Schadpilz ansetzen, wird das Risiko einer Selektion resistenter Stämme minimiert. Du solltest im weiteren Vegetationsverlauf darauf achten, die Anzahl der nachfolgenden Blattspritzungen mit Wirkstoffen aus denselben Wirkstoffklassen (insbesondere Strobilurine) gemäß den Richtlinien des FRAC zu begrenzen und auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel zu setzen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da es sich bei diesem Produkt um ein Beizmittel handelt, erfolgt die Anwendung in der Regel spezialisiert in Beizstellen oder direkt auf dem Hof mit geeigneten Beizgeräten. Die Mischbarkeit mit gängigen flüssigen Zusatzstoffen, wie speziellen Haftmitteln, Spurennährstoffen oder anderen zugelassenen Beizmitteln, ist im Einzelfall vorab zu prüfen. Achte bei der Zubereitung der Beizbrühe auf eine gleichmäßige Wasserqualität und eine kontinuierliche Rührung, um eine homogene Verteilung auf dem Saatgut zu gewährleisten und Staubbildung beim späteren Sävorgang zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel und dem gebeizten Saatgut steht der Anwenderschutz an erster Stelle. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Atemschutz bei Staubentwicklung, ist unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme, den Eintrag in blühende Bestände oder Bereiche, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, strikt zu vermeiden. Um Vögel und freilebende Säugetiere zu schützen, muss das behandelte Saatgut bei der Aussaat vollständig in den Boden eingebracht und sorgfältig mit Erde abgedeckt werden; verschüttetes Saatgut ist sofort zu beseitigen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt sich die Beizung mit diesem Pflanzenschutzmittel auf die Keimfähigkeit des Saatguts aus?
Bei sachgerechter Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen hat das Produkt keinen negativen Einfluss auf die Keimfähigkeit des Saatguts. Im Gegenteil: Durch den Schutz vor bodenbürtigen Schaderregern wird die Triebkraft gefördert, was dir auch unter kühlen oder feuchten Bedingungen einen gleichmäßigen Feldaufgang sichert.
Worauf musst du bei der Aussaat des mit diesem Mittel behandelten Saatguts besonders achten?
Achte penibel darauf, dass das gebeizte Saatgut vollständig im Boden abgelegt und mit Erde bedeckt wird, um eine Aufnahme durch Vögel oder Wildtiere zu verhindern. Zudem solltest du moderne Sämaschinen mit aktiver Staubminderung verwenden, um den Abrieb und die Verwehung von Beizstaub während des Sävorgangs zu minimieren.
Kann ich das behandelte Saatgut bis zur nächsten Saison lagern?
Eine Lagerung von fachgerecht gebeiztem, trockenem Saatgut ist unter kühlen, trockenen und gut belüfteten Bedingungen in der Regel möglich. Du solltest jedoch vor der Aussaat im Folgejahr unbedingt eine Keimfähigkeitsprüfung durchführen, um sicherzustellen, dass die Vitalität des Saatguts durch die Lagerung nicht beeinträchtigt wurde.
Warum ist die Kombination aus Prothioconazol und Fluoxastrobin so wirksam gegen Resistenzen?
Die beiden Wirkstoffe greifen an unterschiedlichen Stellen im Stoffwechsel der Schadpilze an (Zellatmung vs. Membranaufbau). Wenn eine Pilzspore gegen eine der Komponenten unempfindlich ist, wird sie dennoch zuverlässig durch den zweiten Wirkstoff erfasst, was die Entstehung resistenter Populationen in deiner Kultur effektiv verhindert.
Wie erkennst du, ob das Saatgut gleichmäßig mit dem Pflanzenschutzmittel benetzt wurde?
Das Produkt enthält rote Farbpigmente, die als optischer Indikator dienen. Anhand der intensiven und gleichmäßigen Rotfärbung der Getreidekörner kannst du visuell sofort überprüfen, ob die Beizbrühe homogen auf dem gesamten Saatgut verteilt wurde und somit ein lückenloser Schutz gewährleistet ist.