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Sonstige · QEMETICA Agricultural Solutions Spain

BARILOCHE

BVL Zul.-Nr. 008865-00

BARILOCHE ist ein hochselektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung hartnäckiger zweikeimblättriger Unkräuter. Mit dem bewährten Wirkstoff Clopyralid (131,8 g/l) bietet dieses Herbizid eine hervorragende Systemwirkung. Es wird vor allem als flüssige Formulierung (wasserlösliches Konzentrat, SL) appliziert und zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk sowie eine anschließende Verteilung in der gesamten Kultur aus.

Das Anwendungsspektrum konzentriert sich primär auf schwer bekämpfbare Schaderreger aus den Familien der Korbblütler (Asteraceae), Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und Knöterichgewächse (Polygonaceae). Besonders bei der Bekämpfung von Ackerkratzdisteln und Kamille-Arten hat sich der Wirkstoff im professionellen Acker- und Sonderkulturanbau etabliert, da er bis tief in das Wurzelsystem vordringt und so einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.

Dank seiner selektiven Eigenschaften schont BARILOCHE die Hauptkulturen und ermöglicht eine flexible Unkrautkontrolle auch in sensiblen Entwicklungsstadien. Die Formulierung sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Regenfestigkeit, was die Anwendungssicherheit unter wechselnden Witterungsbedingungen deutlich erhöht.

Wirkstoffe

Clopyralid
131.8 g/L

Wirkungsweise

Der in BARILOCHE enthaltene Wirkstoff Clopyralid gehört zur chemischen Gruppe der Pyridincarbonsäuren und ist als synthetisches Auxin (HRAC-Gruppe 1) klassifiziert. Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem transportiert. Er reichert sich primär in den meristematischen Geweben der Schaderreger an. Biochemisch imitiert Clopyralid das pflanzeneigene Wuchsstoffhormon Indol-3-essigsäure (IAA). Dies führt zu einer Überstimulation der Auxin-Rezeptoren, was ein unkontrolliertes, asymmetrisches Zellwachstum (Epinastie) auslöst. Die betroffenen Unkräuter zeigen typische Verkrümmungen an Stängeln und Blättern, gefolgt von einer Störung des Nährstofftransports, Welkeerscheinungen und dem vollständigen Absterben der Pflanze.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Ziel-Schaderregern wirksam vorzubeugen, solltest du BARILOCHE stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von Herbiziden der HRAC-Gruppe 1 auf derselben Fläche. Ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Partnern aus anderen HRAC-Klassen sowie mechanische Pflegemaßnahmen und eine ausgewogene Fruchtfolge sichern die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs.

Mischbarkeit & Tankmischung

BARILOCHE zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Herbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Verträglichkeitsprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität – extrem hartes Wasser kann die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigen. Die Zugabe von zugelassenen Netzmitteln kann die Benetzung und somit die Wirkung auf behaarten oder stark wachsbeschichteten Unkrautblättern optimieren, sollte aber immer auf die Verträglichkeit der jeweiligen Kultur abgestimmt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit BARILOCHE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern grundsätzlich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit BARILOCHE?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr, wenn sich die Zielunkräuter im aktiven Wachstum befinden und eine ausreichende Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben. Bei Disteln ist die Behandlung ideal, wenn sie sich im Rosettenstadium bis kurz vor dem Streckungswachstum befinden, da hier der Saftstrom den Wirkstoff besonders effizient in die Wurzeln transportiert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von BARILOCHE?

Für eine optimale Wirkung solltest du BARILOCHE bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C ausbringen. Extreme Trockenheit oder Frost kurz nach der Anwendung verlangsamen den Stoffwechsel der Unkräuter und mindern den Bekämpfungserfolg. Achte darauf, dass nach der Spritzung für mindestens zwei Stunden kein Regen fällt, damit der Wirkstoff vollständig aufgenommen werden kann.

Kann ich BARILOCHE auch in Mischung mit Gräserherbiziden anwenden?

Ja, Mischungen mit vielen spezifischen Gräserherbiziden (Graminiziden) sind möglich und oft sinnvoll, um das Wirkungsspektrum zu erweitern. Du solltest jedoch beachten, dass in manchen Kulturen durch Kombinationspartner die Selektivität beeinflusst werden kann. Prüfe daher vorab die Verträglichkeitshinweise der Mischungspartner und vermeide Mischungen bei extremem Stress der Kultur.

Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von BARILOCHE beachten?

Da Clopyralid im Boden eine gewisse Persistenz aufweisen kann, musst du bei der Planung der Fruchtfolge vorsichtig sein. Empfindliche Kulturen wie Leguminosen (Erbsen, Bohnen), Solanaceen (Kartoffeln, Tomaten) oder Umbelliferen (Möhren) sollten erst nach einer ausreichenden Wartezeit und gründlicher Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen) nachgebaut werden. Informiere dich im Zweifel über die spezifischen Karenzzeiten für deine geplante Folgekultur.

Wie erkenne ich, ob die Schaderreger resistent gegen den Wirkstoff Clopyralid sind?

Eine beginnende Resistenz erkennst du meist daran, dass zuvor empfindliche Unkrautarten trotz optimaler Anwendungsbedingungen (Wetter, Dosis, BBCH-Stadium) keine typischen Symptome wie Epinastie oder Welke zeigen, während andere Unkräuter normal absterben. Wenn du den Verdacht auf eine nachlassende Wirkung hast, solltest du umgehend deinen pflanzenbaulichen Berater kontaktieren und auf alternative Wirkstoffklassen ausweichen.

Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Du kannst im Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur filtern und erhältst eine Übersicht aller registrierten Produkte. Nutze zusätzlich die Filter für Schaderreger, um gezielt Pflanzenschutzmittel zu finden, die für dein aktuelles Problemfeld zugelassen sind, und vergleiche deren Wirkungsweisen für ein optimales Resistenzmanagement.