Barclay Gallup Hi-Aktiv
Barclay Gallup Hi-Aktiv ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Holzgewächsen, Ausfallkulturen und Kartoffeldurchwuchs. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine besonders hohe Wirkstoffkonzentration von 490 g/l Glyphosat aus. Dies ermöglicht eine effiziente Logistik und verringerte Aufwandmengen pro Hektar bei gleichbleibend hoher biologischer Wirksamkeit.
Das Mittel wird vor allem im Ackerbau, auf Grünland sowie auf Nichtkulturlandflächen eingesetzt. Durch die systemische Wirkung erfasst es nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile, sondern transportiert den Wirkstoff bis tief in die Wurzeln und Rhizome mehrjähriger Unkräuter. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die Stoppelbehandlung, die Kulturvorbereitung oder zur gezielten Spätbehandlung in bestimmten Kulturen vor der Ernte.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G). Die Wirkung basiert auf der gezielten Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan), die für das Pflanzenwachstum und die Proteinsynthese unerlässlich sind. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt, ist die Selektivität gegenüber Säugetieren biochemisch begründet. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff rasch systemisch im Phloem akkumuliert und in die aktiv wachsenden Gewebe (Meristeme, Wurzelspitzen, Rhizome) transportiert. Erste Symptome wie Chlorosen und Welkeerscheinungen zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen, während das vollständige Absterben der behandelten Schaderreger meist nach ein bis drei Wochen abgeschlossen ist.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von herbizidresistenten Unkrautbiotypen nachhaltig vorzubeugen, solltest du Barclay Gallup Hi-Aktiv stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Dies umfasst den Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Klassen) in der Fruchtfolge sowie mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Glyphosat auf derselben Fläche ohne den gezielten Einsatz von Vorauflaufherbiziden oder mechanischen Maßnahmen zur Stoppelbearbeitung.
Mischbarkeit & Tankmischung
Barclay Gallup Hi-Aktiv ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Herbiziden und Bodenhilfsstoffen mischbar. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe solltest du besonders auf die Wasserqualität achten: Hartes Wasser, das reich an Calcium- und Magnesiumionen ist, kann die Wirksamkeit von Glyphosat durch Komplexbildung reduzieren. Die Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) vor dem Einmischen des Herbizids kann diese Ionen binden und die Wirkstoffaufnahme optimieren. Führe vor großflächigen Mischungen immer eine physische Mischbarkeitsprobe durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille bei der Handhabung des Konzentrats, zwingend erforderlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern grundsätzlich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten. Behandle bevorzugt in den Abendstunden, um das Risiko für Nichtzielorganismen zu minimieren, und achte streng darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerweichweizen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Holzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Kartoffeldurchwuchs, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–56 | 3.7 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Kohlrübe | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Kartoffeldurchwuchs, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lein | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Senf-Arten | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Barclay Gallup Hi-Aktiv?
Für eine optimale Wirkung solltest du das Pflanzenschutzmittel bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C anwenden. Extreme Trockenheit, Frost oder Hitze verlangsamen den Stoffwechsel der Unkräuter, was die Wirkstoffaufnahme und den Transport in die Wurzeln erheblich beeinträchtigt. Achte darauf, dass nach der Anwendung für mindestens 4 bis 6 Stunden kein Regen fällt, damit der Wirkstoff vollständig in das Blattgewebe eindringen kann.
Warum ist die Wasserhärte bei der Ausbringung von Glyphosat so wichtig?
Glyphosat-Moleküle neigen dazu, sich im Spritzfass mit positiv geladenen Calcium- und Magnesiumionen aus hartem Wasser zu verbinden. Diese Komplexe können von den Blättern der Schaderreger kaum noch aufgenommen werden, was die Herbizidwirkung spürbar abschwächt. Wenn du hartes Wasser nutzen musst, hilft die vorherige Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) ins Spritzwasser, um die störenden Ionen zu neutralisieren.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Stoppelbehandlung gegen Quecke?
Um ausdauernde Unkräuter wie die Gemeine Quecke effektiv zu bekämpfen, solltest du warten, bei der Stoppelbearbeitung, bis die Pflanzen nach dem Drusch wieder genügend neue Blattmasse gebildet haben (meist bei einer Höhe von 15–20 cm bzw. ab dem 3-Blatt-Stadium). Nur so ist gewährleistet, dass ausreichend Wirkstoff aufgenommen und systemisch bis in die unterirdischen Ausläufer (Rhizome) transportiert wird, um einen Wiederaustrieb zu verhindern.
Kann ich Barclay Gallup Hi-Aktiv auch zur Sikkation vor der Ernte einsetzen?
Eine Spätbehandlung (Sikkation) ist nur in den dafür ausdrücklich zugelassenen Kulturen und unter strengen gesetzlichen Auflagen zulässig (z. B. zur Ernteerleichterung bei starkem Unkrautdurchwuchs). Beachte unbedingt das zulässige BBCH-Stadium (bis BBCH 56) und die zwingend einzuhaltende Wartezeit von 42 Tagen vor der Ernte, um Rückstände im Erntegut zu vermeiden.
Wie lange muss ich nach der Anwendung mit der Bodenbearbeitung warten?
Nach der Behandlung benötigt der Wirkstoff Zeit, um sich vollständig in den Wurzeln und Rhizomen der Schaderreger zu verteilen. Bei einjährigen Unkräutern solltest du mindestens 3 bis 5 Tage mit der Bodenbearbeitung warten. Bei hartnäckigen, mehrjährigen Unkräutern wie der Quecke oder bei Holzgewächsen empfiehlt sich eine Wartezeit von mindestens 7 bis 10 Tagen, um den Bekämpfungserfolg nicht durch vorzeitiges Zerschneiden der Wurzeln zu gefährden.