Alle Mittel
Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Bandur

BVL Zul.-Nr. 034145-00

Bandur ist ein bewährtes, breit wirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie ausgewählten einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Bodenwirkung aus und bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche. Dies verhindert das Auflaufen unerwünschter Begleitflora von Anfang an.

Das Einsatzspektrum von Bandur ist bemerkenswert vielseitig. Es ist in einer Vielzahl von Kulturen zugelassen, darunter wichtige landwirtschaftliche Kulturen wie Kartoffeln, Sonnenblumen und Ackerbohnen, aber auch in zahlreichen Gemüse- und Kräuterkulturen wie Möhren, Zwiebeln, Dill und Petersilie. Diese breite Zulassung macht es zu einem flexiblen Grundbaustein in vielen Fruchtfolgen.

Durch die frühe Anwendung, meist im Vorauflauf, sorgt Bandur dafür, dass deine Kulturen unkrautfrei aufwachsen können. Es erfasst kritische Schaderreger wie das Einjährige Rispengras, den Acker-Fuchsschwanz und den Gemeinen Windhalm bereits im Keimstadium, was die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe in der kritischen Jugendentwicklung effektiv minimiert.

Wirkstoffe

Aclonifen
600 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Aclonifen gehört zur chemischen Gruppe der Diphenylether (HRAC-Gruppe 32). Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Protoporphyrinogen-Oxidase (PPO) sowie einer zusätzlichen Störung der Carotinoid-Biosynthese. Dies führt bei empfindlichen Schaderregern zu einer Störung der Chlorophyllbildung und zur Zerstörung der Zellmembranen unter Lichteinfluss, was sich in einem schnellen Absterben der betroffenen Gewebe äußert. Aclonifen wird hauptsächlich über die Keimblätter (Kotyledonen) und das Hypokotyl der keimenden Unkräuter aufgenommen, während die Aufnahme über die Wurzeln eine untergeordnete Rolle spielt. Nach dem Auflaufen zeigen betroffene Unkräuter charakteristische Chlorosen und Bleichsymptome. Für eine optimale Wirkung ist ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett entscheidend, damit sich der Wirkstofffilm gleichmäßig auf der Bodenoberfläche verteilen kann.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Ziel-Schaderregern vorzubeugen, solltest du Bandur stets in ein integriertes Herbizidkonzept einbinden. Da Aclonifen einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt (HRAC-Gruppe 32), eignet es sich hervorragend für den Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Bodenherbizide aus den HRAC-Gruppen 5 oder 15). Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von Wirkstoffen mit demselben Mechanismus auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen sowie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge zur langfristigen Absicherung der Wirksamkeit.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bandur ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden mischbar, um das Wirkungsspektrum gezielt zu erweitern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen wie starker Hitze oder Frostgefahr, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Bandur ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Anmischung und Anwendung unerlässlich. Da keine spezifische Bienen-Einstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schützen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden – nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik und halte die allgemeinen Abstandsauflagen ein.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
AnisEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–150.5 LITER_PER_HECTARE70T
KerbelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz0.5 LITER_PER_HECTARE21T
KorianderGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz2 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–84 LITER_PER_HECTARE
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1.5 LITER_PER_HECTARE90T
KorianderGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz3 LITER_PER_HECTARE90T
SchnittpetersilieGemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten11–420.5 LITER_PER_HECTARE21T
KorianderEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1 LITER_PER_HECTARE
Tagetes erectaEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE
KnollensellerieEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1 LITER_PER_HECTARE60T
SalbeiEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1 LITER_PER_HECTARE
BohnenkrautGemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten13–990.5 LITER_PER_HECTARE21T
SchalotteEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–990.5 LITER_PER_HECTARE49T
GewürzfenchelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–84 LITER_PER_HECTARE
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1.5 LITER_PER_HECTARE90T
KnollensellerieEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1 LITER_PER_HECTARE60T
ErbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz4 LITER_PER_HECTARE
KümmelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1 LITER_PER_HECTARE60T
GewürzfenchelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE
GewürzfenchelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz14–160.5 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–84 LITER_PER_HECTARE
SchnittsellerieEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–150.5 LITER_PER_HECTARE21T
GewürzfenchelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
KümmelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelWolfsmilch-Arten12–140.5 LITER_PER_HECTARE49T
Gemeine RingelblumeGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE
SchnittpetersilieGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE
DillGemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten12–140.5 LITER_PER_HECTARE21T
Dicke BohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz4 LITER_PER_HECTARE
KümmelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
SchnittpetersilieGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
DillGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz3 LITER_PER_HECTARE90T
KümmelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz14–160.5 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz2.4 LITER_PER_HECTARE
PastinakEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz3 LITER_PER_HECTARE90T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–84 LITER_PER_HECTARE
Gemeine RingelblumeGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
Weiße LupineEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–83 LITER_PER_HECTARE
KerbelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchGemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten11–150.5 LITER_PER_HECTARE21T
BleichsellerieEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1 LITER_PER_HECTARE60T
KnoblauchEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–990.5 LITER_PER_HECTARE49T
PorreeEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–990.5 LITER_PER_HECTARE28T
DillGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
GewürzfenchelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
DillGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE
Minze-ArtenEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz1 LITER_PER_HECTARE
DillGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
WinterheckenzwiebelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–990.5 LITER_PER_HECTARE28T
KümmelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Bandur im Vorauflauf?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf, idealerweise kurz nach der Saat bzw. dem Pflanzen der Kultur, solange die Unkräuter noch nicht aufgelaufen sind. Achte darauf, dass der Boden feinkrümelig und gut abgesetzt ist, damit sich ein lückenloser Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche bilden kann.

Spielt die Bodenfeuchtigkeit eine Rolle für die Wirkung von Bandur?

Ja, eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach begünstigt die Aktivierung und Verteilung des Wirkstoffs Aclonifen im Boden. Zwar wirkt Bandur auch unter trockeneren Bedingungen stabiler als viele andere reine Bodenherbizide, doch optimale Ergebnisse erzielst du auf feuchtem Boden.

Kann ich Bandur auch im Nachauflauf der Kulturen einsetzen?

Bandur ist primär für den Vorauflauf konzipiert. In einigen spezifischen Kulturen (wie z. B. bestimmten Zwiebel- oder Kräuterkulturen) gibt es jedoch auch späte Zulassungen oder Splitting-Anwendungen im Nachauflauf. Du musst hierbei unbedingt die genauen BBCH-Stadien der jeweiligen Kultur und die zugelassenen Aufwandmengen beachten, um Schäden an der Kultur zu vermeiden.

Wie verhält sich Bandur bei starkem Regen nach der Anwendung?

Starkregen kurz nach der Anwendung kann zu einer Verlagerung des Wirkstofffilms führen, was in empfindlichen Kulturen (z. B. bei flach gesäten Feinsämereien) zu vorübergehenden Verträglichkeitsproblemen führen kann. Achte darauf, das Pflanzenschutzmittel nicht vor angekündigten Starkregenereignissen auszubringen.

Wie finde ich heraus, ob Bandur für meine spezielle Kräuterkultur zugelassen ist?

Bandur verfügt über eine sehr breite Zulassung in vielen Gemüse- und Kräuterkulturen. Du kannst im agronomy.farmable.tech Hub gezielt nach deiner Kultur (z. B. Dill, Petersilie oder Schnittlauch) filtern, um die exakten zugelassenen Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten für deine spezifische Kultur einzusehen.