Bandur
Bandur ist ein bewährtes, breit wirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie ausgewählten einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Bodenwirkung aus und bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche. Dies verhindert das Auflaufen unerwünschter Begleitflora von Anfang an.
Das Einsatzspektrum von Bandur ist bemerkenswert vielseitig. Es ist in einer Vielzahl von Kulturen zugelassen, darunter wichtige landwirtschaftliche Kulturen wie Kartoffeln, Sonnenblumen und Ackerbohnen, aber auch in zahlreichen Gemüse- und Kräuterkulturen wie Möhren, Zwiebeln, Dill und Petersilie. Diese breite Zulassung macht es zu einem flexiblen Grundbaustein in vielen Fruchtfolgen.
Durch die frühe Anwendung, meist im Vorauflauf, sorgt Bandur dafür, dass deine Kulturen unkrautfrei aufwachsen können. Es erfasst kritische Schaderreger wie das Einjährige Rispengras, den Acker-Fuchsschwanz und den Gemeinen Windhalm bereits im Keimstadium, was die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe in der kritischen Jugendentwicklung effektiv minimiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Aclonifen gehört zur chemischen Gruppe der Diphenylether (HRAC-Gruppe 32). Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Protoporphyrinogen-Oxidase (PPO) sowie einer zusätzlichen Störung der Carotinoid-Biosynthese. Dies führt bei empfindlichen Schaderregern zu einer Störung der Chlorophyllbildung und zur Zerstörung der Zellmembranen unter Lichteinfluss, was sich in einem schnellen Absterben der betroffenen Gewebe äußert. Aclonifen wird hauptsächlich über die Keimblätter (Kotyledonen) und das Hypokotyl der keimenden Unkräuter aufgenommen, während die Aufnahme über die Wurzeln eine untergeordnete Rolle spielt. Nach dem Auflaufen zeigen betroffene Unkräuter charakteristische Chlorosen und Bleichsymptome. Für eine optimale Wirkung ist ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett entscheidend, damit sich der Wirkstofffilm gleichmäßig auf der Bodenoberfläche verteilen kann.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei den Ziel-Schaderregern vorzubeugen, solltest du Bandur stets in ein integriertes Herbizidkonzept einbinden. Da Aclonifen einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt (HRAC-Gruppe 32), eignet es sich hervorragend für den Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Bodenherbizide aus den HRAC-Gruppen 5 oder 15). Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von Wirkstoffen mit demselben Mechanismus auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen sowie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge zur langfristigen Absicherung der Wirksamkeit.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bandur ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden mischbar, um das Wirkungsspektrum gezielt zu erweitern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen wie starker Hitze oder Frostgefahr, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Bandur ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Anmischung und Anwendung unerlässlich. Da keine spezifische Bienen-Einstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schützen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden – nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik und halte die allgemeinen Abstandsauflagen ein.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Anis | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 12–15 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 70T |
| Kerbel | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Koriander | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Koriander | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Schnittpetersilie | Gemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten | 11–42 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Koriander | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tagetes erecta | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knollensellerie | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Salbei | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Bohnenkraut | Gemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten | 13–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Schalotte | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 12–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Gewürzfenchel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Knollensellerie | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Erbse | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kümmel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Gewürzfenchel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gewürzfenchel | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 14–16 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittsellerie | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 12–15 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Gewürzfenchel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kümmel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Wolfsmilch-Arten | 12–14 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Gemeine Ringelblume | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittpetersilie | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dill | Gemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten | 12–14 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Dicke Bohne | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kümmel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittpetersilie | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dill | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Kümmel | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 14–16 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 2.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Pastinak | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futtererbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemeine Ringelblume | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weiße Lupine | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kerbel | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Gemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten | 11–15 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Bleichsellerie | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Knoblauch | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 12–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Porree | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 12–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Dill | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gewürzfenchel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dill | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Minze-Arten | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dill | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterheckenzwiebel | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 12–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Kümmel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Bandur im Vorauflauf?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf, idealerweise kurz nach der Saat bzw. dem Pflanzen der Kultur, solange die Unkräuter noch nicht aufgelaufen sind. Achte darauf, dass der Boden feinkrümelig und gut abgesetzt ist, damit sich ein lückenloser Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche bilden kann.
Spielt die Bodenfeuchtigkeit eine Rolle für die Wirkung von Bandur?
Ja, eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach begünstigt die Aktivierung und Verteilung des Wirkstoffs Aclonifen im Boden. Zwar wirkt Bandur auch unter trockeneren Bedingungen stabiler als viele andere reine Bodenherbizide, doch optimale Ergebnisse erzielst du auf feuchtem Boden.
Kann ich Bandur auch im Nachauflauf der Kulturen einsetzen?
Bandur ist primär für den Vorauflauf konzipiert. In einigen spezifischen Kulturen (wie z. B. bestimmten Zwiebel- oder Kräuterkulturen) gibt es jedoch auch späte Zulassungen oder Splitting-Anwendungen im Nachauflauf. Du musst hierbei unbedingt die genauen BBCH-Stadien der jeweiligen Kultur und die zugelassenen Aufwandmengen beachten, um Schäden an der Kultur zu vermeiden.
Wie verhält sich Bandur bei starkem Regen nach der Anwendung?
Starkregen kurz nach der Anwendung kann zu einer Verlagerung des Wirkstofffilms führen, was in empfindlichen Kulturen (z. B. bei flach gesäten Feinsämereien) zu vorübergehenden Verträglichkeitsproblemen führen kann. Achte darauf, das Pflanzenschutzmittel nicht vor angekündigten Starkregenereignissen auszubringen.
Wie finde ich heraus, ob Bandur für meine spezielle Kräuterkultur zugelassen ist?
Bandur verfügt über eine sehr breite Zulassung in vielen Gemüse- und Kräuterkulturen. Du kannst im agronomy.farmable.tech Hub gezielt nach deiner Kultur (z. B. Dill, Petersilie oder Schnittlauch) filtern, um die exakten zugelassenen Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten für deine spezifische Kultur einzusehen.