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Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

AZOXYSTAR SC

BVL Zul.-Nr. 00A150-60

AZOXYSTAR SC ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Schaderregern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Produkt leicht dosieren und gleichmäßig in der Spritzbrühe verteilen. Es basiert auf dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin, der sich durch seine hervorragenden systemischen und translaminaren Eigenschaften auszeichnet.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über Getreidearten wie Weizen, Gerste und Roggen bis hin zu Sonderkulturen wie Kartoffeln, Raps, Möhren und verschiedenen Kohlarten. Zu den Hauptzielorganismen gehören wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten wie Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Alternaria-Arten, Echter Mehltau sowie bodenbürtige Erreger wie Rhizoctonia solani.

Durch die Kombination aus protektiver und kurativer Wirkung bietet AZOXYSTAR SC einen langanhaltenden Schutz für deine Kulturen. Die Formulierung sorgt für eine schnelle Wirkstoffaufnahme über die Blätter und eine kontinuierliche Verteilung in der Pflanze, was auch den Neuzuwachs effektiv vor Infektionen schützt.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung der Zellatmung der Pilze. Genauer gesagt blockiert Azoxystrobin den Elektronentransport in den Mitochondrien am Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III). Dies führt zu einem raschen Zusammenbruch der Energieversorgung (ATP-Synthese) des Schaderregers. Durch diesen Mechanismus wird die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum der Pilze effektiv unterbunden. Da der Wirkstoff translaminar und systemisch in der Kultur verteilt wird, werden auch schwer erreichbare Pflanzenteile geschützt. Die Wirkung ist primär protektiv, weshalb eine Anwendung vor oder unmittelbar bei den ersten Infektionsanzeichen den besten Bekämpfungserfolg sichert.

Resistenzmanagement

Da Azoxystrobin der FRAC-Gruppe 11 angehört, besteht ein inhärent hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielpathogenen. Um die Wirksamkeit von AZOXYSTAR SC langfristig zu sichern, solltest du den Wirkstoff unbedingt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Triazolen oder Carboxamiden) einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Strobilurinen in derselben Kultur und halte dich strikt an die empfohlenen maximalen Anwendungshäufigkeiten pro Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

AZOXYSTAR SC ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter bestimmten Bedingungen die Benetzung verbessern; stimme dies auf die jeweilige Kultur ab.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AZOXYSTAR SC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienen-Einstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Schütze Oberflächengewässer vor Abdrift und halte die allgemeinen Gewässerschutzauflagen ein, um aquatische Organismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RapsSclerotinia sclerotiorum, Alternaria Arten (Alternaria sp.)60–691 LITER_PER_HECTARE21T
WeizenSeptoria nodorum, Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
GersteSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE
GrünkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelRhizoctonia solani, Colletotrichum coccodes3 LITER_PER_HECTARE
WeißkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)60–691 LITER_PER_HECTARE35T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum), Spargelrost (Puccinia asparagi)51–891 LITER_PER_HECTARE
RotkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci), Echter Mehltau (Erysiphe heraclei)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
StaudenkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
GersteRhynchosporium secalis, Zwergrost (Puccinia hordei)30–591 LITER_PER_HECTARE
RosenkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenRhynchosporium secalis, Braunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
PorreePurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Porreerost (Puccinia porri)16–481 LITER_PER_HECTARE21T
FuttererbseBotrytis cinerea, Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi), Mycosphaerella51–721 LITER_PER_HECTARE35T
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)51–850.5 LITER_PER_HECTARE7T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE
BrokkoliAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–591 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–591 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wie nutzt du den "Greening-Effekt" von AZOXYSTAR SC im Getreide optimal aus?

Der physiologische Greening-Effekt verlängert die Photosyntheseaktivität der Blätter. Um diesen Effekt ertragswirksam zu nutzen, solltest du die Behandlung im Getreide idealerweise in den BBCH-Stadien 39 bis 59 (Fahnenblattentwicklung bis Ende des Ährenschiebens) einplanen, um die oberen Blätter und die Ähre gesund zu erhalten.

Was musst du bei der Anwendung in Kartoffeln zur Bekämpfung von Rhizoctonia solani beachten?

Bei der Bekämpfung von Rhizoctonia solani in Kartoffeln wird AZOXYSTAR SC meist als Furchenbehandlung während des Legevorgangs eingesetzt. Achte darauf, dass die Spritzdüsen so eingestellt sind, dass der Wirkstoff in die geöffnete Furche und auf die abrollende Erde appliziert wird, nicht jedoch direkt auf die Mutterknolle.

Warum ist der optimale Anwendungszeitpunkt bei Alternaria-Arten in Möhren so entscheidend?

Alternaria dauci (Möhrenschwärze) kann das Laub extrem schnell zerstören, was die maschinelle Ernte erschwert. Da AZOXYSTAR SC primär protektiv wirkt, solltest du die Spritzung beim allerersten Auftreten von Symptomen oder nach Warndienstaufruf durchführen, bevor sich die Infektion im Bestand etabliert.

Kannst du AZOXYSTAR SC bei starker Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung spritzen?

Vermeide Behandlungen bei Temperaturen über 25 °C und starker, direkter Sonneneinstrahlung, um Phytotoxizität und Verdunstungsverluste zu verhindern. Nutze stattdessen die kühleren Morgen- oder Abendstunden, da die Pflanzen den Wirkstoff dann auch wesentlich besser aufnehmen können.

Wie integrierst du dieses Pflanzenschutzmittel in ein nachhaltiges Antiresistenzmanagement?

Da der Wirkstoff Azoxystrobin ein hohes Resistenzrisiko aufweist, solltest du ihn nie solo einsetzen, wenn bereits ein hoher Befallsdruck herrscht. Kombiniere ihn in Tankmischungen mit Kontaktfungiziden oder wechsle bei Folgebehandlungen konsequent auf andere Wirkstoffklassen wie Triazole (FRAC 3) oder SDHI (FRAC 7).

Wie findest du auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für deine Kultur?

Du kannst in unserer Produktsuche gezielt nach deiner Kultur (z. B. Raps oder Kartoffeln) filtern und diese mit dem spezifischen Schaderreger kombinieren. So erhältst du eine Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen und Auflagen.