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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

AVASTEL

BVL Zul.-Nr. 00B015-00

AVASTEL ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von ADAMA, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffklassen bietet das Pflanzenschutzmittel einen breiten Schutz gegen die wirtschaftlich bedeutendsten Pilzkrankheiten in Weizen und Gerste. Die flüssige Formulierung sorgt für eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme durch die Kultur, wodurch ein langanhaltender Schutz etabliert wird.

Das Wirkungsspektrum umfasst sowohl wichtige Blatt- als auch Ährenkrankheiten. Im Weizen (Winter- und Sommerweichweizen) steht die Bekämpfung von Septoria-Blattdürre, Gelb- und Braunrost sowie DTR-Blattdürre und Fusarium-Arten im Vordergrund. In der Gerste (Winter- und Sommergerste) schützt das Mittel zuverlässig vor Netzflecken, Rhynchosporium secalis, Zwergrost und der gefürchteten Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni). Damit stellt AVASTEL ein zentrales Werkzeug zur Sicherung von Ertrag und Qualität in intensiven Getreidefruchtfolgen dar.

Wirkstoffe

Fluxapyroxad
75 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
150 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von AVASTEL basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten im Stoffwechsel der Schadpilze. Fluxapyroxad gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert gezielt den Komplex II der mitochondrialen Atmungskette (Succinat-Dehydrogenase), wodurch die Energieproduktion der Pilzzellen zusammenbricht und das Myzelwachstum sowie die Sporenkeimung unterbunden werden. Der zweite Wirkstoff, Prothioconazol, ist ein bewährtes Triazolinthion aus der Gruppe der De-Methylierungs-Inhibitoren (DMI, FRAC-Gruppe 3). Er hemmt die C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols, einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran. Ohne intakte Membranen verlieren die Pilzzellen ihre Struktur und sterben ab. Diese duale Wirkungsweise sorgt für eine starke protektive und kurative Leistung im Gewebe der Kultur.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit beider Wirkstoffklassen zu sichern, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Da AVASTEL bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (FRAC 7 und FRAC 3) in sich vereint, ist das inhärente Risiko einer Resistenzentwicklung deutlich reduziert. Dennoch solltest du das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer gezielten Spritzfolge einsetzen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht überschreiten. Wechsle bei Folgespritzungen auf Fungizide mit anderen Wirkmechanismen, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

AVASTEL zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Benetzung und Wirkstoffaufnahme zusätzlich unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AVASTEL ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–691.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–691 LITER_PER_HECTARE
SommergersteRhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–591.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE
WintergersteRhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–591.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist für dich der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit AVASTEL im Weizen?

Der beste Anwendungszeitraum liegt meist zwischen den BBCH-Stadien 32 (Knotenstadium) und 59 (Ende des Ährenschiebens), um die ertragsbildenden oberen Laubblätter gesund zu erhalten. Bei hohem Infektionsdruck durch Septoria oder Rostpilze solltest du die Behandlung frühzeitig beim ersten Auftreten von Symptomen oder nach Infektionsaufrufen der Warndienste durchführen.

Wie wirkt sich die Temperatur auf deine Anwendung von AVASTEL aus?

AVASTEL kann in einem breiten Temperaturbereich eingesetzt werden. Für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur sind wüchsige Bedingungen bei Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C ideal. Vermeide Behandlungen bei extremer Hitze über 25 °C oder starker Sonneneinstrahlung, um Stressreaktionen der Kultur zu verhindern.

Kannst du AVASTEL auch zur gezielten Ährenbehandlung gegen Fusarium einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist bis zum Ende der Blüte (BBCH 69) zugelassen. Um eine optimale Wirkung gegen Fusarium-Arten zu erzielen, solltest du die Behandlung gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) durchführen, idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einem Niederschlagsereignis, das Infektionen begünstigt.

Warum ist die Kombination aus Fluxapyroxad und Prothioconazol so vorteilhaft für dich?

Diese Kombination bietet dir einen doppelten Schutzmechanismus: Fluxapyroxad (SDHI) stoppt die Energieversorgung der Pilzzellen, während Prothioconazol (DMI) den Aufbau der Zellmembranen blockiert. Das verringert nicht nur das Risiko von Wirkungsverlusten durch Resistenzen, sondern sichert dir auch eine starke Dauerwirkung und hervorragende Kurativleistung bei bereits erfolgten Infektionen.

Was musst du beim Gewässerschutz während der Ausbringung beachten?

Da das Pflanzenschutzmittel Wirkstoffe enthält, die für Wasserorganismen toxisch sein können, musst du die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einhalten. Nutze stets abdriftmindernde Düsen und halte die vorgeschriebenen Pufferzonen ein, um einen Eintrag in Gewässer und Saumbiotope sicher zu verhindern.

Wie findest du heraus, ob AVASTEL für deine spezifische Gerstensorte verträglich ist?

AVASTEL weist generell eine sehr gute Kulturverträglichkeit in allen gängigen Winter- und Sommergerstensorten auf. Bei extremen Witterungsbedingungen wie Frost kurz nach der Anwendung oder starker Trockenheit kann die Kultur gestresst reagieren. Im Zweifel oder bei sehr neuen Sorten empfiehlt es sich, Rücksprache mit der regionalen Fachberatung zu halten.